Viele Arbeitnehmern, vor allem Selbständigen, fällt es nach schwer, abends auch mal abzuschalten. Das unterstreicht der "Freizeit-Monitor 2015", der am Donnerstag (27. August) vorgestellt wird.
+
Viele Arbeitnehmern, vor allem Selbständigen, fällt es nach schwer, abends auch mal abzuschalten. Das unterstreicht der "Freizeit-Monitor 2015", der am Donnerstag (27. August) vorgestellt wird. 

Viele denken auch nach Feierabend an Pflichten

Kann man noch entspannt auf dem Sofa sitzen, wenn abends Mails vom Chef auf dem Handy eintrudeln? Das ist umstritten. Nun zeigt eine Umfrage, wie lange viele zum Abschalten nach Feierabend brauchen.

Aus dem Büro nach Hause kommen, die Füße hochlegen und noch immer an die Arbeit denken: Für viele Menschen in Deutschland ist das Alltag. Bevor sie sich nach Feierabend entspannen können, vergeht bei 38 Prozent der Bürger etwa eine, bei sechs Prozent sogar mehrere Stunden. Das geht aus der Befragung "Freizeit-Monitor" 2015 hervor.

Endlich entspannen nach Feierabend. Vielen Arbeitnehmern tun sich damit allerdings schwer, wie eine Umfrage im Rahmen des "Freizeit-Monitor 2015" zeigt. Die Ergebnisse werden am Donnerstag (27. August) vorgestellt.

Der "Freizeit-Monitor" gibt seit 1986 regelmäßig Auskunft zum Freizeitverhalten der Deutschen. Für die aktuelle Untersuchung wurden im Juli 2000 Menschen ab 14 Jahren persönlich befragt. Die Frage nach der Dauer bis zur tatsächlichen Entspannung am Abend wurde der gesellschaftlichen Debatte wegen zum ersten Mal gestellt, wie Studienleiter Ulrich Reinhardt erläuterte. Zwar schafft es nach eigener Aussage knapp die Hälfte der Deutschen (48 Prozent), sich sofort zu entspannen. "Ich hätte den Wert aber noch höher erwartet", kommentierte Reinhardt. Viele Befragte seien jedoch ständig erreichbar, was ihre Freizeit beeinträchtige. E-Mails, SMS und andere Handy-Kommunikation nach Feierabend stehen seit längerem in der Kritik, weil ein Zusammenhang mit Stress und psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern vermutet wird. Einige Unternehmen regeln inzwischen den Einsatz von Smartphones oder Tablets in der Freizeit.

Die Befragung zeigt tatsächlich, dass manche abends gar nicht von ihren Pflichten loskommen: Acht Prozent der Teilnehmer gaben an, dass es für sie nie wirklich Feierabend gebe. Dies betrifft den Angaben zufolge jedoch vor allem Hausfrauen (26 Prozent) und Selbstständige (14 Prozent). Arbeiter und Angestellte konnten sich der Befragung zufolge vergleichsweise rasch von ihren Pflichten erholen.

Dass die Arbeit auch abends beschäftigt, hat für Studienleiter Reinhardt auch einen nicht-technischen Grund: "Auch das soziale Gefüge hat sich verändert", meinte er. Die gestiegene Zahl von Singles und Kinderlosen führe dazu, dass im Vergleich zu früher mehr Menschen Arbeitskollegen als Freunde hätten. "Da wird dann natürlich auch über Arbeit gesprochen."

Stiftung für Zukunftsfragen

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Warten auf den Anruf: Ständige Erreichbarkeit macht krank

Für viele Arbeitnehmer ist der gelegentliche Blick in die E-Mails nach Feierabend selbstverständlich. Experten warnen jedoch: Wer im Kopf ständig erreichbar ist, …
Warten auf den Anruf: Ständige Erreichbarkeit macht krank

Die Taschengeldfrage: Umgang mit Geld erlernen

Das erste „Gehalt“ gibt’s von Mama und Papa. So kann der Nachwuchs den Umgang mit Geld schon früh erlernen. Doch viele Eltern sind sich unsicher, wie viel Taschengeld …
Die Taschengeldfrage: Umgang mit Geld erlernen

Gewerkschaft muss für Streikfolgen zahlen

Eigentlich müssen Gewerkschaften für Streikschäden kaum haften. Bei der Lotsengewerkschaft GdF ist das jetzt anders: Ihr kreidet das Bundesarbeitsgericht einen Verstoß …
Gewerkschaft muss für Streikfolgen zahlen

Schweißgeruch im Büro: Kollege zurückhaltend ansprechen

Gerüche und dessen Wahrnehmung sind eine heikle Angelegenheit - vor allem am Arbeitsplatz. Wenn das Deo oder das Parfüm des Kollegen versagen, sollte man mit den …
Schweißgeruch im Büro: Kollege zurückhaltend ansprechen

Kommentare