Die Kehrseite der hohen Studierendenzahlen sind die überfüllten Hörsäle. Foto: Thomas Frey
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Die Kehrseite der hohen Studierendenzahlen sind die überfüllten Hörsäle. Foto: Thomas Frey

Wieder mehr Studenten - Rekord von 2,7 Millionen erreicht

Wiesbaden (dpa) - Der Zustrom an die deutschen Hochschulen hält an. Es gibt so viele Studierende wie nie zuvor. Die Kehrseite: überfüllte Hörsäle, überlastete Lehrkräfte, zu wenig Wohnheimplätze.

Die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen hat einen Rekordwert von fast 2,7 Millionen erreicht. Damit sind im laufenden Wintersemester 2014/15 noch einmal rund 81 500 junge Menschen mehr (plus 3,1 Prozent) eingeschrieben als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch (26. November) in Wiesbaden auf der Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

Bei den Studienanfängern gibt es im gesamten Jahr 2014 zwar einen leichten Rückgang (minus 1,9 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Dennoch liegt die Zahl der Anfänger im vierten Jahr in Folge wieder bei rund einer halben Million. 498 900 junge Männer und Frauen haben im Sommer- und Wintersemester 2014 mit einem Studium begonnen. Die Studienanfängerquote liegt bei 57,3 Prozent - bisheriger Höchststand war 57,4 Prozent.

Erstmals haben 2014 etwas mehr Frauen (50,1 Prozent) als Männer angefangen zu studieren. Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau waren dabei etwas weniger beliebt als im Vorjahr. Westdeutsche Hochschulen sind bei den Studierenden stärker gefragt als ostdeutsche - mit Ausnahme Berlins.

"Das Hochplateau der Studienanfängerzahlen ist auf eine höhere Bildungsbeteiligung zurückzuführen", sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Horst Hippler. Die Mittel für die Hochschulen müssten dauerhaft aufgestockt werden, weil diese immer mehr Lehrpersonal und Räume bräuchten.

"In den nächsten Jahren ist auch kein Rückgang, sondern eine Stabilisierung auf hohem Niveau zu erwarten", sagte Andreas Keller vom GEW-Hauptvorstand der Nachrichtenagentur dpa. Die Hochschulen müssten daher dringend ausgebaut und die Betreuungsverhältnisse verbessert werden. Außerdem drohe in einigen Jahren eine starke Unterversorgung für Masterstudenten.

Nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks fehlen zudem mindestens 25 000 günstige Wohnheimplätze. Notwendig seien auch mehr Beratungsstellen, Kitas und Mensa-Plätze, sagte der Sprecher Stefan Grob.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verwies auf die Verlängerung des Hochschulpakts, danach stellten Bund und Länder bis 2020 zusätzlich gut 19 Milliarden Euro für die Finanzierung neuer Studienplätze zur Verfügung.

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