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Behinderten-Parkplätze im Tölzer Land: Film wirbt für Rücksichtnahme

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Von: Felicitas Bogner

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Bei den Dreharbeiten am Tölzer Schloßplatz (v. li.): Veronika Mader, Sarah Amodio, Corinna Konrad, Markus Ertl, Mark Becker und Ralph Seifert.
Bei den Dreharbeiten am Tölzer Schloßplatz (v. li.): Veronika Mader, Sarah Amodio, Corinna Konrad, Markus Ertl, Mark Becker und Ralph Seifert. © arp

Dieser Tage fanden Dreharbeiten am Schloßplatz statt. Die Initiatoren wollen mit einem Videoclip Autofahrer für die richtige Nutzung von Behindertenparkplätzen sensibilisieren.

Bad Tölz – „Klappe die Erste“, hieß es dieser Tage vor dem Tölzer Rathaus. Ein Filmteam drehte am Schloßplatz einen Videoclip mit einer wichtigen Botschaft. Die Initiatoren – Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises, und der Lenggrieser Markus Ertl, Inklusionsbeauftragter der Interessenvertretung „Selbstbestimmt Leben in Deutschland“ – wollen damit für mehr Sensibilität bei der Nutzung von Behindertenparkplätzen werben. Mit Ausreden wie „Ich muss nur schnell was holen“ oder „Den braucht doch eh keiner“ würden Autofahrer sich immer wieder herausreden, wenn sie unerlaubt einen Behindertenparkplatz nutzen, berichtet der Benediktbeurer Seifert, der selbst im Rollstuhl sitzt.

Aktionswoche der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach: „Fair parken“

Eine Aktionswoche der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach von 5. bis 11. Mai soll unter dem Motto „Fair Parken“ auf das Thema aufmerksam machen. Zu diesem Zweck soll der Film am Mittwoch, 11. Mai, vor dem Tölzer Rathaus vorgeführt werden. „Wir hoffen, dass wir an diesem Tag in Dialog mit Interessierten kommen“, sagt Seifert. „Wir haben auch Mandatsträger, beispielsweise einige Bürgermeister, eingeladen“, erklärt Seifert.

Tatkräftige Unterstützung bekamen die Initiatoren vom Hohenburger Gymnasium. Christian Martino, Leiter des P-Seminars „Blind leben“, trommelte Schülerinnen zusammen, die gemeinsam mit Polizist Alois Grünwald ihre schauspielerischen Künste zum Besten gaben. Lehrer Mark Becker brachte seine Ausrüstung mit und fungierte als Kameramann, während Ertl und Seifert als Regisseure und Drehbuchautoren in den Filmabspann eingehen werden.

Gymnasium Hohenburg unterstützt Dreharbeiten

„Ich interessiere mich total für Schauspielerei und finde Filmdrehs irre spannend“, sagte Schülerin Sarah Amodio. Sie spielt eine rücksichtslose Autofahrerin. In die Rolle einer aufmerksamen Passantin schlüpfte Veronika Mader. „Meine 102-jährige Uroma hat auch einen Behindertenausweis. Wenn sie mit meiner Oma gemeinsam einkaufen geht, sind sie auf diese Parkplätze angewiesen“, berichtet die Q11-Schülerin. „Auch sie sind schon in missliche Lagen gekommen, weil die Parkplätze mit Autos belegt waren, in denen kein Ausweis lag“, sagte sie. Seifert betonte, dass die Anzahl der Menschen, die Behindertenparkplätze brauchen, mit dem demografischen Wandel weiter steige. Nur mit mehr Behindertenparkplätzen und der ausschließlichen Nutzung durch den berechtigten Personenkreis könne die gesellschaftliche Teilhabe gesichert werden.

Schülerin Corinna Konrad drehte vor ihrem Einsatz ein paar Runden im Rollstuhl, um die Rolle einer gehandicapten Frau vor der Kamera authentisch zu spielen. „Das ist ungewohnt“, sagte sie mit angestrengter Miene, während sie versuchte, auf dem Kopfsteinpflaster vorwärts zu kommen. Man solle sich nicht täuschen, dass nur Autos, die offensichtlich einen Rollstuhl transportieren können, oder Menschen, denen man eine Behinderung ansehen kann, für die Nutzung der Parkplätze befugt sind, erklärte Seifert. „Ich habe schon jemanden aus einem Sportwagen aussteigen sehen, der nur einen Arm hatte.“ Auch Menschen, die beispielsweise nach einer Chemotherapie geschwächt sind, hätten oft die Genehmigung, diese Parkplätze zu nutzen. Schlussendlich wurde der falsch geparkte Wagen vom Lenggrieser Abschleppdienst Gascha entfernt. Nun ist das Rohmaterial im Schnitt. Darum kümmert sich dieser Tage die Schülerin Ela Nas. Sie bastelt die Szenen sinnvoll zusammen.

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