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Marderhunde breiten sich aus. Sie sind eine Gefahr für heimische Tiere.

Gefahr für heimische Tiere

Marderhunde breiten sich weiter stark aus

Kaum jemand bekommt ihn zu Gesicht. Doch er ist da, inzwischen fast überall im Land: Der nachtaktive Marderhund frisst sich durch.

Hannover - Der Marderhund breitet sich immer stärker aus. Noch nie wurden so viele Exemplare des nachtaktiven Allesfressers geschossen wie im abgelaufenen Jagdjahr. In Niedersachsen wurden 2353 Tiere zur Strecke gebracht. Laut Landesjagdbericht sind das 41 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ursprünglich stammt das Tier aus Ostasien, es ist im östlichen Sibirien, im nordöstlichen China und Japan beheimatet. Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden in Westrussland und der Ukraine dann massenhaft Marderhunde als Pelztiere ausgesetzt.

Seither befindet sich das Tier auf dem Vormarsch, auch nach Westen. Spätestens 1960 erreichte es Deutschland, 1962 wurde bei Börger im Emsland das erste Tier in Niedersachsen erlegt. Inzwischen hat der Marderhund sämtliche deutschen Bundesländer erreicht.

Aufhalten lässt sich der Marderhund nach Ansicht von Fachleuten nicht. Die Tiere bekommen bis zu zwölf Junge pro Wurf, die jungen Marderhunde verlassen ihre Eltern schon nach wenigen Monaten und suchen sich dann eigene Reviere. Dabei breiten sie sich räumlich schnell aus und streifen weit umher.

Marderhunde können nachweislich Strecken bis zu 400 Kilometer überwinden, schreibt der Wildtierexperte Egbert Strauß im Landesjagdbericht. Da sie auch gut schwimmen können, stellen Gewässer für sie keine echten Hindernisse dar.

Artenschutz-Experten sehen in der Ausbreitung des Marderhundes Gefahren für heimische Tiere. So seien Wasservögel, Sumpfschildkröten oder seltene Amphibien von den Allesfressern bedroht.

dpa

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