Neue Erkenntnisse bringen wieder Bewegung in den Woolrec-Skandal.
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Neue Erkenntnisse bringen wieder Bewegung in den Woolrec-Skandal.

hr-Bericht

Gefährliche Faser-Produkte in Häusern verbaut

Die umstrittene Faser-Firma Woolrec ist seit fast drei Jahren geschlossen. Der Streit um mögliche Gefahren geht aber weiter - und bekommt nach einem Fernsehbericht einen neuen Schub.

Krebserzeugendes Material: Produkte der früheren Mineralfaserfirma Woolrec sollen in Wohnhäuser eingebaut worden sein. Das geht aus Recherchen des Hessischen Rundfunks (hr) hervor.

Zwischen 2004 und 2012 seien Millionen Ziegelsteine mit dem krebserzeugenden Material Woolit der Firma verbaut worden. Dieses soll zudem mit Schwermetallen belastet sein, da Abfälle aus der Emaille-Produktion untergemischt worden seien.

Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums ließ das Regierungspräsidium Gießen zwischen den Jahren 2004 und 2012 diverse Gutachten anfertigen, "welche die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Woolit in der Ziegelproduktion bestätigt haben".

Die ARD hatte am Montagabend (27. Juli) eine hr-Dokumentation zu dem Thema ausgestrahlt. Woolrec, das seinen Sitz im mittelhessischen Braunfels hatte, lieferte demnach das aus recycelten Fasern hergestellte Produkt an vier Ziegeleien in Deutschland. Damit sollten die Steine stabiler werden. Die belasteten Ziegel seien europaweit verkauft und verbaut worden.

Das zuständige Gießener Regierungspräsidium (RP) erklärte am Dienstag, es sei bekanntgewesen, dass Woolrec die Ziegelindustrie beliefere. Im Frühjahr 2012 hätten sich dann Anhaltspunkte ergeben, dass sich das Unternehmen bei der Produktion von Woolit nicht an die im sogenannten Produktanerkennungsbescheid vorgegebene Rezeptur gehalten habe. Das RP habe umgehend die Abgabe des nicht vorschriftsmäßig hergestellten Produktes an die Industrie untersagt.

Woolrec war nach langem Streit um eine mögliche Schadstoffbelastung im Herbst 2012 geschlossen worden. Anwohner sorgten sich um ihre Gesundheit und warfen dem RP Untätigkeit vor, was die Behörde zurückwies. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Gutachter, der das Faserprodukt für unbedenklich erklärt haben soll, Anklage erhoben.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Gutachten im Jahr 2004 habe für die Behörde kein Anlass bestanden, an der Seriosität des Gutachters zu zweifeln, heißt es in der Mitteilung des Umweltministeriums. "Zwischenzeitlich sind eben diese Fragen Bestandteil einer strafrechtlichen Untersuchung durch das Landgericht Gießen, von der sich Umweltministerin Priska Hinz eine Klärung über die Aussagekraft der besagten Gutachten erhofft."

dpa

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