IG-BAU-Chef Feiger: "Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen".
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IG-BAU-Chef Feiger: "Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen".

Platz für Familien

IG BAU schlägt staatliche Umzugsprämie für Senioren vor

Berlin - Senioren in Ballungsräumen sollen nach Vorstellungen der IG BAU bis zu 5000 Euro staatliche Umzugsprämie für den Wechsel in kleinere Wohnungen bekommen.

Für 5000 Euro sollen Senioren aus einer großen Wohnung ausziehen und so Platz schaffen für Familien - mit diesem Vorschlag hat Robert Feiger, Bundesvorsitzender der IG BAU, am Donnerstag für Diskussionsstoff gesorgt. In der „Bild“-Zeitung sagte Feiger, der Staat solle Senioren 5000 Euro zahlen, damit sie Umzugshelfer, Makler und Renovierungskosten finanzieren können. Bei sozialen Institutionen in Bayern stößt der Vorstoß auf Skepsis.

Senioren nicht Schuld an Wohnungsmangel

Problematisch an dem Vorschlag sei, dass er die Verantwortung für das Wohnungsproblem in Großstädten auf die Senioren schiebt, sagte Dieter Rosner, kommissarischer Leiter des Seniorenamtes Nürnberg. Dass es zu wenig bezahlbaren Wohnraum für bestimmte Zielgruppen - etwa Familien oder Menschen mit geringem Einkommen - gibt, sei jedoch ein generelles Problem. Da dürfe nicht der Eindruck entstehen, als würden Senioren Wohnungen besetzen, auf die sie keinen Anspruch hätten.

Lieber in gewohntem Umfeld bleiben 

Zu wenig interessante Wohnungsalternativen für Ältere in ihrer gewohnten Umgebung nennt auch Norbert Huber, Geschäftsführer der Münchner Caritas, als einen der Gründe, weshalb eine Umzugsprämie wohl nur wenig Wirkung zeigen würde. „Allein in München stehen 17 000 Wohnungen leer, die die Eigentümer nicht vermieten wollen“, sagte Huber. Hier müsse angesetzt werden.

Den Mangel an günstigen Kleinwohnungen führt auch Ulrike Maschner an. Die Präsidentin und zugleich Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK sagt der „Bild“, es müsse dafür gesorgt werden, dass es ausreichend „preiswerte Wohnungen im selben Stadtteil“ für die Senioren gibt.

Älteren Menschen sei es wichtig, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben, sagte auch Amtsleiter Rosner. Verbände und Sozialverwaltung unterstützten Senioren genau dabei, möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben zu können. Zudem sei die Miete in kleinen Wohnungen heute oft höher als die, die Senioren in den großen Wohnungen zahlen.

Senioren nicht unter Druck setzen

Senioren dürfen sich Rosner zufolge nicht unter Druck gesetzt fühlen, ausziehen zu müssen. Sollte ein älterer Mieter aber freiwillig in eine kleinere Wohnung ziehen wollen, dann sei es sicher sinnvoll, ihn bei Wohnungssuche und Umzug zu unterstützen.

Caritas-Chef Huber glaubt, dass 5000 Euro als Anreiz für einen Umzug nicht ausreichten. Für ältere Menschen bedeute ein Wohnungswechsel einfach eine zu große Anstrengung. Wohnungssuche, Umzug, andere Umgebung, Verhandlungen mit dem alten und dem neuen Vermieter - das schrecke Senioren ab. Wenn es eine Agentur gäbe, die das alles übernehmen würde, könnte das Senioren eher zum Umziehen bewegen.

dpa

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