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Möchte neben der Büroarbeit möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen: Dietlind von Plettenberg mit einigen ihrer neuen Schützlingen im Garten der Kindertagesstätte St. Kilian in Bad Heilbrunn. 

St. Kilian

Dem Ruf der Berge gefolgt

Bad Heilbrunn - Dietlind von Plettenberg ist die neue Leiterin des Heilbrunner Kindergartens. Große Veränderungen will die 44-Jährige nicht vornehmen. Ein paar neue Ansätze hat sie aber im Gepäck, zum Beispiel die sogenannte Tiergestützte Pädagogik.

Zehn Kindertagesstätten hatte Dietlind von Plettenberg bei ihrem letzten Job in Trier unter sich. Bei so viel Verwaltungsarbeit blieb keine Zeit fürs Erziehen. Das soll sich nun ändern: „Ich möchte wieder möglichst viel mit Kindern arbeiten“, betont von Plettenberg, die seit letzter Woche die katholische Kindertagesstätte St. Kilian leitet.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sich von Plettenberg auf die Stelle in Bad Heilbrunn beworben hatte. „Die Berge haben gerufen“, sagt die 44-Jährige und lacht. Die Region kennt sie bereits: Zwischen 1993 und 2001 hat sie in der Kinder- und Jugendfachklinik Hochried in Murnau als Erzieherin gearbeitet und war in dieser Zeit regelmäßig beim Bergwandern, Skifahren und Tourengehen in Lenggries unterwegs.

Zweitjüngste von neun Geschwistern

 Auch als sie von 2001 bis 2014 in Landsberg am Lech den Kindergarten Heilig Kreuz leitete, zog es sie immer wieder in die Berge. „Ich liebe die Natur“, sagt von Plettenberg, die im Sauerland geboren und aufgewachsen ist – als Zweitjüngste von neun Geschwistern. „Ich habe fünf Schwestern und vier Brüder“, verrät von Plettenberg.

Der Kinderreichtum ihres Elternhauses ist aber nicht der Grund, weshalb sie Erzieherin geworden ist. „Ich weiß schon seit meinem zehnten Lebensjahr, dass das mein Beruf ist. Warum das so ist, kann ich gar nicht genau sagen.“

Vom Konzept, dem Team und der Atmosphäre im Heilbrunner Kindergarten zeigt sich von Plettenberg nach der ersten Arbeitswoche sehr angetan, weshalb sie grundsätzlich nichts ändern will. „Warum etwas umwerfen, das sich bewährt hat?“ Trotzdem hat die neue Chefin schon ein paar Ideen im Kopf, wie sie den einen oder anderen neuen Impuls setzen könnte. Stichwort: Tiergestützte Pädagogik.

Konkret könnte dieser Ansatz so aussehen, dass von Plettenberg in regelmäßigen Abständen ihren speziell ausgebildeten Hund Salin mit in den Kindergarten bringt, wo der Rüde die Mädchen und Buben zum Beispiel zu mehr Bewegung animieren soll – sei es in Form von ganz normalen Spaziergängen oder der Frage, ob man als Kind über die gleichen Hindernisse springen kann wie ein Hund.

So eine Tiergestützte Pädagogik kommt nicht nur Kindern mit speziellem Förderbedarf zugute, da ist sich von Plettenberg sicher. Damit anfangen möchte die Erzieherin aber nicht vor 2017, weil sie sich erst richtig einarbeiten möchte, ehe sie etwas Neues einführt.

Kooperation mit Seniorenheim

Anders verhält es sich mit der geplanten Kooperation mit dem Heilbrunner Seniorenheim „Zum Jaud“. Angedacht ist, dass die Kindergartenkinder ab und zu die älteren Herrschaften besuchen und für sie singen, zum Beispiel bei Anlässen wie Sankt Martin. Im Gegenzug soll die anfallende Wäsche der Kindertagsstätte dort gereinigt werden.

Als ausgebildete Spieltherapeutin könnte die 44-Jährige bei Bedarf auch ganz gezielt mit einzelnen Buben oder Mädchen arbeiten. Scheidungskinder zum Beispiel sollen dann in Rollenspielen lernen, die Trennung ihrer Eltern und die damit verbundenen Ängste besser zu verarbeiten.

Ganz allgemein ist es das Ziel der 44-Jährigen, gemeinsam mit den Kindern die Welt zu entdecken und mit ihnen den Alltag zu teilen – mit allen freudigen und traurigen Dingen, die dazu gehören. „Ich freue mich auf die Arbeit.“

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