Blutspenden: 60 Minuten, die Leben retten

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Beteiligung an den Blutspenden im Landkreis ist eher unterdurchschnittlich. Aber gerade momentan werden dringend Spenden benötigt. Der nächste Termin in Bad Tölz ist am 30. September.

Der Blutspenddienst des BRK schlägt Alarm: Die Blutkonserven sind so knapp, dass bereits OPs abgesagt werden mussten. Das BRK bittet daher dringend, zu einem Spendentermin zu kommen. Die gibt es auch regelmäßig im Landkreis. Wer spenden kann, was einen erwartet und warum es auch für den Spender selbst etwas bringt, erklärt der Tölzer BRK-Bereichsleiter Vitus Adlwarth.

-Herr Adlwarth, wie sieht es mit den Blutspendern hier im Landkreis aus?

Tatsächlich ist die Beteiligung bei uns im Vergleich zu anderen Landkreisen mittelmäßig. In Relation zur Einwohnerzahl spenden vielleicht ein bis zwei Prozent. Aber ich will nicht jammern: Wenn die, die spenden, regelmäßig zu den Terminen kommen würden, wären wir schon zufrieden. In Tölz sind das im Schnitt 70 bis 100 Personen – wobei die letzten Termine etwas mau waren. Das ist in der Urlaubszeit aber öfter so.

-Kann eigentlich jeder Blut spenden?

Blutspenden kann man vom 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr, wenn man gesund ist. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens sowie bei der Untersuchung des Arztes vor Ort dürfen sich zudem keine Gründe für einen Ausschluss ergeben. Darüber hinaus muss man mindestens 50 Kilo wiegen. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 sein. Frauen können viermal, Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Damit die Blutspende gut vertragen wird, ist es wichtig, im Voraus ausreichend zu essen und Alkoholfreies zu trinken. Wer zum ersten Mal spendet, muss seinen Ausweis oder seinen Führerschein mitbringen.

-Viele Menschen haben es nicht so mit Nadeln, tut das Spenden weh? Und wie lange dauert das?

Ja, der Einstich tut weh. Wobei man immer fragen muss: Was ist Schmerz? Frauen sind da sehr viel härter im Nehmen, bei Männern ist der Leidensdruck größer. Insgesamt muss man sagen: Das Ganze ist zum Aushalten. Für die Spende sollte man etwa 60 Minuten einplanen – da ist die Zeit für die Brotzeit aber schon mit eingerechnet.

-Kann es zu Komplikationen kommen?

Ja, aber die Wahrscheinlichkeit liegt im Promillebereich. Mitunter kann sich an der Einstichstelle ein blauer Fleck bilden.

-Was passiert mit meiner Blutspende?

Noch am Tag der Spende wird das Blut in die Nähe von Würzburg gefahren und weiterverarbeitet. In der Regel erhält der Empfänger die Konserve bereits am nächsten Tag. Das meiste Blut kommt übrigens bei der Krebstherapie zum Einsatz. Bei jeder Spende werden dem Freiwilligen zudem kleinere Proben abgenommen. Diese werden in einem Münchner Labor auf Krankheiten untersucht. Sollte etwas gefunden werden, wird der Spender beziehungsweise sein Hausarzt informiert. Spenden dient also auch der eigenen Gesundheitsvorsorge.

-Wo finde ich die nächsten Termine?

Alle Termine stehen beispielsweise auf www.blutspendedienst.com/termine. Erfragen kann man sie auch bei der Spenderhotline 08 00/ 1 19 49 11.

Termin

Der nächste Blutspendetermin in Benediktbeuern findet am Montag, 26. September, von 16.30 bis 20 Uhr in der Schule statt. In Tölz kann man am Freitag, 30. September, von 16 bis 20 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum spenden.

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