Plastiktüten, auch kompostierbare, belasten die Umwelt. Besser, man nimmt einen Stoffbeutel mit zum Einkaufen. Foto: Daniel Reinhardt
+
Plastiktüten, auch kompostierbare, belasten die Umwelt. Besser, man nimmt einen Stoffbeutel mit zum Einkaufen.

Kompostierbare Plastiktüten sind keine echte Alternative

Manches ist zu einfach, um wahr zu sein. So verhält es sich mit sogenannten kompostierbaren Plastiktüten. Zu diesen greifen Verbraucher gerne an der Supermarktkasse und haben ein gutes Gewissen. Doch deren Öko-Bilanz ist gar nicht so gut.

Berlin - Plastiktüte schlecht, Papiertüte gut? So einfach ist es für Verbraucher nicht, eine umweltfreundliche Alternative zu finden:

Papier:Auch Papiertüten sind ein Einwegprodukt und daher nicht besonders ökologisch, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Allerdings wird Papier in Deutschland über einen geregelten Recyclingkreislauf entsorgt - ein Vorteil dieser Alternative.

Kompostierbares Plastik: Das ist noch keine Lösung. Auch wenn die Ökobilanz der kompostierbaren Alternativen aus Cellulose und Stärke besser ausfällt, enthalten sie auch einen geringen Anteil sogenannter einfacher Polymere, erklärt der BUND. Sie bleiben im Kompost als gefährliche Kleinstbestandteile zurück. Aber es gibt noch ein Problem: Die Alternativen sind von anderen Plastikprodukten kaum zu unterschieden. Landet diese Tüte im Biomüll, wird sie dort von den Kompostieranlagen oder auch von den biologischen Verwertungsanlagen aussortiert als Störstoff. Landet das Material wiederum im Gelben Sack, wird er den Stoffkreislauf in der Verpackungsmüllsammlung stören, weil die Tüte eben nicht aus einem klassischen Kunststoff besteht.

Mehrwegtüten: Das Material von Mehrwegtüten ist dicker als das von solchen, die nur einmal oder nur wenige Male verwendet werden. Aber auch hier gibt es ein Problem im Alltag: Mehrwegtüten sind nicht leicht von den üblichen Plastiktüten zu unterscheiden, der Handel muss diese also explizit ausweisen, oder der Kunde muss ausdrücklich danach fragen.

Stofftaschen:Dazu raten Experten - Rucksack, Korb und die Stofftüte sind die besten Alternativen. Aber: Darin sollten das Obst und Gemüse unverpackt transportiert werden, betont das Umweltbundesamt. Für Brot und Brötchen bieten sich daher zum Beispiel waschbare Stoffbeutel an, für Früchte ein stabiler Korb.

Service:

Das Umweltbundesamt gibt in seiner Broschüre "Abfälle im Haushalt - Vermeiden, Trennen, Verwerten" Tipps zum Umgang mit Müll. Sie kann kostenlos heruntergeladen werden.

dpa/tmn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Recycling-Gesetz: Elektroschrott per Post abgeben

Der zu schwache Föhn, der ausgediente DVD-Player oder das alte Handy: Im Alltag gibt es ständig Elektro-Geräte, die entsorgt werden sollen. Dabei muss der Handel nun …
Recycling-Gesetz: Elektroschrott per Post abgeben

Welche Rechte Mieter haben: Defekte oder fehlende Badewanne

In der eigenen Badewanne Kapitän sein und mit den Quietscheenten schwimmen - das wünscht sich mancher Mieter. Ein Recht auf eine Wanne haben sie allerdings meist nur, …
Welche Rechte Mieter haben: Defekte oder fehlende Badewanne

Gladiolen: Thripse lassen Blüte verkrüppeln

Sie sind klein, aber können großen Schaden anrichten. Thripse sind sehr kleine Insekten und können mit ihrem Befall für eine Verkrüpplung der Blüte der Gladiole sorgen. …
Gladiolen: Thripse lassen Blüte verkrüppeln

Es dem Einbrecher schwermachen: Haustüren nachrüsten

Die Zahl der Einbrüche in Privathäuser und Wohnungen ist 2015 stark angestiegen. Das verunsichert. Wie kann ich mein Eigenheim vor Einbrechern schützen? Vor allem …
Es dem Einbrecher schwermachen: Haustüren nachrüsten

Kommentare