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Beim Startschuss dabei: Vertreter von Behörden, Verbänden, lokalen Aktionsgruppen und der neuen Anbietergemeinschaft vor dem Bernwieser-Hof in Bad Heilbrunn.

„Bauernhof- und Landurlaub Bayerisches Alpenland“

Land-Gastgeber Hand in Hand

Bad Heilbrunn – Das Projekt kam nur langsam voran. Doch nun sind die Zuschüsse bewilligt. Die neue Anbietergemeinschaft „Bauernhof- und Landurlaub Bayerisches Alpenland“ erhält aus dem EU-Programm Leader 114.000 Euro.

Die beteiligten Stellen trafen sich kürzlich zur Übergabe des Förderbescheids in Bernwies bei Bad Heilbrunn. Mit den Mitteln will man erreichen, dass die Gastgeber professioneller auftreten. So können sie auch dem härter werdenden Konkurrenzdruck standhalten.

Vier Bauernhof- und Landurlaub-Anbietergemeinschaften haben sich heuer zu einer zusammengeschlossen. Das Gebiet erstreckt sich vom Ammersee bis zur Zugspitze bis hinüber zum Tegernsee. Rund 250 Betriebe sitzen nun in einem Boot. Mit der Verschmelzung will man schlagkräftiger werden und letztlich erreichen, dass bei den Betrieben mehr hängen bleibt. „Jeder für sich hat auf Dauer keine Chance“, fasste Bäuerin Andrea Bernöcker (Agatharied) zusammen.

Um etwas bewegen zu können, bedarf es finanzieller Mittel. So kam die Idee auf, über das Leader-Förderprogramm Gelder zu beantragen. Die Formalitäten sind nun erledigt, das Projekt „Professionalisierung Bauernhof- und Landurlaub im Bayerischen Alpenland“ kann starten. Die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Auerbergland-Pfaffenwinkel, Ammersee, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Zugspitzregion arbeiten dabei gebietsübergreifend zusammen. Es geht also darum, dass sich die Gastgeber professioneller am Markt positionieren. Die Gelder sollen in die Werbung und in Qualifizierungsmaßnahmen für die Betriebe fließen. Auch Lehrfahrten sind geplant. Im November fahren die Anbieter zum Beispiel in den Bayerischen Wald. Auch Personalkosten sind zu zahlen. Sylvia Neumeier ist Leiterin der Geschäftsstelle in Peiting. Diese ist drei Tage pro Woche geöffnet. Neumeier ist gerade dabei, alle Mitglieder zu erfassen. Akquise zu betreiben, gehört auch zu ihren Aufgaben. „Denn unser Verein soll ja wachsen.“

Andernorts gibt es schon länger groräumige Strukturen: im Chiemgau etwa oder auch im Allgäu. Das dortige Konstrukt heißt „Mir Allgäuer“. „Dieser Zusammenschluss wurde zu einem Markenzeichen für das Allgäu“, betonte Bruno Bernhard vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten. Abgesehen davon zeigte er sich überzeugt: „Die Krise am Milchmarkt verdonnert die Landwirte geradezu dazu, sich zu diversifizieren“, also sich weitere Standbeine zu suchen.

Gerda Walser, Vorsitzende der neuen Anbietergemeinschaft und auch des Landesverbands, zeigte sich zuversichtlich. In fünf Jahren werde die Verschmelzung „nicht mehr nur auf dem Papier stehen“. Die Gastgeber werden ihrer Prognose nach eine unternehmerische Haltung entwickeln, über Investitionen nachdenken, ein zielgruppenorientiertes Angebot vorhalten und auf Qualität achten.

Landwirt Sepp Bernwieser hat es so formuliert: „Man muss immer am Ball bleiben, man kann nicht 30 Jahre lang nichts tun.“ Die Bernwiesers bieten beispielsweise abseits großer Straßen fünf Ferienwohnungen an. Auf ihrem Naturland-Biobetrieb betreiben sie Fleckviehhaltung zur Milch- und Fleischgewinnung. 

Roland Lory

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