Falsche Kommunikation und unerfüllte Wünsche führen oft in eine Ehekrise. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Falsche Kommunikation und unerfüllte Wünsche führen oft in eine Ehekrise. Foto: Jan-Philipp Strobel

Wege aus der Ehekrise finden: Tipps für Paare

Ehen halten heute länger. Das zeigen aktuelle Scheidungszahlen des Statistischen Bundesamtes. Dennoch kann eine Partnerschaft in eine Krise geraten. Doch das muss nicht das Ende der Beziehung sein.

Wien (dpa/tmn) - Eine glückliche und lange Ehe zu führen - das klingt oft viel einfacher als es ist. Irgendwann streitet das tollste Paar, die Verliebtesten geraten in eine Krise. Das muss aber natürlich nicht gleich zur Trennung führen.

"Ehekrisen entstehen meist nicht, weil wir uns den falschen Partner ausgesucht haben", sagt der Paartherapeut Dominik Borde aus Wien. "Sondern weil wir mit dem Richtigen falsch kommunizieren." Gegenseitige Vorwürfe helfen oft wenig. Besser sei es, mit Humor und Mut zur Veränderung neues Verhalten zu ermöglichen.

Ein häufiger Grund für Ehekrisen sei auch, wenn die gegenseitigen Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden. Aber auch wenn die Lebenspläne weit auseinanderklaffen, es keine gemeinsamen Ziele für die Zukunft gibt oder die Partner sich ständig kritisieren und aneinander herumnörgeln, ist das sehr belastend.

Aber wann ist eine Ehe noch zu retten? "Das unbedingte Aus einer Ehe erkennt man nicht an heftigen Auseinandersetzungen oder "Mir reicht es! Ich mache Schluss!"-Bekundungen", sagt Borde. "Im Streit sind die Parteien besonders eng verbunden und solange der Streit tobt, gibt es eine Chance, ein Paar wieder liebevoll miteinander zu verbinden." Der Experte betont aber auch: Das Glück der Einzelnen steht im Vordergrund. Eine gescheiterte Ehe um jeden Preis aufrechtherhalten zu wollen, biete aus seiner Sicht keinen Mehrwert für ein Ehepaar, sagt Borde. "In diesem Fall sei es für beide Partner besser, sich selbst treuzubleiben und sich zu trennen.

Seit rund zehn Jahren sinkt die Zahl der Scheidungen: Nach neuesten Daten des Statistischen Bundesamts sind 2014 in Deutschland rund 166 200 Ehen geschieden worden, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Den Höchststand verzeichneten die Statistiker in den Jahren 2003 und 2004. Damals wurden fast 214 000 Ehen jährlich geschieden. Aktuell werden 35 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der folgenden 25 Jahre gelöst, wie die Wiesbadener Behörde weiter mitteilte. Die 2014 geschiedenen Ehen hatten durchschnittlich 14 Jahre und 8 Monate gehalten. Auch hier setzte sich ein Trend fort: Ehen halten länger. Vor 20 Jahren gingen Paare, die sich scheiden ließen, im Schnitt schon nach zwölf Jahre Ehe getrennte Wege.

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