Gruselhaus von Oberföhring
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Die Stadt München verkauft eine Immobilie mit Haken: Im Erdgeschoss des Hauses in Oberföhring werden Tote aufgebahrt.
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Die Stadt München verkauft eine Immobilie mit Haken: Im Erdgeschoss des Hauses in Oberföhring werden Tote aufgebahrt.

Stadt verkauft es für mindestens 670.000 Euro

Das Gruselhaus von Oberföhring

München - Die Stadt München verkauft ein hübsches Haus an der Muspillistraße 8 in Oberföhring. Doch die Immobilie hat einen Haken, der manchen gruseln dürfte.

Direkt am Oberföhringer Friedhof St. Lorenz rottet ein leerstehendes Haus vor sich hin. Die Bewohner sind vor über zehn Jahren verstorben, jetzt will die Stadt München die Bleibe verkaufen. Auf den ersten Blick eine attraktive Immobilie – und auch noch zu einem räsonablen Preis: 670 000 Euro will die Stadt als Mindestgebot für das ruhig gelegene Häuserl mit 470 Quadratmeter Grund. Perfekt? Naja – da gibt es einen Haken: Im Erdgeschoss nächtigt manchmal der Tod.

Das Gruselhaus an der Muspillistraße 8 hat eine Besonderheit, die deutschlandweit einzigartig sein dürfte: Wer am Friedhof St. Lorenz beigesetzt wird, kann nämlich auf Wunsch der Angehörigen eine Nacht im Sarg aufgebahrt werden – und zwar im Erdgeschoss des verlassenen Hauses. Das sei schon immer so gewesen, erklärt Friedhofswärter Hannes Rothbauer (80) dem Münchner Merkur. Und das wird auch nicht geändert. Zwei kleine Räume sind für diese Prozedur eingerichtet, auf etwa 35 Quadratmetern. Hier ist alles sauber und intakt – im Gegensatz zum Rest des Hauses. Da müssten die Neubesitzer schon gut 700 000 Euro Sanierungskosten reinstecken. Nicht zu vergessen: Ohne die zwei Räume im Erdgeschoss – da bleiben die Toten!

Immerhin kümmert sich um eben jene Hannes Rothbauer. Jeden Tag. Denn er wohnt in Sichtweite des verlassenen Hauses, auf der anderen Seite des Friedhofes. Die einstigen Besitzer kannte er gut – die Familie Gigerenzer. Rosemarie war gar Flamenco-Tänzerin. Dass unten Tote lagen, während sie oben ihre Tanzschritte probte, störte die Künstlerin nie. Sie sei stets lebensfroh, gesellig und gesprächig gewesen, erzählt der Friedhofswärter.

Rothbauer sieht das Geheimnis des Gruselhauses eh nicht so dramatisch: Es käme sowieso nur etwa zwölf bis 14 Mal pro Jahr vor, dass die Angehörigen eines Verstorbenen darum bitten, den Toten eine Nacht im Erdgeschoss der Muspillistraße 8 aufzubahren, bevor die Beisetzung auf dem Friedhof stattfindet. Die Wohnung und der Aufbahrungsraum haben jeweils einen eigenen Eingang. Davon, dass hier etwa einmal im Monat ein Verstorbener über Nacht liegt, bekäme ein neuer Bewohner kaum etwas mit, so meint Rothbauer, „außer, dass der Bestattungswagen kurz vorfährt“. Ginge es nach ihm, würde er Interessenten des Hauses ermutigen, es zu kaufen. „Leben und Tod gehören doch zusammen. Das ist alles halb so wild“, sagt er.

Der Zustand oberhalb des Todesraumes ist es schon: wild. Tapeten hängen von der Wand, es schimmelt, Böden und Mauern sind feucht, Metallstangen stützen die Decke im Erdgeschoss. Doch wer über die finanziellen Mittel verfügt, könnte sich hier ein nettes Heim restaurieren – nicht allzu weit entfernt von einem der teuersten Villenviertel Münchens an der Mauerkircherstraße. Bis vergangenen Montag konnte man ein schriftliches Gebot im Kommunalreferat einreichen.

Ob es schon einen Interessenten oder Käufer gibt, behält die Stadt noch für sich. Eins steht fest: Wer nachts leicht Angst bekommt, der sollte von diesem Haus unbedingt die Finger lassen.

Hüseyin Ince

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