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Für zehn Jahre ehrenamtliches Engagement wurde Annelis Amberger (Mi.) von Ursula Stiegler (li.) und Ellen Wagner von der Kontaktstelle Alt und Selbständig ausgezeichnet. 

Annelis Amberger hält die grauen Zellen fit

Bad Tölz – Ein regelmäßig trainierter Geist bleibt länger fit. Das erhöht die Lebensqualität, auch die Herausforderungen des Alltags im Alter sind leichter zu bewältigen. Um den Geist rege zu halten, bietet Annelis Amberger seit zehn Jahren ein Gedächtnistraining für Senioren an.

Dafür wurde sie nun von der Caritas-Kontaktstelle Alt und Selbständig geehrt. „Mir schlottern die Knie“, sagte Amberger, als sie den Blumenstrauß und den Restaurantgutschein entgegennahm. Die Freude war ihr deutlich anzusehen.

Je zwölf Senioren betreut sie im Gedächtnistraining, das sie alle zwei Wochen vormittags und nachmittags anbietet. Die Fluktuation unter den Kursteilnehmern ist gering, die Warteliste gut gefüllt. „Den Leuten gefällt’s einfach“, sagt Ursula Stiegler. „Annelis bindet die Fähigkeiten aller Personen mit ein.“

Die Ausbildung zur Gedächtnistrainerin absolvierte die 81-Jährige nach ihrer Pensionierung im Münchner Bildungswerk. Zuvor hatte sie als Sekretärin im evangelischen Beratungszentrum in München gearbeitet. Auf die Frage, was sie dazu bewegt hat, ein Training für Senioren anzubieten, antwortet die Tölzerin: „Die eigene Befürchtung, dass mein Gedächtnis einrostet. In der Gruppe fällt die Schulung einfacher“, sagt Amberger. „Ich habe mich in dieser Richtung schon immer engagiert“, erzählt die Gedächtnistrainerin. Sie ist eine der Mitbegründerinnen der Alzheimer Gesellschaft München. Seit 30 Jahren setzt sich die Organisation für Patienten und deren Familien ein. Auch Ambergers Mutter erkrankte an Demenz.

Nach der Ehrung geht’s direkt los mit dem Training. Heute gibt es eine neue Teilnehmerin. Für die Schnupperstunde muss der Neuzugang noch nichts bezahlen. Danach fallen pro eineinhalb Stunden Gedächtnistraining 2,50 Euro an. „Aber das machen wir beim nächsten Mal, wir wollen keine Zeit mehr verlieren.“, sagt Amberger. Sie beginnt mit der ersten Übung „Ich geb’ euch ein Wort, und ihr sagt mir das Gegenteil dazu.“ Auf „hoch“ ertönt sofort „tief“, auf „lustig“ folgt „traurig“. Danach geht es um Zungenbrecher: „Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei Schwalben“ – das ist eine echte Herausforderung. Auch schriftliche Aufgaben und Bewegungsübungen stehen auf dem Programm. Abwechslung sei bei der Schulung des Gehirns besonders wichtig. Wie der Rest des Körpers sollte es in Bewegung gehalten werden.

Das alles kommt bei den Teilnehmern richtig gut an. „Wir wissen nicht, ob es ohne Training bei uns genauso gut wäre, wie es heute ist“, sind sich Christl Schneider, Charlotte Heiger und Barbara Ohly einig. „Es ist so vielseitig“, lobt auch Ursula Stiegler. „Vom Rechnen über Rätsel und Sprichwörter raten, bis hin zu Liedern ist alles mit drin.“  tak

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