+
Geldwäscher versprechen ihren Opfern Geld, wenn sie Beträge per Bargeld-Transfer-Dienst weiterleiten. Foto: Patrick Pleul

Nicht in die Falle der Geldwäscher tappen

Immer wieder werden Privatleute zur Geldwäsche angeworben. Wer den Tätern auf den Leim geht, macht sich strafbar - teilweise ohne es zu wissen. Also besser kritisch bleiben, bei dubiosen Jobangeboten oder Überweisungen, die sich nicht zuordnen lassen.

Berlin (dpa/tmn) - Wer auf seinem Konto plötzlich eine Überweisung findet, die er nicht zuordnen kann, sollte skeptisch sein. Auf keinen Fall sollten Verbraucher das Geld per Bargeld-Transfer-Dienst oder unbekanntem Treuhand-Dienste zurück überweisen, rät die Senatsverwaltung für Justiz in Berlin. Denn sonst tappen sie unter Umständen in die Falle von Geldwäschern.

Die Täter wenden sich teilweise mit E-Mails, Zeitungsanzeigen oder über Datingportale an leichtgläubige Privatleute. Teilweise mit Jobangeboten: So geben sie an, die Person könnte Geld verdienen. Vorausgesetzt sie überweist einen Betrag, der auf dem Konto eingeht, per Bargeld-Transfer-Dienst weiter. Wer angeworben und aktiv wird, macht sich der "leichtfertigen Geldwäsche" schuldig, warnt Thomas Heilmann, Justizsenator in Berlin. Häufig sind sich die Betroffenen dessen nicht einmal bewusst. Dabei helfen sie als sogenannte Finanzagenten, im Internet ergaunertes, digitales Geld zu Barem zu machen.

In einem Fall erhielt eine Frau beispielsweise eine Zahlung, nachdem sie eine Anzeige geschaltet hatte, in der sie ihr Auto verkaufen wollte. Ein vermeintlicher Interessent trat überraschend vom Kaufvertrag zurück und forderte von der Frau einen überwiesenen Betrag zurück. Für die entstandenen Umstände dürfe sie 200 Euro behalten. Allerdings müsse sie den Restbetrag auf ein anderes Konto überweisen. Die Frau überwies das Geld. Was sie nicht wusste: Es stammte vom dem Konto eines Phishing-Opfers. Die Betrüger nutzten ihre Kontoverbindung, um es rein zu waschen.

In anderen Fällen werden online geführte Girokonten gehackt und über Finanzagenten leergeräumt. Das Geld stammt oft aus falschen Internetverkäufen oder von gehackten Kontos. Wer sich darauf einlässt, macht sich der Geldwäsche schuldig. Besonders sozial Schwache, Senioren und neuerdings auch Flüchtlinge werden von den Tätern missbraucht, warnt Heilmann. Im Prinzip kann es aber jeden Kontobesitzer treffen.

Zahlungen auf ihre Konten könne die Staatsanwaltschaft leicht zurückverfolgen. Somit flögen die sogenannten Finanzagenten innerhalb weniger Tage auf, erklärt Staatsanwalt Marcus Hartmann. An die Hintermänner jedoch komme man kaum heran. Wer sich leichtfertiger Geldwäsche schuldig mache, könne bis zu zwei Jahre ins Gefängnis kommen.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

"Focus"-Bestseller Ratgeber: Pauline Dohmen direkt auf Platz drei

Nach dem Bestseller "Nähen mit Jersey - kinderleicht!" hat Pauline Dohmen mit dem Nachfolgetitel einen ähnlichen Erfolg: Mit "Nähen mit JERSEY - babyleicht"! stürmt die …
"Focus"-Bestseller Ratgeber: Pauline Dohmen direkt auf Platz drei

Polystyrol-Dämmstoffe: Fachfirma für Entsorgung beauftragen

Polystyrol-Dämmstoffe, häufig auch unter dem Herstellernamen "Styropor" zu finden, gelten ab sofort als gefährliche Abfälle. Welche Folgen hat das für Hausbesitzer und …
Polystyrol-Dämmstoffe: Fachfirma für Entsorgung beauftragen

Sie nahm mit einfachem Programm 60 Kilo ab

Mooroopna/Australien - Eine junge Mutter hat mit einem einfachen Programm in nur eineinhalb Jahren 60 Kilo verloren. Auf ihrem Instagram-Profil posiert sie jetzt mit …
Sie nahm mit einfachem Programm 60 Kilo ab

Welttierschutztag: Zahl der Tierversuche deutlich gestiegen

Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hat zum Welttierschutztag am 4. Oktober die bisher verfügbaren Tierversuchszahlen für 2015 zusammengetragen. Das …
Welttierschutztag: Zahl der Tierversuche deutlich gestiegen

Kommentare