Lukas Konitzer ist der erste, der bei dem Bettwarenhersteller Lück in Bocholt die "Ausbildung Kompakt" macht - eine Kombination aus Lehre und Weiterbildung. Damit fühlt er sich gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Foto: Lück GmbH/Jennifer Lachnik
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Lukas Konitzer ist der erste, der bei dem Bettwarenhersteller Lück in Bocholt die "Ausbildung Kompakt" macht - eine Kombination aus Lehre und Weiterbildung. Damit fühlt er sich gut auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Foto: Lück GmbH/Jennifer Lachnik

Was bringt eine Ausbildung mit Zusatzqualifikation?

Bocholt - Nur eine Lehre machen? Manchen Jugendlichen reicht das nicht. Für sie ist es eine gute Idee, parallel zur Ausbildung eine Zusatzqualifikation zu erwerben. Doch wie funktioniert das genau? Und wie finden sie das richtige Extra?

Eine Ausbildung zum Industriekaufmann war Lukas Konitzer nicht genug. Formal braucht es dafür einen Hauptschulabschluss. Der 23-Jährige hat jedoch Wirtschaftsabitur. Dass er sich für die Lehre entschied, lag an dem neuen Ausbildungskonzept, das sein Arbeitgeber damals startete. Die Firma Lück in Bocholt suchte einen Jugendlichen für die sogenannte "Ausbildung Kompakt". In vier Jahren können Lehrlinge drei Qualifikationen erwerben: den Industriekaufmann, den Wirtschaftsfachwirt und den Ausbilderschein. "Mit der Kombi bin ich später auf dem Arbeitsmarkt ziemlich gut aufgestellt", sagt Konitzer.

"Auch für Abiturienten interessant"

Eine Ausbildung mit integrierter Weiterbildung wie die "Ausbildung Kompakt" machen immer mehr Jugendliche: 2009 erwarben rund 10 000 Schulabgänger parallel zu ihrer Lehre eine Zusatzqualifikation, 2011 waren es rund 11 500. Das geht aus Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. "Eine Zusatzqualifikation macht die Ausbildung auch für Abiturienten interessant", ist sich Klaus Weber sicher, Experte für das Thema beim BIBB.

Wie viel das Extra später nützt, hängt aber auch davon ab, was für eine Art Zusatzqualifikation Jugendliche wählen. Unter dem Begriff werden derzeit ganz unterschiedliche Konzepte zusammengefasst. Gemeinsam haben sie, dass Jugendliche parallel zur Lehre eine Weiterbildung machen. Der Umfang der Fortbildung variiert. Die einen machen zum Beispiel einen Sprach- oder Computerkurs bei einem privaten Institut. Die nächsten erwerben eine Qualifikation, die Bestandteil der Ausbildung ist. Dazu zählt zum Beispiel die Zusatzqualifikation Inkasso bei Bürokaufleuten oder der Barmixer bei Restaurantfachleuten. Hier nehmen die Kammern die Prüfung ab, erklärt Fin Mohaupt. Er ist Leiter der Ausbildungsberatung der Handelskammer Hamburg. Schließlich gibt es die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung einen Fachwirt oder Meister zu machen. Das ist die Option, die Konitzer nutzt.

Zusatzqualifikation ist auch Zusatzbelastung

Den Vorteil bei der "Ausbildung Kompakt" sieht Konitzer darin, dass er nach der Ausbildung gleich mehrere Abschlüsse in der Tasche hat. Hinzu kommt, dass sein Abschluss genauso viel wert ist, wie ein Bachelor - er aber von Anfang an Geld verdient hat. Doch was erst einmal vernünftig klingt, ist längst nicht in allen Fällen eine gute Idee. "Eine Zusatzqualifikation ist eine Zusatzbelastung", sagt Mohaupt von der Handelskammer. Sie eigne sich vor allem für leistungsstarke und motivierte Jugendliche. Neben einer 40-Stunden-Woche im Betrieb noch eine Zusatzqualifikation zu machen, erfordere Disziplin und Fleiß.

Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung

Ausbildung mit Zusatzqualifikation - Statistiken

dpa/tmn

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