Schon steht die Wand: Mit dem Fertighaus sind die eigenen vier Wände schnell errichtet - der Innenausbau braucht dann aber etwas mehr Zeit. Foto: Kai Remmers
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Schon steht die Wand: Mit dem Fertighaus sind die eigenen vier Wände schnell errichtet - der Innenausbau braucht dann aber etwas mehr Zeit. Foto: Kai Remmers

Bauen im Zeitraffer

Mit einem Fertighaus zum Eigenheim

Mit dem Fertighaus kommt man schnell in seine eigenen vier Wände - zumindest der Rohbau entsteht in zwei Tagen. Aber davor steht eine intensive Planung. Denn die Zeiten vorgefertigter Ware von der Stange sind lange vorbei, es gibt viele Entscheidungen zu treffen.

Bad Honnef - In zwei Tagen zum Rohbau des Traumhauses - das ist durchaus möglich. Mit einem Fertighaus. Aber nur, wenn vorher alles gut geplant wurde und hinterher Zeit zum Innenausbau bleibt.

Eins zum anderen: Vorgefertigte Bauteile - wie Fenster und Wandelement - finden in der Werkshalle der Firma Fingerhaus zueinander. Foto: Henning Kaiser

Der Innenausbau läuft wie bei jedem anderen Bauprojekt auch. Es sollten zwei Monate dafür eingeplant werden. Doch die eigentliche Bauphase ist nur die Spitze des Eisberges: Ein blitzschnell hochgezogenes Haus braucht besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung der Arbeiten. Experten rechnen, dass von der Ideenfindung bis zum Einzug in ein Fertighaus daher mindestens ein Jahr vergeht. "Die meisten Fertighäuser kommen heute nicht mehr von der Stange", stellt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef bei Bonn klar. Statt sich ein Haus aus der Musterhausausstellung auszusuchen und entsprechend dem eigenen Bedarf abzuwandeln, werden Fertighäuser individuell geplant. "Es sind Hunderte Entscheidungen zu treffen, von der Größe der Wohnfläche über die verwendeten Materialien bis zur Haustechnik und dem Energiekonzept", sagt der Experte. Bauherren sollten einen Fest- oder Pauschalpreis mit dem Unternehmen vereinbaren, empfiehlt Werner Klein von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Das gibt ihnen Sicherheit, denn sie zahlen nur das, was in der Baubeschreibung steht und an zusätzlichen oder wegfallenden Leistungen vertraglich festgehalten wurde." Was das genau ist, müssen sie recherchieren, denn oft sind wichtige Dinge wie der Keller oder die Bodenplatte nicht im Vertrag enthalten. "Dann sind die Bauherren selbst in der Pflicht, dies zu verhandeln und in vertraglich trockene Tücher zu bringen", betont Klein.

Dämmung im Werk: Bei der Firma Fingerhaus werden die Fertighauswände bereits in der Fabrik wärmegedämmt. Foto: Henning Kaiser

Auch in diesen Fällen empfiehlt er, Keller oder Bodenplatte von der Fertighausfirma errichten zu lassen. "Die planerische Verantwortung dafür, dass alles passt und auch die rechtliche Gewährleistung für das komplette Haus liegen dann in einer Hand." Aber dem Bauherren fallen womöglich noch weitere Aufgaben zu. "Oftmals sind Nebenarbeiten nötig, zum Beispiel das Einholen der Baugenehmigung oder ein Bodengutachten", erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. "Also muss sich der Bauherr selbst darum kümmern oder dafür sorgen, dass sie in den Vertrag aufgenommen werden." Ein unabhängiger Fachmann kann den Vertrag vor dem Unterzeichnen auf solche Punkte klären. "Wichtig ist auch, den Zahlungsplan zu überprüfen", empfiehlt Reinhold-Postina. Fertighausanbieter dürfen von ihren Kunden vor Baubeginn eine Bankbürgschaft oder eine andere Sicherheit über den endgültigen Kaufpreis verlangen - und zwar bis zu 100 Prozent. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor. Dieser begründet das damit, dass Fertighausfirmen mit hohen Summen in Vorleistung gehen, weil sie die Bauteile industriell vorproduzieren. "Auftraggeber, deren Vertrag solche Forderungen enthält, sollten während der Vertragsverhandlungen versuchen, diese Sicherheitsleistungen deutlich zu reduzieren", rät Reinhold-Postina.

Für den Einzug empfiehlt es sich, mit der Firma einen verbindlichen Fertigstellungstermin zu vereinbaren. Das spart wertvolle Zeit. Ohne eine solche Vereinbarung muss sich der Bauherr auf die Versprechungen des Bauunternehmers verlassen und riskiert Verzögerungen.

dpa

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