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Rot sehen sollten Hausbesitzer auf dem Energieausweis eher nicht, wenn sie ihre Immobilie gewinnbringend verkaufen wollen.

Aktuelle Makler-Studie

Energiesanierung zahlt sich beim Verkauf kaum aus

Nürnberg - Wohnungen und Häuser verkaufen sich nur, wenn sie energietechnisch auf dem neuesten Stand sind - glauben viele Besitzer. Geht es dann an den Verkauf, bleiben sie oft auf den Kosten sitzen.

Immobilienbesitzer, die ihre Wohnung oder ihr Haus vorteilhafter verkaufen wollen, investieren oft in eine gründliche Energiesanierung. Doch die erhoffte Wertsteigerung geht damit nicht unbedingt einher - jedenfalls nicht in den Augen der potentiellen Käufer. Denn geht es an den Verkauf, bleiben die Verkäufer oft auf den Kosten für die Energiesanierung sitzen.

Eine Makler-Umfrage des Immobilienportals Immowelt lässt erkennen, dass immer weniger Makler Immobilienbesitzern zur Energiesanierung raten, für die der Verkaufspreis im Vordergrund steht. Nur noch 49 Prozent der befragten Makler gingen davon aus, dass der erzielte Gewinn bei einem energiesanierten Gebäude höher ausfällt als bei einer Immobilie, die nicht auf dem energietechnisch neuesten Stand ist. Noch 2013 rieten 55 Prozent der Makler zur Energiesanierung, 2010 warne es sogar 60 Prozent.

Die EnEV macht Energiesanierung zur Pflicht

Dennoch ist die Investition in eine bessere Dämmung und ein effizientes Heizungssystem sinnvoll. Denn am 1. Mai 2014 ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten, die Eigentümer zum Handeln verpflichtet.

Sie gilt für Gebäude mit normalen bis niedrigen Innentemperaturen (zwischen 12 Celsius und 19 Grad Celsius) sowie Wohnhäuser und schreibt unter anderem vor, dass Hausbesitzer von vor 1985 eingebauten Öl- und Gasheizungen diese bis 2015 austauschen müssen. Zudem ist für alle Immobilien ein Energieausweis mit detaillierten Angaben zum Energieverbrauchswert Pflicht.

Makler setzen auf punktuelles Sanieren der Schwachstellen

Was die befragten Makler in der Umfrage raten, könnte man als "punktuelles Beheben von Schwachstellen" auffassen: 72 Prozent der Makler empfahlen den Immobilienbesitzern eine Dachdämmung, über die Hälfte (55 Prozent) die Installation einer Brennwertzeitung. Eine Kellerdämmung hält mit 34 Prozent jedoch kaum ein Makler für empfehlenswert. Doch auch was ein generelles Abraten von Sanierungsarbeiten anbelangt, sind Makler laut der Umfrage eher vorsichtig: Nur 18 Prozent halten eine Renovierung nach aktuellen Energiestandards für unwichtig - und bei diesen sind Immobilienbesitzer mit Blick auf die gesetzliche Lage nur bedingt gut beraten.

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