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So sehen die neuen Gefahrensymbole aus. Darunter ist auch ein Ausrufezeichen. Es bedeutet etwa: Achtung, das Mittel kann die Augen reizen.

Achtung!

Was das Ausrufezeichen auf dem Putzmittel bedeutet

Neue Regeln für die Warnhinweise: Ab 1. Juni werden Symbole wie das Ausrufezeichen auf Putzmitteln Pflicht. Sie sollen es Verbrauchern leichter machen, Gefahren auf den ersten Blick zu erkennen.

Frankfurt/Main - Es sind nur kleine Zeichen auf der Rückseite einer Flasche, aber sie können Leben retten: Ausrufezeichen auf dem Putzmittel, ein toter Fisch auf einem Spray - es gibt sie schon, aber noch versteht nicht jeder diese Symbole. 

Laut einer Umfrage des Online-Elternforums der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder weiß nur ein Drittel der Befragten Bescheid. Diese Gefahren- oder Warnzeichen waren früher orange. Seit einigen Jahren setzen die Hersteller auf die neuen Symbole. Ab 1. Juni 2015 sind sie Pflicht.

Wofür stehen die Gefahrensymbole?

Sie informieren über Gefahren, die von dem Umgang mit den Produkten ausgehen können, etwa dass sie ätzend, leicht entzündlich oder reizend sind. So kann ein Imprägnierspray für Schuhe ein entzündliches Treibmittel enthalten - ersichtlich an dem Flammensymbol.

Warum werden die Symbole verändert?

Die Vereinten Nationen haben ein System zur Kennzeichnung chemischer Stoffe und Gemische festgelegt. Durch das Global Harmonisierte System (GHS) sollen diese Symbole weltweit vereinheitlicht werden. Darüber hinaus sollen die bisher unterschiedlichen Systeme zur Kennzeichnung beim Transport und der Lagerung einander angenähert werden. Daher werden die neuen Symbole auch eine Rautenform haben - man kennt sie von Zügen oder Transportern, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Was ändert sich?

Bisher gab es quadratische Zeichen mit schwarzen Zeichnungen auf orangefarbenem Grund. Die neuen Piktogramme bleiben zwar schwarz, aber der Hintergrund muss weiß sein, das Ganze rot umrandet werden, erläutert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. Und die Symbole stehen auf einer Spitze. Einige Bilder verändern sich: Es verschwindet das schwarze X für reizende Stoffe oder für Mittel, die gesundheitsgefährlich sind, wenn man sie verschluckt. Dafür gibt es neu ein Ausrufezeichen - es bedeutet zum Beispiel: Achtung, das Mittel kann die Augen reizen.

Die Flamme für entzündliche Mittel und ein Zeichen für ätzende Stoffe mit einer Hand, auf die etwas geschüttet wird, wurden nur leicht überarbeitet. Ein toter Fisch mit Baum steht für Umweltgefahr. Produkte, die einen Totenkopf tragen, darf es in Deutschland nicht frei zugänglich in Regalen geben. Für sie gelten besondere Regelungen, zum Beispiel, dass sie nicht an unter 18-Jährige ausgehändigt werden dürfen.

Wie kann ich sichergehen, dass ich die Risiken richtig verstehe?

Es steht immer auch eine Erläuterung neben den Symbolen, erklärt Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Etwa: "Verursacht Hautreizungen". Und es gibt ein Signalwort: "Gefahr" für höhere Risiken und "Achtung" für niedrigere Risiken.

Ab wann sind die neuen Symbole Pflicht?

Ab dem 1. Juni 2015 müssen die Warnzeichen für Produkte, die mehr als einen Inhaltsstoff haben, verwendet werden. Das trifft auf viele Wasch- und Reinigungsmittel, Lacke, Farben, Kraft- und Klebstoffe zu. Seit 2010 gelten die Gefahrenzeichen bereits für Produkte, die nur einen Inhaltsstoff haben - "also zum Beispiel für reines Soda oder reine Zitronensäure, aber auch für Grillanzünder", erklärt Glassl.

Was, wenn ich noch Produkte im Handel mit den alten Symbolen finde?

"Sie dürfen noch zwei Jahre lang nach dem Fristende verkauft werden", sagt Glassl. Nur was ab dem 1. Juni 2015 produziert wird, muss die neuen Abbildungen tragen.

Service:

Informationen zu den neuen Angaben auf Reinigungsmitteln finden Verbraucher in dem Faltblatt "Neue Angaben auf Packungen von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln", das gemeinsam vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und dem IKW erstellt wurde. Es gibt sie auch zum kostenlosen Herunterladen.

Flyer "Sicher aufwachsen, Kinder vor Vergiftungen schützen" (Pdf)

BAuA zu Kennzeichnung

Faltblatt "Neue Angaben auf Packungen von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln"

Die bunten Flaschen sind verlockend und gefährlich: Trinken Kinder vom Putzmittel, sollten Erwachsene den Mund des Kindes öffnen und versuchen, die Reste herauszuholen. Dazu rät die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn. Das Kind sollte dann vorsichtig etwas Wasser oder Tee trinken, aber keine kohlesäurehaltigen Getränke. Es darf beim Trinken keinen Brechreiz bekommen. Zugleich wird der Notarzt unter 112 gerufen oder das Kind zum nächsten Kinderarzt beziehungsweise in ein Krankenhaus gefahren. Kommen Haut oder Augen in Kontakt mit ätzenden oder reizenden Stoffen, sollten die betroffenen Stellen mindestens 15 Minuten lang mit Wasser gespült werden, rät die Aktion Das Sichere Haus.

dpa

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