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Teures Pflaster: Die Immobilienpreise in München und im Umland sind erneut gestiegen. Seit 2010 verteuerten sich Eigentumswohnungen zum Teil um 60 Prozent.

Alle Preise aufgeschlüsselt

So teuer sind Immobilien im Münchner Speckgürtel

München - Der Preisanstieg hält an. In München wurden zuletzt für eine  Eigentumswohnung im Schnitt 5000 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Auch im Umland kennen die Immobilien-Preise nur eine Richtung: steil nach oben.

In München und im Umland sind zuletzt die Mieten, aber auch die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen erneut gestiegen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Immobilienverbandes Deutschland Süd (IVD) hervor. Eine Trendwende sei bis auf weiteres nicht abzusehen, schreibt der Immobilienverband. Noch höhere Einwohnerzahlen werden in Zukunft für noch teurere Preise sorgen, glauben die Immobilienmakler. Sie müssten mittlerweile Kunden abweisen, weil sie kaum über Angebote verfügen. „Bis 2030 erwarten wir ein Bevölkerungswachstum von zehn Prozent in München und Umland“, sagt Immobilienexperte Stephan Kippes vom IVD Süd.

Eigentumswohnung

Mittlerweile wurde eine „Schallmauer“ durchbrochen, so Kippes. „Zum ersten Mal kosteten Ende 2015 Eigentumswohnungen in München im Schnitt mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter.“ Starnberg folgt auf Rang zwei mit 4350 Euro. Der recht hohe Preis in Starnberg erkläre sich durch das geringe Angebot. „Dort gibt es viele Naturschutzgebiete, die nicht bebaut werden können“, so Kippes. Vergleichsweise günstig sind Eigentumswohnungen in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) mit 2250 pro Quadratmeter und Petershausen (Kreis Dachau) mit 2500 pro Quadratmeter.

Doppelhaushälfte

Der Wert von Doppelhaushälften steigt ebenfalls seit Jahren konstant – in München zum Beispiel zuletzt um 2,8 Prozent. Knapp dahinter liegt Starnberg mit einer Wertsteigerung von 2,5 Prozent. Am höchsten waren die Steigerungsraten in Dachau mit plus 7,7 Prozent und Erding mit plus 4,8 Prozent.

Im Fünf-Jahres-Vergleich fällt die Verteuerung noch deutlicher aus: Der Preis für Doppelhaushälften stieg in Starnberg seit 2010 um satte 45 Prozent. Derzeit zahlt man dort für Neubauten in Bestlage üppige 1,07 Millionen Euro. Diese Wertsteigerung kann in der Region nur der Wert von Eigentumswohnungen im Münchner Stadtgebiet toppen: Wer 2010 gekauft hat, konnte 2015 mit einem etwa 60-prozentigem Gewinn verkaufen.

Einfamilienhäuser

Freistehende Einfamilienhäuser steigerten auch ihren Wert. Derzeit bezahlt man im Münchner Stadtgebiet durchschnittlich 1,23 Millionen Euro (Herbst 2015: 1,2 Millionen Euro). Nur Starnberg ist teurer. Dort kosten die Häuser 1,49 Millionen Euro – der Topwert (Herbst 2015: 1,4 Millionen Euro). Am vergleichsweise günstigsten kommt man in Petershausen (Kreis Dachau) davon. Hier zahlt man für Einfamilienhäuser in guter Qualität durchschnittlich 310 000 Euro (Herbst 2015: 305 000 Euro) – also deutlich weniger als ein Viertel des Kaufpreises in Starnberg. Das günstigste Preisniveau im Münchner Umlandes wies zuletzt die Stadt Ebersberg auf. Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Einfamilienhaus lag hier bei 580 000 Euro und für eine Doppelhaushälfte bei 500 000 Euro. Mit plus 6,4 Prozent und plus 5,9 Prozent verteuerten sich die Hauspreise in Starnberg und Freising am stärksten.

Mietpreise

Auch der Mietzins steigt weiter. Hier führen München und Starnberg erneut das Preisniveau an. Aktuell liegt der Mietpreis je Quadratmeter im Schnitt bei 14,70 Euro in München, in Starnberg bei 15,30 Euro. Ein halbes Jahr vor der Erhebung lagen diese Preise noch rund 20 bis 30 Cent niedriger. Im Umland zahlt man die niedrigste Miete in Geretsried (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen). Dort kostet der Quadratmeter 7,60 Euro, also etwa halb so viel wie in München. Die stärksten Mietsteigerungen meldeten die Kreisstädte Fürstenfeldbruck (plus 6,0 Prozent), Erding (plus 3,8 Prozent) und Ebersberg (plus 2,1 Prozent).

Weiterhin gilt: Je weiter man sich von München entfernt, desto günstiger werden die Immobilienpreise. Hier spielt der S-Bahn-Anschluss eine große Rolle. Vereinfacht gesagt: Wo es keine S-Bahn- oder Zugverbindung gibt, herrscht eine geringere Nachfrage bei Immobilien. Eine Ausnahme ist laut Kippes Holzkirchen (Kreis Miesbach): „Obwohl dort die Bayerische Oberlandbahn und die S-Bahn fahren, sind die Preise für Immobilien deutlich günstiger.“ Der Mietzins beträgt dort günstige 9 Euro je Quadratmeter. Einfamilienhäuser sind durchschnittlich für 690 000 Euro zu haben.

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Hüseyin Ince

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