Ein Schlafzimmer nicht zum Verstecken, sondern zum Vorzeigen: So inszeniert zum Beispiel Team 7 aktuell seine Möbel für den Ruheraum. Foto: Team 7
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Ein Schlafzimmer nicht zum Verstecken, sondern zum Vorzeigen: So inszeniert zum Beispiel Team 7 aktuell seine Möbel für den Ruheraum. Foto: Team 7
Dicke Polsterungen lassen das Rückenteil des Bettes der Kollektion mySUITEhome von Hülsta wie ein bequemes Sofa wirken. Foto: www.huelsta.de
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Dicke Polsterungen lassen das Rückenteil des Bettes der Kollektion mySUITEhome von Hülsta wie ein bequemes Sofa wirken. Foto: www.huelsta.de
Manche Betten haben nun gebogene Rückenteile - wie beim Purebeds Calm von Schramm Werkstätten. So wird der Kopf des Schlafenden leicht abgeschottet. Foto: Koelnmesse/Thomas Klerx
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Manche Betten haben nun gebogene Rückenteile - wie beim Purebeds Calm von Schramm Werkstätten. So wird der Kopf des Schlafenden leicht abgeschottet. Foto: Koelnmesse/Thomas Klerx
Rund ein Drittel seines Tages verbringt man im Schlafzimmer. Die Möbel darin, gerade das Bett, geraten daher immer stärker in den Fokus der Einrichter. Foto: Swissflex - Recticel Bedding AG
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Rund ein Drittel seines Tages verbringt man im Schlafzimmer. Die Möbel darin, gerade das Bett, geraten daher immer stärker in den Fokus der Einrichter. Foto: Swissflex - Recticel Bedding AG
Gepolstertes Rückenteil, gemütliche Hocker, Kissen und Decken: Das Schlafzimmer, hier eine Inszenierung von Wittmann, wird gemütlicher. Foto: Wittmann
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Gepolstertes Rückenteil, gemütliche Hocker, Kissen und Decken: Das Schlafzimmer, hier eine Inszenierung von Wittmann, wird gemütlicher. Foto: Wittmann

Das zweite Wohnzimmer: Das Schlafzimmer wird Aufenthaltsraum

Die Möbelbranche nimmt sich das Schlafzimmer vor. Aus dem Funktionsraum für die Nacht soll ein Unterhaltungs- und Rückzugsraum werden. Dazu gehören gemütlichere Betten mit verbesserter Sitzfunktion, dekorative Möbel und technische Spielereien.

Köln (dpa/tmn) - Bei vielen ist es ein kühler, dezent eingerichteter Raum. Im Schlafzimmer liegt der Fokus eben - auf dem Schlafen. Das soll sich jetzt aber ändern, finden zumindest die Möbelhersteller. Auf der Kölner Möbelmesse im Januar war diese Neuausrichtung erstmals zu sehen.

"Das Schlafzimmer ist zu schade zum Verschlafen", fasst Markus Majerus, Sprecher der IMM Cologne, das Ansinnen der Designer zusammen. "Es wird mehr zum Wohnraum." Er erklärt: "Das Bewusstsein für guten Schlaf hört nun nicht mehr bei einer guten Matratze auf." Stattdessen machen sich die Unternehmen Gedanken, wie die Zeit vor und nach dem Einschlafen im Bett bequemer wird.

Gute Nachttisch- und Leseleuchten sowie gepolsterte Kopfteile zum Anlehnen stehen schon länger im Fokus. Doch jetzt beziehen die Unternehmen die Rückenteile noch dicker mit gemütlichen Lagen und im Stil von Sofas. Man sitzt aufrechter und damit besser. Und die Beleuchtung wird ausgefeilter.

Auch die übliche Unterhaltungselektronik findet immer mehr Platz und Anschlussmöglichkeiten im Schlafzimmer. Aus Sideboards lassen sich Fernseher ausfahren, Nachttische haben Docking-Stations und integrierte Steckdosen für Handys.

Warum all das? Den Menschen wird nicht nur immer klarer, wie wichtig guter Schlaf in einer angenehmen Umgebung ist. Viele sind sich auch bewusst, dass sie rund ein Drittel des Tages im Schlafzimmer verbringen, urteilen die Trendexperten der Koelnmesse. Sie behaupten sogar: Heute zieht man sich auch gerne mal mit Freunden dahin zurück, verbringt dort die Zeit wie im Wohnzimmer. Das verändere natürlich das Aussehen des Raumes.

Einher geht das mit einem Wandel bei den Betten: Einen anhaltenden Hype erleben die hohen, oft als besonders gemütlich geltenden Polsterbetten, bekannt unter dem Markennamen Boxspring. Zwar könne die Branche noch nicht absehen, wie sehr diese Bettenvariante sich durchsetzen wird, sagt Claudia Wieland vom Fachverband Matratzen-Industrie. "Diejenigen, die sie selbst im Angebot haben, glauben aber, dass sich der Anteil bei 30 Prozent einpendeln wird."

Die Hersteller üblicher Betten ziehen nach: Sie produzieren nun selbst die Polsterbetten, sagen Wieland und Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbel-Industrie übereinstimmend. Oder die herkömmlichen Kastenbetten werden höher. Denn nach Ansicht der Expertinnen sind Boxspringvarianten auch deshalb so beliebt, weil ihre Einstiegshöhe so bequem ist.

Zum Thema Gemütlichkeit passt, dass einige neue Betten, die Hersteller auf der IMM Cologne vorstellten, nun gebogene Kopfteile haben. So ragen die Seitenenden etwas in Richtung Kissen nach vorne und schotten den Kopf des Schlafenden ab.

Aber auch die Möbel werden "wohnlicher", wie es die Branche gerne ausdrückt. Es gibt vermehrt Regalsysteme für Dekorationen, teils beleuchtet, was im Schlafzimmer bisher nicht üblich war. Und: Sessel oder gar Sofas finden nun Platz in diesem Zimmer. Dafür verschwinden vermehrt die rein praktischen Teile des Raumes: Die Fertigbaubranche meldete 2015, dass 15 Prozent der Neubauten einen begehbaren Kleiderschrank haben, berichtet Geismann. Wuchtige Schränke im eigentlichen Schlafzimmer braucht man dann nicht mehr.

Doch die Frage ist, ob sich dieser Wohntrend durchsetzen kann. Schönere, durchdachte Möbel kommen natürlich immer an. Aber für viele soll das Schlafzimmer doch bewusst Schlafzimmer bleiben: "Ich glaube eben nicht, dass man sich mit Gästen ins Bett legt, um dort zu reden oder einen Film zu schauen", sagt selbst Branchensprecherin Geismann. "Außerdem kann man im Sinne des Feng Shui viele Dekorationen in dem Raum gar nicht empfehlen." So verhilft weniger Schnickschnack im Raum eher zu gutem Schlaf. Auch Matratzenexpertin Wieland ist skeptisch: "Ein Bett ist halt kein Sofa, das jeder, der zu Besuch kommt, sieht und in das man daher gerne mehr investiert."

Tipps zum Matratzenkauf

Infos der DGM zu Schlafzimmermöbeln

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