Angelika Brandenburg ist Familienpflegerin bei der Arbeiterwohlfahrt in Berlin. In der Ausbildung lernen Familienpfleger auch Säuglinge zu füttern. Foto: Franziska Gabbert
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Angelika Brandenburg ist Familienpflegerin bei der Arbeiterwohlfahrt in Berlin. In der Ausbildung lernen Familienpfleger auch Säuglinge zu füttern. Foto: Franziska Gabbert

Wie werde ich...? Familienpfleger/in

Berlin (dpa/tmn) - Für einige Familien sind sie die letzte Hoffnung. Wenn gar nichts mehr klappt oder ein Elternteil schwer erkrankt ist, unterstützen Familienpfleger bei Erziehung und Haushaltsführung.

Angelika Brandenburg hat im Laufe ihres Berufslebens einiges gesehen. Kinder, die sich apathisch im Laufgitter vor und zurück wiegen. Verdreckte Wohnungen. Familien, die mit elf Kindern überfordert sind und noch ein zwölftes bekommen. "Da braucht es viel Einfühlungsvermögen", sagt Brandenburg.

Die 54-Jährige ist Familienpflegerin und wird von ihrem Arbeitgeber, der Arbeiterwohlfahrt (AWO), in Familien mit Problemen geschickt. Oft sind die Eltern mit ihren Aufgaben so überfordert, dass das Jugendamt Handlungsbedarf sieht. Aber auch Familien, in denen ein Elternteil schwer erkrankt ist, brauchen Brandenburgs Hilfe. Dann unterstützt sie bei der Haushaltsplanung, holt die Kinder von der Schule ab, putzt, kocht und bringt das Familienleben wieder in geregelte Bahnen.

"Fachkräfte aus diesem Berufsfeld sind gefragt", sagt Claudia Beck vom Deutschen Caritasverband. Die Tätigkeit verlange allerdings vieles ab. Um sich immer wieder auf neue Familien einzustellen, sei Offenheit und Empathie gefragt. Daneben müssten Familienpfleger sehr flexibel sein, Wochenendarbeit sei keine Seltenheit.

Der Zugang zur schulischen Ausbildung zum Haus- und Familienpfleger ist bundesweit nicht einheitlich geregelt. Meist wird der Hauptschulabschluss vorausgesetzt. In Nordrhein-Westfalen etwa ist es aber auch möglich, ohne Schulabschluss in die Ausbildung einzusteigen. Bewerber müssen dann mindestens 26 Jahre alt sein und sechs Jahre lang einen Mehrpersonenhaushalt geführt haben. Am Ende entscheiden die Fachschulen für Familienpflege über die Aufnahme.

Während der Ausbildung sollen sich die angehenden Fachkräfte ein Bild der vielen späteren Einsatzbereiche machen. "In den ersten zwei Jahren wechseln sich deshalb Unterrichtsblöcke in der Fachschule mit mehrwöchigen Praktika ab", erklärt Tatjana Vogel. Sie ist Lehrerin am Fachseminar für Familienpflege der Kaiserswerther-Diakonie Düsseldorf. Die Praktika machen angehende Familienpfleger etwa in der Kinder- und Jugendhilfe oder in der Altenpflege.

Inhaltlich ist die Ausbildung in drei große Bereiche unterteilt. "Einerseits werden hauswirtschaftliche Kenntnisse vermittelt", erläutert Beck. Im zweiten Bereich erwerben die Auszubildenden Kenntnisse zur Pflege von Säuglingen und Kleinkindern sowie alten Menschen und Menschen mit Behinderung. Die dritte große Säule der Ausbildung ist die Erziehung. Nach den ersten zwei Jahren der Ausbildung steht die staatliche Abschlussprüfung an. Anschließend absolvieren die angehenden Fachkräfte ein Berufsanerkennungsjahr.

Mit einem üppigen Lohn können die Fachkräfte nicht rechnen. Für Familienpfleger in Berlin liege der Stundenlohn zwischen neun und zehn Euro brutto, sagt Doris Wepler-Bröckel vom Familienpflegedienst Horizont GmbH in Berlin. In anderen Bundesländern würden bessere Stundenlöhne gezahlt.

Für Brandenburg sind die schönsten Momente die, wenn sie nach Jahren Eltern wiedertrifft, die stabil sind und das Familienleben im Griff haben. "Dann sieht man, was man erreicht hat."

Berufsinformationen der Caritas

Berufsinformationen der Bundesarbeitsagentur

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