Eine Vielzahl von Blüten in gleicher Farbe sind ein besonderer Hingucker im Garten. Das erfordert aber vor der Gartensaison etwas Planung. Foto: GMH/BVE
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Eine Vielzahl von Blüten in gleicher Farbe sind ein besonderer Hingucker im Garten. Das erfordert aber vor der Gartensaison etwas Planung. Foto: GMH/BVE

Gärtnern nach Farben - Winterzeit ist Planungszeit

Ganz in Blau, ganz in Gelb oder ganz in Weiß: Gärten, deren Pflanzen nur in einer Farbe erblühen, haben eine ganz besondere Anziehung. Doch praktisch ist das schwierig umzusetzen. Daher raten Profis Hobbygärtnern, auf Farbfamilien zu setzen.

Berlin (dpa/tmn) - Während der Winterzeit hat der Hobbygärtner naturgemäß wenig im Garten zu tun. Diese Zeit lässt sich nutzen, um die nächste Gartensaison zu planen. Wie wäre es im kommenden Frühjahr mit einem Farbgarten, dessen Blüten in einer gemeinsamen Farbe blühen?

Beliebtes Vorbild ist der weiße Garten von Sissinghurst Castle in England. Denn viele Gärtner lieben weiße Blüten, sie wirken edel, sagt Andre Stade, Mitglied im Bund deutscher Staudengärtner.

Doch es fällt vielen Gärtnern schwer, einen komplett einfarbigen Garten anzulegen - was auch daran liegen könnte, dass die Suche nach ausreichend passenden Pflanzen in einer Farbe mühevoll sein kann. So sieht man etwa rein gelbe Gärten selten, sagt Stade. Hier kann Weiß als Kombinationsfarbe ins Spiel kommen - eine häufige Variante.

Und Rot findet man oft zusammen mit Gelb und Orange. Diese Farben wirken warm, und sie können sogar Hitze vermitteln, findet August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten- und Landschaftsbau (BGL). Kräftige Farbtöne wie Blutrot kommen vor allem bei intensiver Sonneneinstrahlung und daher im Sommer oder Spätsommer gut zur Geltung. Das gilt übrigens auch für purpurfarbene Gärten.

Ansonsten gilt grundsätzlich: Man macht sich nicht auf die Suche nach nur einem Ton einer Farbe, sondern nutzt viele Nuancen einer Farbfamilie - so zählen zum Spektrum eines gelben Gartens Töne von Zitronengelb über Goldgelb bis Safrangelb. Die Gestaltung eines rein orangefarbenen Gartens findet Stade eher schwierig, "weil es nicht so viele Sorten gibt, mit denen man ein Beet kreieren kann". Sieben bis zehn verschiedene Pflanzen sollten es schon sein. Stade empfiehlt auch hier die Kombination mit Rot und Gelb.

Wer es verspielt mag, für den ist Rosa gut. Stade setzt rosafarbene Blüten am liebsten neben violette. "Rein rosa würde natürlich auch gehen." Wählt man Pink als Schwerpunktfarbe, sollten Kontraste mit hellen Rosatönen geschaffen werden, erklärt der Staudengärtner. Und auch Violett wirkt besser in Kombination, denn "nur Violett ist ein bisschen duster." Mit Weiß oder Hellblau kommt es gut zur Wirkung. Nichts falsch machen kann man nach Stades Meinung mit Blau. Es sei die perfekte Blütenfarbe, gerade Hell- und Dunkelblau passen gut zusammen. "Ich verwende Blau gerne, weil es frisch wirkt."

Auch Forster setzt grundsätzlich eher auf Kombinationen als auf streng monochrome Gärten. Eine Möglichkeit sind Farbwechsel im Laufe der Jahreszeiten. "So beginnt man im Frühjahr gerne mit frischen, aber nicht schreiend gelben Tönen." Forster assoziiert damit Ostern und die Wiedergeburt der Pflanzen nach dem Winter. Es folgen dann im Übergang blaue, rosa und weiße Farbtöne, später kräftigere Rottöne.

Die Landschaftsarchitektin Anja Maubach aus Wuppertal empfiehlt aber, sich bei der Wahl nicht zu sehr an Expertentipps zu orientieren, sondern seiner Freude an Farben zu folgen. "Die Farbe sagt auch etwas über den Charakter des Gärtners aus", sagt Maubach. "Wenn man Freude am Gärtnern entwickelt, ist es wie beim Kochen. Irgendwann kann man improvisieren."

Aber der Hobbygärtner sollte bei der Planung beachten, wann sich welche Blüten zeigen. Standort- und Lichtverhältnisse müssen passen, und auch die Wuchshöhen tragen entscheidend zum Bild eines Farbgartens bei. Wichtig zu wissen: Die Lage entscheidet auch über die Wahl der Farbintensität. In eher schattigen oder halbschattigen Lagen im Garten sollte man eher zarte Farben wählen, damit es nicht zu grell wirkt, findet Forster. Das würde auch nicht der Natur entsprechen.

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