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Pfui - was macht der kleine Nager in der Kaffeekanne? Foto: Hendrik Schmidt

Lockmittel für Mäuse im Haus: Frischkäse, Rosinen und Nüsse

Mäuse im Haus sind eine beunruhigende Vorstellung. Aber wie wird man sie los? Fallen und Gift sind effektiv, aber gehen nicht gegen die Ursache des Befalls vor. Denn meist ist der Mensch daran schuld. Er bietet den Mäusen Futter an.

Berlin (dpa/tmn) - Mäuse im Haus sind nichts Niedliches. Die Nagetiere vermehren sich massenhaft, verunreinigen Lebensmittel und können Krankheiten und Parasiten übertragen. Außerdem nagen sie zum Beispiel an Elektrokabeln und Isolierungen des Hauses - und das kann einen teuren Schaden bedeuten.

Woher weiß ich, dass eine Maus im Haus ist?

Die scheuen Tiere zeigen sich selten. Meist findet man Kot, Tritt- und Nagespuren. "Und wenn man Anzeichen hat, dass da eine ist, sind meist auch mehrere da", sagt Julian Heiermann, Zoologe beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Wie bekämpfe ich die Tiere?

Für einen leichten Befall eignen sich Schlagfallen. Gute Köder sind Brot, Walnussstücke, Rosinen und Frischkäse, erklärt der Verbraucherinformationsdienst aid. Die Experten betont aber, es sollte keine Falltypen zum Einsatz kommen, die den Tieren unnötiges Leid zufügen - also solche, die die Tiere ertränken oder erwürgen sowie Leimfallen. Und Lebendfallen sollten nur erfahrene Fänger nutzen, die in der Lage sind, die flinken Tiere zu entnehmen und berechtigt sind, Wirbeltiere zu töten.

Was ist mit Giftködern?

Hauptsächlich enthalten diese laut aid Blutgerinnungsmittel, sogenannten Rodentizide. Die Tiere verbluten dann innerlich. Auch für den Menschen und andere Tiere wie die Hauskatzen und Hunde sind diese Mittel giftig. Der aid rät aber, Chemikalien gegen die Tiere nicht eigenständig einzusetzen. Denn es gibt bereits Regionen, in denen Mäuse wie auch Ratten resistent gegen bestimmte Wirkstoffe sind. Um das nicht weiter zu verbreiten, sollte ein professioneller Schädlingsbekämpfer zurate gezogen werden. Das Problem mit allen Bekämpfungsmethoden ist auch, dass die Tiere schlau sind. Sie stellen sich auf veränderte Situationen ein, suchen sich neue Plätze und meiden Köder und Fallen.

Darf ich die Tiere überhaupt bekämpfen?

Viele Tiere stehen unter dem Schutz der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Ein Beispiel ist der Maulwurf im Garten oder die Waldmaus. Für sie braucht man eine Sondergenehmigung. Ausgenommen ist aber die Hausmaus, botanisch auch Mus musculus genannt, erklärt das Umweltbundesamt.

Gibt es tierfreundliche Lösungen?

Ja. Und Zoologe Heiermann vom Nabu sagt sogar: "Sie einfach wegzufangen, ist nicht wirklich die Lösung. Man muss auch die Ursachen bekämpfen." Mäuse kommen ins Haus, weil es ihnen im Winter draußen zu kalt ist, und vor allem weil der Mensch ihnen Futter anbietet. Daher rät der Experte zur Bekämpfung, den Tieren die Nahrung zu entziehen. "Mäuse beißen sich durch fast alles, auch Plastik", erklärt Heiermann. Aber Glas- und Metallboxen schaffen sie nicht. Damit einher geht natürlich, die Schlupfmöglichkeiten ins Haus zu verschließen.

Allerdings schränkt der Zoologe ein: In Altbauten gibt es oft zu viele Eingänge, etwa durch Durchbrüche für Leitungen. Im Winter, wenn die Mäuse Schutz vor der Kälte brauchen, kommen sie hier so oder so in den Keller. "Hier und da ein Käfer oder eine Spinne reicht ihnen schon". Fehlt allerdings weiteres Futter, hält sich die Plage in Grenzen: "Mäuse vermehren sich proportional zum Nahrungsangebot", sagt Heiermann. Und häufig verschwinden die Tiere im Frühjahr wieder ins Freie.

Geräte, die Schall, Ultraschall oder elektronische Felder erzeugen und damit die Tiere vertreiben sollen, sind laut dem aid wirkungslos. Katzen verhindern eventuell, dass sich Mäuse ansiedeln, aber sie schaffen es eigentlich nicht, diese zu vertreiben oder auszurotten.

Service:

Der aid-Ratgeber " Ratten und Hausmäuse - Sachgerechte Nagetierbekämpfung" mit der Bestell-Nummer 1517 kann für 2,50 Euro zuzüglich Versandgebühren bestellt werden.

aid zu Hausmäusen

Umweltbundesamt zur Rechtslage

Umweltbundesamt-Ratgeber "Nagetierbekämpfung mit Antikoagulanzien"

Flyer des Julius-Kühn-Instituts

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