Im Galopp durch die Felder: Pferd und Reiter sollten ein eingespieltes Team sein, damit es nicht zu Unfällen kommt. Foto: Julian Stratenschulte
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Im Galopp durch die Felder: Pferd und Reiter sollten ein eingespieltes Team sein, damit es nicht zu Unfällen kommt. Foto: Julian Stratenschulte

Ausreiten im Gelände: Sicherer Ausflug ins Freie

Berlin (dpa/tmn) - Rauf aufs Pferd und ab ins Gelände? Lieber nicht. Wer den Ausritt auf die leichte Schulter nimmt, erlebt womöglich eine böse Überraschung. Eine gute Vorbereitung gibt Reitern und Pferd dagegen Sicherheit.

Frische Luft und das Gefühl von Freiheit: Ausreiten im Gelände ist nicht mit dem Ritt in der Halle zu vergleichen. Doch wer nicht richtig vorbereitet ist, für den kann ein Ausflug in die Natur gefährlich werden. Straßenübergänge, bellende Hunde oder unvorhergesehene Hindernisse können das Pferd erschrecken. Damit solche Situationen nicht böse enden, gilt es, einiges zu beachten.

Der Reiter sollte vor dem ersten Geländetrip die Grundlagen wie Schritt, Trab und Galopp beherrschen. Außerdem ist es wichtig, dass das Pferd gut dressiert ist und bedingungslos gehorcht. "Nur so verliert der Reiter nicht die Kontrolle und kann nach Bedarf losreiten oder anhalten", erklärt Sandra Wiedemann. Sie arbeitet selbstständig als Ausbilderin für Pferd und Reiter. Tier und Mensch sollten sich gut kennen und gegenseitig vertrauen.

Reiten ist ein riskanter Sport. "Pferde sind keine Fahrräder, sondern Tiere, die auf Reize reagieren", sagt Pferdetrainerin Andrea Jänisch aus Chieming. Die Tiere neigen zur Flucht, wenn sie Angst bekommen. Reiter sollten sich deshalb vor Verletzungen schützen. Zur Sicherheitsausrüstung gehören Helm und Schutzweste. Aber auch ein Handy ist wichtig, um in brenzligen Situationen Hilfe zu holen.

Bei der Grundausrüstung zählt Qualität. Zaumzeug und Sattel sollten nicht vom Discounter sein. Billigware reißt schnell und erhöht dadurch das Unfallrisiko. Auch gute Reitstiefel mindern die Gefahr, sich zu verletzten. Nicht zu klobige Schuhe mit wenig Profil sind optimal. So bleiben Reiter beim Absteigen nicht hängen.

Wer zum ersten Mal einen Trip in die Natur wagt, sollte das nicht alleine tun. "Pferde sind Herdentiere und fühlen sich in der Gruppe wohler", erläutert Jänisch. Neulinge können sich an routinierten Reitern orientieren. "Erst wenn ein Anfänger genug Erfahrung gesammelt hat, sollte er alleine ins Gelände traben."

Beim Ausreiten begegnen dem Pferd Hindernisse. Schon ein Traktor oder eine Plastikplane können das Tier so erschrecken, dass es den Reiter abwirft. Pferde haben einen Fluchtinstinkt und geraten bei Angst schnell außer Kontrolle. Um solche Situationen zu verhindern, können Reiter mit ihren Pferden in der Halle üben - etwa mit einem Hindernisparcours. Der Vierbeiner gewöhnt sich so an neue Dinge und lernt, dass neu nicht gleich gefährlich ist.

Bei der Wahl der Strecke kommt es auf die Sicherheit an. Wichtig ist es, vielbefahrene Straßen zu meiden und auf Bodenverhältnisse zu achten. "Schwerer tiefer Lehmboden ist für die Pferde sehr anstrengend, steinig-steile Passagen können bei Regen rutschig und entsprechend gefährlich werden", erläutert Susanne Hennig, Pressesprecherin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Sie empfiehlt Strecken mit Sandböden. Sie schlucken viel Wasser und seien für die Hufe der Pferde unproblematisch.

Reitwege werden gesetzlich auf kommunaler Ebene festgelegt. Reiter sollten deshalb vorher beim Ordnungsamt nachfragen, wo sie mit dem Pferd willkommen sind. Grundsätzlich ungeeignet sind Fuß- und Wanderwege sowie Uferböschungen. Das Nutzen von Radwegen und das Reiten querfeldein sind verboten. Auch Bereiche, die durch anhaltenden Regen weich geworden sind, sollten Reiter meiden. Die Rutschgefahr ist an solchen Stellen zu hoch.

Während im Stall oder in der Halle wenig kaputt gehen kann, ist das im Gelände anders. Pferde, die außer Kontrolle geraten, können schwere Unfälle verursachen. Ob Sach- oder Personenschaden: Der Reiter muss in voller Höhe dafür aufkommen. Eine Pferdehaftpflichtversicherung ist somit ein Muss.

Die Dauer eines Ausritts hängt von der Kondition des Pferdes und dem Können des Reiters ab. Außerdem spielen die Bodenverhältnisse eine wichtige Rolle. Steile Strecken sind für das Pferd anstrengender. Solche Ausflüge sollten kurz gehalten werden - ungefähr 30 Minuten. Flache Wege machen dem Pferd normalerweise nichts aus. Im Idealfall dauert ein Ausritt ungefähr eine Stunde.

Beim Ausreiten im Gelände kommt es nicht nur auf die Vorbereitung des Reiters an. Auch die Rückenmuskulatur der Pferde sollte so trainiert sein, dass sie einen Reiter tragen kann. Junge Tiere können zum Beispiel über Bodenarbeit und das Gehen über Hindernisse Muskeln aufbauen.

Deutsche Reiterliche Vereinigung

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