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Staub ist gar nicht mal eines der größten Probleme bei der Lagerung von Büchern - wichtiger ist zum Beispiel, dass sie nicht zu eng im Regal stehen. Foto: Franziska Gabbert

Bücher wird es immer geben - Pflegetipps für die Bibliothek

Ein Bücherregal kann vieles über seinen Besitzer erzählen: Was er studiert hat, auf welches Genre er steht, welche Probleme ihn umtreiben und in welche Fantasiewelten er sich gerne zurückzieht. Aber die Bände brauchen Pflege, damit sie auch ein Leben lang halten.

Bad Honnef (dpa/tmn) - Auch wenn heute viele E-Books gelesen werden, ein Bücherregal hat so ziemlich jeder zu Hause. Es ist auch ein Prestige-Möbel - hier wird gezeigt, was man so liest. Liebgewonnene, teils alte Exemplare dekorieren auch den Raum.

Aber die Bücher brauchen etwas Pflege und ihre Besitzer Anleitung. Denn die meisten Schäden entstehen nicht durch Staub oder Ungeziefer, sondern durch unsachgemäße Lagerung und Behandlung. "Bücher benötigen Platz", betont Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Tipp 1: Die Bände dürfen nicht zu eng stehen. Sie sollten sich zwar gegenseitig stützen, aber es sollte doch genug Zwischenraum geben, so dass sich die Bücher leicht herausnehmen lassen. Denn die Luft sollte gut zwischen und auch hinter den Bänden zirkulieren können, damit sich keine Feuchtigkeit ansammelt und das womöglich zu Schäden führt, erklärt Geismann. Zu diesem Zweck sollten man die Bücher auch am vorderen Rand des Regalbodens anordnen.

Tipp 2: Nicht im Keller lagern. "Wichtig ist, dass die Luft nicht zu feucht und nicht zu kühl ist", erklärt der Antiquar Knut Ahnert aus Berlin. Die reguläre Zimmertemperatur, die im Wohnbereich wie auch in anderen trockenen Räumen herrscht, ist in Ordnung. "Feuchte Räume wie Keller oder Dachböden sind dagegen Gift für Bücher", betont Ahnert. Denn Nässe dringt in die Bücher ein, Stockflecken und Schimmel sind Folgen. Und: "Wer alte Bücher vom Dachboden kauft, muss darauf achten, dass sich in ihnen keine Bücherwürmer oder andere Schädlinge befinden", sagt Ahnert. Sie könnten die gesamte Bibliothek gefährden.

Tipp 3: Im Winter heizen. Während der kalten Jahreszeit sollten alle Räume, in denen Bücher stehen, beheizt sein - und zwar durchgehend. Auch sonst besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Und: "Verschiedene Pilze bis hin zum echten Hausschwamm können anwachsen", erklärt Michael Römer, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Schädlingsbekämpfer Niedersachsen/Bremen. Auch Bücher- oder Staubläuse setzen der Bibliothek unter Umständen zu. "Normalerweise handelt es sich bei diesen Läusen um Lästlinge, die nicht viel machen", erläutert der Fachmann. "Aber wenn sich sehr viele davon ansiedeln, kommt es zum Schabefraß."

Tipp 4:Abstauben. Bücher, die in normal beheizten Wohnräumen stehen, brauchen im Prinzip nicht viel Pflege. Meist genügt es, sie regelmäßig abzustauben. Eine Vorgabe, wie oft das geschehen soll, gibt es nicht. "Gereinigt werden sollte immer nach Sicht und nicht stur nach Plan", sagt Elke Wieczorek, Bundesgeschäftsführerin des DHB-Netzwerk Haushalt in Bonn. Im Wohnzimmer, wo sich die ganze Familie aufhält, stauben die Bände schneller ein als im weniger frequentierten Arbeits- oder Gästezimmer.

Wertvolle oder liebgewonnene Bücher lassen sich mit einem kleinen Trick vor Staub bewahren: "Ein Blatt Papier wird so zwischen den vorderen und hinteren Einband geklemmt, dass es den oberen Teil des Buches bedeckt", erklärt die Haushaltsexpertin. "Der Staub fällt dann auf das Papier und kann nicht in das Innere des Buches gelangen." Zum Abstauben muss dann lediglich das Papier entfernt und ersetzt werden.

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