Luxussanierung des Hauses Jägerstraße 48 als Stadtpalais "Belles Etages" in Berlin Mitte am Gendarmenmarkt.
+
Luxussanierung des Hauses Jägerstraße 48 als Stadtpalais "Belles Etages" in Berlin Mitte am Gendarmenmarkt.

Teures Wohnen

Mieterbund fordert baldige Reform gegen "Luxussanierungen"

Berlin - Erst kommen die Handwerker, dann die saftige Mieterhöhung: Noch immer machten Eigentümer mit „Luxussanierungen“ Kasse, kritisiert der Mieterbund - und dringt auf die angekündigte Gesetzesänderung.

Der Deutsche Mieterbund erhöht den Druck im Kampf gegen sogenannte Luxussanierungen. „Die Lage hat sich nicht verbessert“, sagte Direktor Lukas Siebenkotten der Deutschen Presse-Agentur. Noch immer gebe es in Groß- und Unistädten Fälle, in denen die Miete nach einer Sanierung das Doppelte oder mehr betrage.

Die Bundesregierung will im zweiten Teil ihrer Mietrechtsreform Obergrenzen dafür festlegen. Wann der Gesetzentwurf fertig ist, ist offen. Die Gespräche liefen noch, hieß es im Bundesjustizministerium. „Es wird höchste Eisenbahn“, warnte Siebenkotten mit Blick auf das Ende der Wahlperiode im Herbst 2017.

„Eine Luxussanierung ist es dann, wenn es sich um eine sehr teure Sanierung handelt, die oft der bisherige Mieter überhaupt nicht bezahlen kann“, erläuterte der Mietervertreter. Bisher ist es so: Vermieter können jährlich 11 Prozent der Investitionskosten auf die Miete umlegen. „Das kann eine Mieterhöhung bedeuten von 80, 90 oder gar 100 Prozent.“ Manche Eigentümer griffen gezielt zur „Luxussanierung“, um Mieter loszuwerden und die Wohnungen zu verkaufen.

"Wir brauchen eine Obergrenze"

„Am Schlimmsten ist es da, wo ohnehin schon der größte Wohnungsnachfragedruck herrscht“, sagte Siebenkotten und verwies auf dieboomenden Metropolen Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main sowie eine Reihe von Universitätsstädten.

„Wir brauchen eine Obergrenze, zum Beispiel, dass die bisherige Miete auf keinen Fall um mehr als 50 Prozent erhöht werden darf“, forderte Siebenkotten. Das sehen auch Grundlinien des Bundesjustizministeriums zur Mietrechtsreform vom November vor. Zudem sollen Vermieter demnach jährlich nur noch acht Prozent der Kosten auf die Miete umlegen können - im Koalitionsvertrag von Union und SPD waren zehn Prozent vorgesehen. Widerstand kommt daher nicht nur aus der Immobilienwirtschaft sondern auch von der CDU.

„Aus unserer Sicht wäre das ein deutlicher Fortschritt“, kommentierte dagegen Siebenkotten die Ziele des Ministeriums. Er forderte aber weitere Änderungen. „Es muss in Zukunft derjenige belohnt werden, der es schafft, mit einem möglichst geringen Mitteleinsatz eine möglichst hohe Energieeffizienzsteigerung hinzubekommen.“

dpa

Auch interessant

Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel

Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel

Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel
Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat
Fischkochbuch vom Starnberger See

Fischkochbuch vom Starnberger See

Fischkochbuch vom Starnberger See
Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland

Meistgelesene Artikel

Grillsaison: Fettflecken vorbehandeln

Spritzer direkt vom Grill sind im Sommer keine Seltenheit. Wer helle Kleidung und Tischdecken wieder sauber haben will, sollte auf Vorbehandlung setzen - zum Beispiel …
Grillsaison: Fettflecken vorbehandeln

Rost-Fahrräder in den Straßen: Endstation Schrottplatz?

Viele tausend Fahrräder müssen jedes Jahr von Gittern und Pfeilern entfernt werden, weil ihre Eigentümer sie auch nach Wochen und Monaten nicht abholen. Der Schrottplatz …
Rost-Fahrräder in den Straßen: Endstation Schrottplatz?

Nach der Ernte: Johannisbeeren schneiden

Für viele Früchte im Garten hat die Erntezeit begonnen. Auch die Johannisbeeren sollten bald genießbar sein. Ist der Strauch abgeerntet, ist die Arbeit jedoch noch nicht …
Nach der Ernte: Johannisbeeren schneiden

Köstliche Sex-Beschwerde im Treppenhaus: "... warum die Frau solche Schmerzen hat"

Berlin - Da hat es ein Pärchen wohl etwas zu wild getrieben: Eine skurrile Sex-Beschwerde im Treppenhaus sorgt im Netz für Schmunzeln.
Köstliche Sex-Beschwerde im Treppenhaus: "... warum die Frau solche Schmerzen hat"

Kommentare