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Orangen aus dem eigenen Garten - das klappt auch in Deutschland. Aber im Winter brauchen die empfindlichen Zitrusgewächse Schutz vor der Kälte. Foto: Andrea Warnecke

Winterlager: Wie Zitruspflanzen im Haus überleben

Hamburg (dpa/tmn) - Zitruspflanzen im Topf sind beliebt für Balkon und Terrasse. Im Winter aber halten die sonnenverwöhnten Gewächse es dort nicht aus. Im Haus müssen Hobbygärtner für ideale Bedingungen sorgen, um sie durch den Winter zu bekommen.

Zitruspflanzen wirken in den Gärtnereien noch sehr exotisch. Schließlich liegt ihr Ursprung in Ostasien. Über Persien und Kleinasien fanden sie schließlich den Weg in den Mittelmeerraum, wo man sie auch erwarten würde. Aber wie sieht es in Deutschland aus? Hier sind sie ebenfalls beliebte Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse. Doch in der kalten Jahreszeit wird es dann schwierig.

"Die Pflanzen sind nicht winterhart", erklärt Peter Klock, Baumschulgärtner aus Hamburg. Sobald anhaltend kaltes Wetter um null Grad auftritt, müssen die Pflanzen ins Haus geholt werden. Einige Formen sind sogar noch etwas empfindlicher. Die Ugli, eine Kreuzung aus Mandarine und Grapefruit oder Pampelmuse, und die Zitronatzitronen-Sorte 'Buddhas Hand' sowie Limetten müssen bereits bei Temperaturen um die zehn Grad ins Winterlager.

"Der optimale Standort ist ein belichteter, frostfreier Raum", erklärt der Buchautor. Dort kommt der Stoffwechsel der Zitruspflanzen zur Ruhe. So benötigen sie kaum Wasser und keinen Dünger. Bei einer Überwinterung in wärmeren Räumen ist das anders: Je höher die Temperaturen, desto mehr Licht brauchen die immergrünen Pflanzen.

Lichtmangel erkennt man am Neuaustrieb. "Pflanzen mit Lichtmangel haben oft sogenannte Geiltriebe - sehr lange Triebe mit großen Abständen zwischen den einzelnen Blattpaaren", erklärt Maria Sansoni-Köchel, Gartenbau-Ingenieurin aus Au in der Hallertau in Bayern. Die Blüte ist spärlich, oder sie fällt sogar aus.

Wachsen Zitruspflanzen im Winter weiter, brauchen sie regelmäßig Wasser und einmal pro Monat Dünger, erklärt Sansoni-Köchel. Staunässe ist zu vermeiden, da sonst die feinen Wurzeln zerstört werden. Eine Bodenprobe zeigt an, wann Wasser gebraucht wird: Nur wenn laut Klock die oberen fünf bis sechs Zentimeter trocken sind, wird gegossen. Sansoni-Köchel empfiehlt kalkhaltiges Wasser.

Um die empfindlichen Pflanzen zu düngen, rät Klock zu einem ausgewogenen Präparat, das vor allem Stickstoff und Kalium sowie Phosphor und Spurenelemente enthält. "Man kann auch einen Langzeitdünger verwenden", sagt Sansoni-Köchel. Damit vermeide man eine Überdosierung.

Wer Zitronen, Kumquat, Orangen und Co. durch den Winter bringen will, muss auch an die Lüftung denken. "Wenn der Luftaustausch im Raum gering ist, treten häufig Pilzinfektionen auf", erklärt Klock. Meist handelt es sich um Botrytis mit einem gräulichen Schimmelbelag an den Verzweigungen oder den Blüten. Klock empfiehlt daher den Rückschnitt nach dem Umzug ins Winterlager. Das verringere die Gefahr von Infektionen, den Wuchs zu langer Triebe und spart gleichzeitig Platz. Man umgeht auf diese Weise auch die Gefahr eines Astbruchs wegen zu schwerer Früchte.

Nicht nur mit dem Winter, auch mit Insekten haben Zitruspflanzen zu kämpfen. Schildläuse plagen die Pflanzen. Die Läuse sitzen in den Blattachseln oder entlang der großen Blattnerven. Zur Bekämpfung empfiehlt Klock ein Blattglanzspray. Gute Erfolge erzielt man auch mit Neemöl. Vorsicht ist dagegen bei Pflanzenschutzmittel auf Basis von Dimethoat geboten. Diese können laut dem Experten dazu führen, dass die Gehölze ihre Blätter abwerfen.

Wer Zitruspflanzen kein Winterquartier bieten kann, sollte auf die Dreiblättrige Orange (Poncirus trifoliata) zurückgreifen. Werden die Pflanzen ausgepflanzt und in jungen Jahren über den Winter mit Laub und Strohmatten geschützt, erreichen sie im Alter eine Frosthärte von bis zu minus 25 Grad. Im Kübel allerdings sollte auch diese laubabwerfende Art besser hell und kühl überwintern, erläutert Gartenbau-Ingenieurin Maria Sansoni-Köchel.

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