Bei Hoopers Agility müssen die Tiere alleine durch den Parcours finden. Herrchen und Frauchen lenken nur aus der Distanz.
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Bei Hoopers Agility müssen die Tiere alleine durch den Parcours finden. Herrchen und Frauchen lenken nur aus der Distanz.
Ab durch den Parcours: Beim Hoopers Agility müssen Hunde einen Slalom absolvieren - aber ohne Sprünge wie beim normalen Agility-Training.
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Ab durch den Parcours: Beim Hoopers Agility müssen Hunde einen Slalom absolvieren - aber ohne Sprünge wie beim normalen Agility-Training.
Tanja Bauer ist Hundetrainerin und gibt Kurse in der Sportart Hoopers Agility. Davon profitiert auch ihr eigener Hund Scotti.
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Tanja Bauer ist Hundetrainerin und gibt Kurse in der Sportart Hoopers Agility. Davon profitiert auch ihr eigener Hund Scotti.
Beliebt ist Hoopers Agility vor allem für alte oder kranke Hunde, die nicht mehr springen dürfen.
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Beliebt ist Hoopers Agility vor allem für alte oder kranke Hunde, die nicht mehr springen dürfen.
Der Parcours kann beim Hoopers Agility unterschiedlich lang und schwer sein. Meist gibt es Tunnel, Slalom, Wände und Rundbögen, die sogenannten Hoops.
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Der Parcours kann beim Hoopers Agility unterschiedlich lang und schwer sein. Meist gibt es Tunnel, Slalom, Wände und Rundbögen, die sogenannten Hoops.

Hoopers-Agility:

Sportart für ältere Hunde

In den Tunnel, durch den Slalom, aber bloß nicht springen: Die neue Hundesportart Hoopers-Agility verzichtet auf Hürden zum Drüberhopsen. Das schont die Gelenke und ist eine gute Alternative für ältere Vier- und Zweibeiner.

Reutlingen - Tyfoon hechtet knapp zwei Meter hoch über ein Hindernis, sein Frauchen sprintet schon mal zum Slalom, um ihn von dort weiter zu dirigieren. Beim normalen Agility müssen beide Partner ordentlich Gas geben. Hat einer von ihnen Gelenkprobleme, kann das schnell ungesund werden.

So entstand vor einigen Jahren in den USA die Variante Hoopers-Agility. "Ein Unterschied besteht darin, dass der Hundeführer seinen Hund nicht durch den Parcours begleitet", erklärt Uta Reichenbach vom Deutschen Hundesport Verband (dhv) in Reutlingen. Stattdessen lenkt er das Tier aus der Distanz mit Hör- und Sichtzeichen und seiner Körpersprache.

Ein Hoopers-Parcours ist ähnlich zu dem des normalen Agility aufgebaut. Es kann Tunnel, Slalom, Wände und andere Hindernisse geben. Zusätzlich enthält er die namensgebenden "Hoops", am Boden aufgesetzte Rundbögen, die der Hund durchlaufen muss und die das Springen über Hürden ersetzen.

Wie im Agility werden die Parcours ständig verändert. Länge und Schwierigkeitsgrad können ebenfalls variiert werden. "Es wird eine Harmonie zwischen Hund und Mensch angestrebt und ein perfektes Zusammenspiel", sagt Reichenbach. Beliebt ist Hoopers vor allem für Hunde mit Handicaps, die nicht oder nicht mehr springen dürfen. "Ebenso geht es mit tauben oder sehbehinderten Hunden, da es über Körpersprache funktioniert", beschreibt Katrin Werdin, Hundesporttrainerin in Espelkamp.

Vom Chihuahua bis zum Irischen Wolfshund, vom Jungtier bis zum Senior könne sich jeder daran versuchen - vorausgesetzt natürlich, die Bewegungen bereiten ihm keine Schmerzen. Doch die körperliche Belastung ist wesentlich geringer als beim bekannten Klassiker. Auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen können Hoopers machen, ohne überfordert zu werden. "Die Kombination aus sehr langsamem Führer und sehr schnellem Hund wirkt sich hier nicht hemmend aus, da sich der Mensch nur sparsam bewegt", sagt Reichenbach.

In Deutschland wird der Sport auch als NADAC-Agility bezeichnet. Die Abkürzung steht für "North-American-Dog-Agility-Council", einen Hundesportverein aus den USA, der ein Regelwerk für diese gelenkschonende Variante herausgegeben hat. Hierzulande steckt Hoopers noch in den Kinderschuhen. "Die ersten Hundesportler haben diese Art der Betätigung vor zwei bis drei Jahren entdeckt", sagt Werdin.

Vergangenen November veröffentlichte Hundesporttrainerin Tanja Bauer das erste deutschsprachige Buch zum Thema. Außerdem bietet sie gemeinsam mit Claudia Himmelsbach Workshops an, vor allem im süddeutschen Raum. "Da die Fangemeinde noch sehr klein ist, kann man Hoopers momentan vereinzelt in Hundeschulen oder bei Privatanbietern sowie in manchen Hundesportvereinen betreiben", erläutert Werdin.

Obwohl die Nachfrage groß ist, wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis Hoopers flächendeckend angeboten wird. Im Moment ist es laut Reichenbach noch nicht offiziell als Hundesportart bei den Verbänden anerkannt. In den kommenden Jahren rechnet sie aber mit Ausbildungsangeboten in den Vereinen.

Generell ist normales Agility für alle gesunden, ausgewachsenen Hunde möglich. Wichtig ist, das Tier immer gut aufzuwärmen und zu Beginn nur niedrige Sprünge zu machen, erklärt Hundekrankengymnastin Elke Pfeiffer aus München.

"Alte Hunde, Hunde mit Problemen am Rücken oder anderen Gelenken sollten jedoch lieber andere Dinge machen", rät sie. Hier könne Hoopers eine gute Alternative sein. Denn Agility ist eine Triebsportart, die manche Rassen zur Auslastung brauchen.

Fällt bei ihnen die Triebarbeit weg, werden sie unzufrieden. "Hoopers ist wenig belastend für den Körper, aber anstrengend für den Kopf", erklärt Werdin. Die Triebe werden befriedigt und die Beziehung zwischen Hundeführer und Hund gestärkt. Zu bedenken sei jedoch, dass Hunde auch bei Hoopers in einem hohen Tempo arbeiten. Deshalb ist der verantwortungsvolle Umgang mit dem Vierbeiner und eine durchdachte Trainings- und Parcoursgestaltung wichtig.

Alternativen, um den Hund mental auszulasten, sind beispielsweise das Gehorsamkeitstraining Obedience, die Begleithundeprüfung oder das Longieren des Hundes.

Literatur:

Tanja Bauer: Hoopers-Agility - Hundesport ganz ohne Springen, Oertel u. Spörer, 120 Seiten, 14,95 Euro, ISBN-13: 9783886278626

dpa

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