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Bei Übergewicht hilft Kindern in erster Linie mehr Bewegung. In schweren Fällen ist eine Adipositas-Therapie sinnvoll. Foto: Peter Steffen

Übergewicht vorbeugen: Kinderarzt kann Risiko einschätzen

Übergewicht bei Kindern kann zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Bevor Eltern ihre Kinder aber eigenmächtig auf Diät setzen, sollten sie einen Kinderarzt dazu befragen. In vielen Fällen kann nur eine umfassende Therapie helfen.

Genf (dpa/tmn) - Wenn Kinder übergewichtig werden, bemerken Eltern das nicht immer rechtzeitig. Sind sie sich unsicher, sprechen sie am besten regelmäßig den Kinderarzt auf das Thema an.

"Der verfolgt Wachstum sowie Entwicklung des Kindes und sieht deshalb als Erster, wenn das Gewicht aus der Bahn läuft", sagt Stefanie Gerlach, Sprecherin der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG).

Muss der Arzt bereits Fettleibigkeit feststellen, gibt es Gerlach zufolge spezialisierte Einrichtungen, die eine Adipositas-Therapie anbieten, in der Betroffene etwa über eine Veränderung des Lebensstils beraten werden. "Ist die Notwendigkeit der Therapie vom Arzt bescheinigt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten."

Eltern sollten ihren Kindern außerdem mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Gerlach. Konkret empfiehlt sie, die Sprösslinge zum Sport zu bewegen und Fernsehzeiten zu begrenzen. Eltern sollten ihre Kinder auch nicht überall mit dem Auto hinfahren und sie stattdessen ermutigen, öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zu nehmen. Außerdem wichtig: mit frischen Zutaten selbst kochen, statt Fertiggerichte und Fast Food zu kaufen.

Nach einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig - Tendenz steigend.

WHO-Website zu Fettsucht bei Kindern

Liste mit Therapieeinrichtungen

Besorgniserregend viele Kinder sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge zu dick. Weltweit seien mindestens 41 Millionen Mädchen und Jungen unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig, heißt es in einem Bericht, den eine WHO-Kommission nun in Genf vorstellte. Das entspricht den Angaben zufolge 6,1 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe - 1990 waren es 31 Millionen (4,8 Prozent).

Am stärksten ist die Zahl zu dicker Kinder demnach in Ländern mit unterem und mittlerem Einkommen gestiegen. 2014 waren dort 15,5 Millionen Kinder übergewichtig - mehr als doppelt so viele wie 1990 (7,5 Millionen). Fast die Hälfte der zu dicken Kinder lebe in Asien (48 Prozent), ein Viertel in Afrika.

Die Kommission wandte sich mit zahlreichen Empfehlungen direkt an die Staaten. "Ein stärkeres politisches Engagement ist notwendig, um die globale Herausforderung von kindlichem Übergewicht und Fettleibigkeit anzugehen", teilte der Co-Vorsitzende der Kommission, Peter Gluckman, mit. So könnten Standards für Schulessen, eine Zucker-Steuer oder die Beschränkung von Werbung für ungesundes Essen helfen.

Grundlage für die Einstufung ist der Body-Mass-Index (BMI), der sich aus dem Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht errechnet. Adipöse Menschen haben ein erhöhtes Risiko für viele Gesundheitsprobleme.

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