Der "Bell Table" von Sebastian Herkner für ClassiCon hat einen Fuß aus farbig-transparentem Glas, der einen Metallkörper trägt. Foto: Classicon/www.classicon.com
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Der "Bell Table" von Sebastian Herkner für ClassiCon hat einen Fuß aus farbig-transparentem Glas, der einen Metallkörper trägt. Foto: Classicon/www.classicon.com
Die Verfärbungen an diesem Kupfer-Spiegel sind gewollt. "Iridescent Copper" nennt das Designerduo Besau-Marguerre dieses Werk für die "Stilwerk Limited Edition Design Gallery". Foto: Silke Zander
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Die Verfärbungen an diesem Kupfer-Spiegel sind gewollt. "Iridescent Copper" nennt das Designerduo Besau-Marguerre dieses Werk für die "Stilwerk Limited Edition Design Gallery". Foto: Silke Zander
Bei den Leuchten "CL16" und "Cl25" des Designers David Derksen ist das Kupfer facettenartig gebogen. Dadurch entstehen unterschiedliche Spiegelungen. Foto: David Derksen Design
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Bei den Leuchten "CL16" und "Cl25" des Designers David Derksen ist das Kupfer facettenartig gebogen. Dadurch entstehen unterschiedliche Spiegelungen. Foto: David Derksen Design
Schlichte Eleganz: Die Kupferleuchte "North" des Labels e15 verströmt atmosphärisches Licht. Foto: e15/Ingmar Kurth
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Schlichte Eleganz: Die Kupferleuchte "North" des Labels e15 verströmt atmosphärisches Licht. Foto: e15/Ingmar Kurth
Kupfer-Look passt auch an die Wand. Die Tapete aus der "Cuvée prestige"-Kollektion der Marburger Tapetenfabrik ist ein Blickfang. Foto: Marburger Tapetenfabrik
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Kupfer-Look passt auch an die Wand. Die Tapete aus der "Cuvée prestige"-Kollektion der Marburger Tapetenfabrik ist ein Blickfang. Foto: Marburger Tapetenfabrik
Auch auf dem Tisch macht sich Kupfer gut, wie der Kerzenleuchter "Reflection" der dänischen Designerinnen Hanne Dalsgaard und Christina Halskov für die Firma Stelton beweist. Foto: Stelton
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Auch auf dem Tisch macht sich Kupfer gut, wie der Kerzenleuchter "Reflection" der dänischen Designerinnen Hanne Dalsgaard und Christina Halskov für die Firma Stelton beweist. Foto: Stelton
Auch für Stoffe greifen Designer gerne zu Kupfer. Der Stoff "Cinema" von Nya Nordiska ist mit einer hauchdünnen Metallfolie versehen. Foto: Nya Nordiska
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Auch für Stoffe greifen Designer gerne zu Kupfer. Der Stoff "Cinema" von Nya Nordiska ist mit einer hauchdünnen Metallfolie versehen. Foto: Nya Nordiska

Wohnen mit rötlich-warmem Glanz: Kupfer gibt den Ton an

Hamburg (dpa/tmn) - Ob Leuchten, Möbel, Accessoires oder Dekostoffe - Wohnobjekte aus Kupfer liegen im Trend. Der warme Farbton passt zu der gerade aktuellen Strömung, dem Zuhause wieder einen kuscheligen Wohlfühl-Charakter zu verpassen.

Kupfer ist ein relativ weiches Metall und leicht formbar. Außerdem ist es zäh. Zwei Eigenschaften, die das Schwermetall für Designer interessant machen. Und das nicht erst seit heute: Da Kupfer leicht zu verarbeiten ist, verwendeten es bereits die ältesten bekannten Kulturen vor rund 10 000 Jahren. So wurden zum Beispiel die ersten Spiegel aus diesem Metall hergestellt. So ist denn auch das Symbol für Kupfer in der Alchemie das Venussymbol: ein stilisierter Spiegel, gleichermaßen das Symbol für die Göttin und den Planeten Venus.

Archaische Wurzeln

Auf diesen archaischen Wurzeln basiert das Objekt Iridescent Copper des Hamburger Designerduos Besau-Marguerre für die Stilwerk Limited Edition Design Gallery. Mit ihrem Spiegel erproben die Kreativen die Möglichkeiten natürlicher Verfärbungsprozesse von Kupfer.

Die physikalische Reaktion des Materials mit Wärme und oxidierenden Gasen wie Sauerstoff führt zu schillernden Verfärbungen. Abhängig von der Höhe und Dauer der Temperatur sowie von der Menge der Luftzufuhr entstehen verschiedene Farben von Gelb über Pink bis zu Blau. Iridescent Copper ist Spiegel und Wandablage zugleich: die Form des Kreises wird durch das rechtwinklige Umklappen eines Teils der Fläche am unteren Ende gebrochen.

Auch für das Frankfurter Label e15 experimentierten Marcel Besau und Eva Marguerre mit Kupfer. Die als Boden- und Tischleuchte erhältliche North verströmt atmosphärisches Licht und wirkt dabei ebenso skulptural wie schlicht. Reduziert auf einen kreisförmigen Körper, deutet North Mondphasen an, indem die Leuchte ihr Aussehen je nach Perspektive des Betrachters verändert.

Gerade für Leuchten ist Kupfer ideal, weil das blanke Metall das Strahlen der Lichtquelle vervielfacht. So zum Beispiel bei den Copper Lights, die der niederländische Designer David Derksen entworfen hat und die von Vij5 produziert werden. Dünnes Kupferblech wird facettenartig gebogen, und so wird auch die Umgebung in den drei unterschiedlich geformten Lampenschirmen reflektiert.

Auf den Tisch bringen die dänischen Designerinnen Hanne Dalsgaard und Christina Halskov das Material. Für das traditionsreiche dänische Unternehmen Stelton, das Haushaltsgegenstände und Geschirr herstellt, entwarfen die beiden das Tablett sowie die Vase Tangle und die Kerzenleuchter Reflection aus dem rötlich schimmernden Metall.

"Seit vielen Jahren haben Designer eine klare Präferenz für Edelstahl und Aluminium, Kupfer und Messing galten als ein bisschen 'old-fashioned'", sagt Christina Halskov. "Aber in den letzten Jahren hat es eine positive Wandlung gegeben, und Kupfer erlebt ein Revival. Wahrscheinlich ist dies ein Effekt des Retro-Trends, wo sich Menschen wieder mehr auf warme Materialien fokussieren."

Im Möbelbereich setzt der Copper Bell Table von Sebastian Herkner für ClassiCon Maßstäbe. Er stellt den gewohnten Umgang mit Materialien auf den Kopf: Der Tischfuß aus farbig-transparentem Glas trägt einen Metallkörper und verhilft dem an sich schweren Material zu schwebender Leichtigkeit. Jeder Tisch ist handgefertigt, weshalb kleinere Bläschen oder Unebenheiten ein typisches Merkmal sind.

Ebenso unregelmäßig und ursprünglich wirkt der Stoff Cinema von Nya Nordiska. Das weiche, füllige Wollmischgewebe, das einseitig mit einer hauchdünnen Metallfolie versehen wurde, lässt unter der dünnen Folie die grobe Wollstruktur noch erahnen und erinnert an getriebenes Metall. Es entsteht ein dekorativer Stoff, einerseits angenehm warm, andererseits metallisch kühl.

Und auch für die Wand gibt es den passenden Kupfer-Look: Inspiriert von französischen Weinbauern, die ihre Spitzenprodukte als Cuvée Prestige bezeichnen, hat die Marburger Tapetenfabrik eine Kollektion unter gleichem Namen vorgestellt. Das Spiel der wie Reliefs gemusterten Oberflächen, unter anderem in dem typischen Kupfer-Rot, ist ein Blickfang.

"Der warme Ton des Kupfers ist als Trendfarbe nicht neu, aber dennoch ungebrochen aktuell", sagt Dieter Langer, Kreativchef der Marburger Tapetenfabrik. Interieuraccessoires und Dekoelemente in allen Varianten, Mode, Schmuck und Beautyprodukte im warmen Ton des rötlichen Metalls erfreuten sich größter Beliebtheit. "Schließlich ist Kupfer in der Symbolik der Venus zugeordnet, und die steht bekanntermaßen für Schönheit, Kreativität und Lebensfreude."

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