Ab und zu führt an einer gründlichen Dusche kein Weg vorbei. Nötig ist das aber nur, wenn der Hund sehr schmutzig ist oder stark riecht. Foto: Markus Scholz
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Ab und zu führt an einer gründlichen Dusche kein Weg vorbei. Nötig ist das aber nur, wenn der Hund sehr schmutzig ist oder stark riecht. Foto: Markus Scholz

Baden, bürsten, Ballen eincremen: Körperpflege bei Hunden

Wiesbaden (dpa/tmn) - Zu viel Shampoo ist nicht gut, tägliches Kämmen muss aber sein. Vor allem langhaarige Hunde sehen schnell verfilzt und ungepflegt aus. Mit Bürste, Kamm und Waschlappen und der richtigen Technik können Halter dem vorbeugen.

Vernachlässigen Menschen die Körperpflege, fällt das schnell negativ auf. Dass auch Hunde dabei Hilfe brauchen, wissen weit weniger: "Einige glauben, ein Hund könnte die Pflege selbst erledigen, und was sein Besitzer zusätzlich unternimmt, wäre allein für eine schöne Optik von Belang", erklärt Ute Klein vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe in Wiesbaden. Das sei ein Irrtum.

Fakt ist, dass die heutigen Hunderassen alle von Menschenhand gezüchtet wurden. Eigenschaften wie überlanges Wuschelfell oder Schlappohren wurden ihnen angezüchtet. Dadurch haben Hunde heute andere Pflegebedürfnisse als früher.

"Es ist zum Beispiel gerade bei sehr langhaarigen, wolligen Rassen so, dass sie Probleme beim Fellwechsel haben können", sagt Udo Kopernik. Er ist Sprecher des Verbandes für das deutsche Hundewesenin Dortmund. Grund ist ihre angezüchtete Haarfülle, aber auch der Umstand, dass sie ihre Unterwolle nicht wie ihre Ahnen beim Streifen durch die Wildnis an Sträuchern und Bäumen abreiben können. Und das Fell ist nicht die einzige Problemzone: Auch die Krallen der im Haus gehaltenen Hunde laufen sich nicht ausreichend ab. Außerdem können Schlappohren stärker verschmutzen, und die Zähne reinigen sich mit Fertigfutter nicht mehr selbst.

Werden Hunde nicht richtig gepflegt, leidet darunter nicht nur das Äußere. "Ein Pflegedefizit kann längerfristig auch der Gesundheit des Tieres schaden", erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte. Zu den möglichen Folgen gehören Zahnstein und Parodontitis bei mangelnder Zahnpflege, Nagelbettentzündungen bei überlangen Krallen oder Hautekzeme und Parasitenbefall bei ungepflegtem, verfilztem Fell.

Welche Pflege ein Hund braucht, hängt von Faktoren wie Rasse, Fellstruktur und Alter sowie seinen Lebensumständen ab. Einige Dinge sind jedoch für jeden Vierbeiner wichtig. Ganz oben auf dem Pflegeplan steht die Haarpracht des Hundes: Regelmäßiges Bürsten ist das Wichtigste. "Wie häufig es nötig ist, hängt von der Fellbeschaffenheit ab. So genügt es bei Kurzhaarrassen, wie dem Boxer ein bis zweimal die Woche aktiv zu werden, während Langhaarhunde, wie der Bobtail täglich gebürstet und zusätzlich gekämmt werden sollten", empfiehlt Kopernik. Ziel ist es, Schmutz, totes Haar und überschüssige Unterwolle zu entfernen und Verfilzungen zu vermeiden.

Zusätzlich kann es hin und wieder nötig sein, zu Schere oder Schurgerät zu greifen, wenn das Hundehaar sich verknotet hat. "Außerdem gibt es Hunderassen, die alle paar Monate getrimmt werden müssen. Dieses Verfahren, bei dem abgestorbenes Deckhaar vorsichtig ausgezupft wird, ist zum Beispiel bei Terriern nötig", sagt Klein.

Ein Bad ist ab und an ebenfalls angebracht. Das muss nicht unbedingt das Eintauchen in der Wanne sein: Der Sprung in Fluss oder See reichen völlig aus. Eine Wäsche mit Shampoo ist nur nötig, wenn der Vierbeiner extrem verschmutzt ist, stark riecht oder Hautprobleme hat. "Waschen kann die Schutzschicht des Fells angreifen und die Haut austrocknen. Es ist daher wichtig, dass es die Ausnahme bleibt und man für Hunde geeignetes, rückfettendes Shampoo verwendet", erklärt Behr.

Abgesehen vom Fell sollten sich Hundebesitzer regelmäßig die Pfoten ihrer Tiere vornehmen. Am besten kontrollieren Halter den Ballen auf Risse und Schnitte oder Fremdkörper. Auch kann es gerade im Winter sinnvoll sein, die Ballen mit Melkfett oder Pfotenpflegeprodukten einzucremen, damit sie nicht spröde werden. "Und es ist ratsam, die Krallen zu inspizieren und wenn nötig zu kürzen", sagt Klein. Wenig erfahrene Hundehalter überlassen das allerdings besser dem Tierarzt oder Hundepfleger.

Komplett wird die Hundepflege, wenn man sich noch Augen, Ohren und Zähnen zuwendet. Bei den Augen reicht ein prüfender Blick und das gelegentliche Entfernen von Augensekret mit warmem Wasser. Die Ohren inspizieren Besitzer am besten ein- bis zweimal wöchentlich. Dabei gilt es, überflüssige Haare zu entfernen, und die Gehörgänge mit Hilfe eines Tuches von Ohrenschmalz zu befreien.

Bleibt das Gebiss: Damit sich keine Beläge bilden und Zahnstein sowie Paradontose entstehen, müssen die Zähne laut Behr regelmäßig gereinigt werden. Das klappt etwa mit speziellen Kauartikeln oder mit einer Hundezahnbürste und -pasta.

Informationen des VDH zum Thema Pflege

Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft zu Körperpflege

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