+
In der Marktstraße laufen die Aufbauarbeiten für den Christkindlmarkt. Im Vorfeld gibt es Misstöne.

Konkurrenz direkt vor der Nase

Ärger um „Käse-Ecke“ auf dem Christkindlmarkt

Bad Tölz - Erstmals gibt es auf dem Christkindlmarkt heuer zwei Käsestände – und die sind ausgerechnet direkt nebeneinander platziert. Standbetreiber Josef Fritz macht der Stadt als Veranstalter deshalb schwere Vorwürfe.

In der Marktstraße sind schon die Aufbauarbeiten zu beobachten: Der Tölzer Christkindlmarkt öffnet am Freitag, 25. November, seine Pforten. Im Vorfeld stören allerdings die ersten Misstöne den vorweihnachtlichen Frieden: Standbetreiber Josef Fritz ist sauer auf den neuen Veranstalter, die Tourist-Info. Denn der Marktplan sieht vor, dass der neue, zweite Käsestand auf dem Markt ausgerechnet direkt gegenüber von Fritz’ Verkaufsplatz aufgebaut wird – der ebenfalls Käse anbietet.

„Warum muss man genau gegenüber einen Stand platzieren, der das gleiche Sortiment hat wie wir?“, fragt sich Fritz. „So etwas macht man nicht. Das bringt nur Unfrieden rein“, kritisiert er und spricht von einer „dilettantischen Planung“. Besonders wurmt ihn, dass die Aussteller erst zehn Arbeitstage vor Marktbeginn den Hüttenplan zu Gesicht bekommen hätten.

Für seine Familie – er führt den Käsestand zusammen mit seiner Frau Claudia – habe der Christkindlmarkt wirtschaftlich gesehen existenzielle Bedeutung. Er verweist darauf, dass er „ein alter Tölzer“ und der Käsestand seit 15 Jahren auf dem Markt etabliert sei. Dass er seine Verkaufsfläche auf die Hälfte reduzieren musste, habe er noch geschluckt. Nun aber fühle er sich auf den Arm genommen. Zwei Käsestände nebeneinander: Das widerspreche dem gesunden Menschenverstand.

Eine Änderung der Standplätze sei allerdings nicht mehr möglich, erklärt TI-Chefin Brita Hohenreiter. „Wir können die Stände nicht einfach wahllos auf der Marktstraße verteilen“, sagt sie. „Die Hütten haben unterschiedliche Anforderungen, was Strom und Wasser betrifft. Außerdem müssen Fluchtwege und feuerpolizeiliche Anordnungen eingehalten werden.“ Nicht zuletzt sei bereits ein Prospekt mit einem Lageplan gedruckt.

Zustande gekommen sei die Konstellation der benachbarten Käsestände so: Die Betreiberin des neuen Käsestandes, Susanne Hofmann, habe gebeten, ihren Stand aus logistischen Gründen in unmittelbarer Nähe ihres Geschäfts an der Marktstraße anzusiedeln. Genau dort hat aber seit Jahren auch Familie Fritz ihren Stand. „Diese Nachbarschaft hat sich bislang offenbar auch nicht konterkariert“, sagt Hohenreiter. In der TI habe man die Konstellation als „nicht schlimm“ betrachtet. „Dann haben wir halt eine Art Käse-Ecke.“

Auch Susanne Hofmann sieht darin kein Problem. „Jeder von uns hat sein eigenes Konzept, wir kommen uns nicht in die Quere“, glaubt sie. „Ich sehe das eher als Ergänzung und Bereicherung. Auf dem Viktualienmarkt sind auch alle Käsehändler in einer Ecke.“

Die Kurdirektorin räumt ein, dass die TI mit der Vorstellung des Lageplans „spät dran“ gewesen sei. „Der Verzug lag daran, dass der Verkauf der Hütten erst so spät unter Dach und Fach war.“ Wie berichtet hat die Stadt die Hütten dem bisherigen Veranstalter „Aktive Tölzer“ abgekauft.

Keinesfalls habe die Anordnung der Stände ihren Hintergrund in eventuellen „persönlichen Animositäten“, betont Hohenreiter. Umgekehrt stellt Josef Fritz klar, dass seine Kritik nichts damit zu tun habe, dass die Stadt die Markt-Organisation den von seiner Frau geführten „Aktiven Tölzern“ entzogen hat. „In dieser Hinsicht hege ich keinen Groll“, sagt er. „Wir sind froh, dass wir dadurch in der Familie weniger Arbeit haben.“

Noch einen weiteren Kritikpunkt trägt Fritz jedoch vor: „Die Standgebühr ist 25 Prozent höher als im letzten Jahr.“ Dies komme daher, dass die Stadt den Markt im Gegensatz zu den „Aktiven Tölzern“ nicht ehrenamtlich organisiere, dass der Hüttenkauf über die Jahre umgelegt werde und dass die Stadt komplett neue Werbemittel erstellt habe, antwortet Hohenreiter. „Die Stadt wird mit dem Markt aber nichts verdienen.“

Mehr zum Thema

Auch interessant

<center>Bayerische Hausberge</center>

Bayerische Hausberge

Bayerische Hausberge
<center>Süße Weihnachtsbäckerei</center>

Süße Weihnachtsbäckerei

Süße Weihnachtsbäckerei
<center>Fächer "Liebestaumel"</center>

Fächer "Liebestaumel"

Fächer "Liebestaumel"
<center>Gackerl im Gläschen</center>

Gackerl im Gläschen

Gackerl im Gläschen

Meistgelesene Artikel

Termine des Tages: Das steht an am Donnerstag

Termine des Tages: Das steht an am Donnerstag

Brauneck-Vergewaltiger: „Wir dachten, wir haben ihn“

Lenggries - DNA wie Fingerabdrücke sind unverwechselbare und eindeutige Hinweise in einem Kriminalfall. Der Brauneck-Täter hat zahlreiche DNA-Spuren hinterlassen. Kein …
Brauneck-Vergewaltiger: „Wir dachten, wir haben ihn“

„An der Isar macht  jeder, was er will“

Bad Tölz – Die gute Nachricht: Zwei Drittel des Fischbestands in Bayern sind „akzeptabel“, sagte der Fischereibiologe Michael Schubert kürzlich beim Tölzer …
„An der Isar macht  jeder, was er will“

Kommentare