Zündschlüssel in XXL: Wie mit einem Omnibus umzugehen ist, lernen Fernbusfahrer wie Michael Rosenblatt in der Regel in einer dreijährigen Ausbildung. foto: Tobias Hase
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Zündschlüssel in XXL: Wie mit einem Omnibus umzugehen ist, lernen Fernbusfahrer wie Michael Rosenblatt in der Regel in einer dreijährigen Ausbildung. foto: Tobias Hase

Wie werde ich...? Fernbusfahrer/in

Sie sind ständig auf Achse und machen keine halben Sachen: Fernbusfahrer legen in einem Monat mehr Kilometer zurück als viele andere im ganzen Jahr. Und sie sind idealerweise nicht nur gute Fahrer, sondern auch Entertainer.

München (dpa/tmn) - Jeden Arbeitstag beginnt Michael Rosenblatts mit der Kontrolle des Busses. Dann verlädt er das Gepäck der Fahrgäste und kontrolliert die Tickets, bevor er mit dem 500 PS starken Omnibus vom Hof fährt. Seit rund einem Jahr arbeitet er als Fernbusfahrer für die Firma MeinFernbus.

Seit der Liberalisierung des deutschen Fernbusverkehrs 2013 sind Fernbusfahrer gefragt. "Als Fernbusfahrer ist man schon so etwas wie ein Pilot auf der Autobahn", sagt Matthias Schröter vom Bund deutscher Omnibusunternehmen (BDO).

Der klassische Einstieg ist eine dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer in der Fachrichtung Personenverkehr. In der Berufsschule lernen die Nachwuchsbusfahrer unter anderem Routen- und Tourenplanung. Auch das Überprüfen, Pflegen und Warten der Fahrzeuge stehen auf dem Stundenplan. "Der Berufskraftfahrer ist nicht einfach nur ein Lenker, sondern muss auch in der Instandhaltung mitwirken", sagt Lothar Probst, Ausbildungsberater für gewerblich-technische Berufe bei der IHK Cottbus.

Im Betrieb machen sich die Azubis zum Beispiel mit den Vorschriften für den Busverkehr vertraut: "Allein das Thema Lenk- und Ruhezeiten ist sehr umfangreich, und es ist sehr wichtig, dass sich die Fahrer hier genau auskennen", sagt Jörg Brackmann von der Firma MeinFernbus.

In der zweiten Hälfte der Ausbildung geht es auf die Straße: Die Auszubildenden machen den Führerschein der Klasse D, der Voraussetzung für die Arbeit als Busfahrer ist. Der Führerschein ist mit rund 10 000 Euro zwar teuer, die Kosten werden aber vom Ausbildungsbetrieb übernommen.

Ohne Konzentration geht bei langen Touren gar nichts, schließlich ist man als Busfahrer für die Sicherheit der Fahrgäste im Bus verantwortlich. "Und man muss den Umgang mit den Gästen mögen, auch wenn sie mal nicht zufrieden sind", sagt Rosenblatt. Brackmann betont ebenfalls die soziale Komponente: "Oft ist man als Busfahrer auch als Entertainer gefragt. So kann man zum Beispiel auch einen möglichen Stau besser überbrücken." Die Zukunftsaussichten gelten als gut. "Sie bekommen gerade eher einen Bus als einen Fahrer", sagt Brackmann.

Die Ausbildung ist allerdings nicht der einzige Weg ans Fernbussteuer, sagt Manuela Lenk, Verkehrsreferentin bei der IHK Cottbus. Ein schnellerer Weg ist die beschleunigte Grundqualifikation, die von Fahrschulen angeboten wird. Dabei absolvieren die Anwärter einen 140-stündigen Vorbereitungskurs, an dessen Ende eine 90-minütige Theorieprüfung steht.

Noch schneller geht es mit der verkürzten Grundqualifikation: Dabei können Interessenten ganz ohne Vorbereitungskurs Busfahrer werden. Allerdings müssen sie eine schriftliche und eine praktische Prüfung absolvieren. Der Führerschein der Klasse D ist auch in diesem Fall Voraussetzung für das Arbeiten als Fernbusfahrer. Er muss in jedem Fall alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Nach Abschluss der Ausbildung steht einem die Weiterbildung zum Meister für Kraftverkehr offen. Damit könnte man zum Beispiel als Disponent oder Betriebsleiter arbeiten und entsprechend mehr verdienen, sagt Brackmann.

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