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So sehen die Spuren des Borkenkäfers in einer befallenen Fichte aus.

Borkenkäfer

Dritte Käfergeneration verhindern

Bad Tölz - Lange sah es nach einem schlechten Jahr für den Borkenkäfer aus. Das kühle, verregnete Frühjahr machte es dem Schädling schwer. Doch der Sommer bot praktisch ideale Bedingungen. „Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht zweiter Sieger werden“, sagt Rudolf Plochmann, Leiter des Tölzer Forstbetriebs.

Der Forstbetrieb Bad Tölz schlägt pro Geschäftsjahr – es beginnt im Juli – rund 90 000 Festmeter Holz. „Heuer haben wir 7000 Festmeter Käferholz einschlagen müssen. Das ist nicht die Welt, aber schon unangenehm“, sagt Forstbetriebs-Chef Plochmann. Das Hauptproblem: Die Gefahr in diesem Jahr ist nicht gebannt. Nach einem nassen, kalten Frühjahr hatten Forstexperten die Hoffnung, dass sie heuer in Sachen Käferbefall glimpflich davonkommen. „Aber die letzten Wochen waren von den Bedingungen her so ideal, dass der Käfer noch zwei Generationen geschafft hat.“

Damit nicht auch noch eine dritte Generation dazukommt, betreibt der Forstbetrieb einiges an Aufwand. „Es ist wichtig, dass wir die Bäume, die jetzt noch befallen werden, rausholen“, sagt Plochmann.

Der Forstbetrieb verfolgt verschiedene Strategien, um befallene Bäume zu finden. „Wir haben unser Gebiet in verschiedene Suchbezirke eingeteilt“, erklärt Plochmann. In erster Linie werden hier „die üblichen verdächtigen Stellen“ unter die Lupe genommen. Die einzige Chance, schließlich ist der Forstbetrieb für 45 000 Hektar Waldfläche zuständig. Woran aber erkennt man, dass ein Baum befallen ist? „Man kann das Bohrmehl an den Rindenschuppen sehen – das geht aber nur, wenn es nicht pausenlos regnet oder windig ist.“

Der Forstbetrieb geht aber auch in die Luft: Vom Leichtflugzeug aus werde beobachtet, ob sich Baumkronen ins Gelbliche verfärben. „Allerdings hatten wir heuer das Phänomen, dass die Kronen noch völlig normal aussahen, obwohl der Baum schon befallen war“, sagt Plochmann. Deshalb sei eine Mischung der beiden Methoden das Richtige.

Sein Fazit mit Blick auf die vergangenen Monate: „Es war für den Käfer kein optimales Jahr, aber doch ein sehr gutes.“ Jetzt müsse man aufpassen, „dass wir nicht zweiter Sieger werden. Denn wenn wir das jetzt übersehen, bescheren wir dem Käfer nächstes Jahr super Startmöglichkeiten.“

Wolfgang Neuerburg, Bereichsleiter Forsten am Amt für Landwirtschaft in Holzkirchen, schätzt das ähnlich ein. „Wir hatten in einigen Bereichen schon einen sehr starken Befall – vor allem durch den Buchdrucker.“ Dabei sei der nördliche Landkreis deutlich stärker betroffen als der Süden. Das gilt übrigens auch für den Staatswald, wie Plochmann ergänzt.

Im Norden hatte der Käfer auch die deutlich bessere Ausgangslage: Sturm Niklas hatte dort im Vorjahr für weitaus größere Schäden als im Tölzer Land gesorgt. Die langen Trockenperioden 2015 hatten die Bäume zusätzlich geschwächt und die Käfervermehrung begünstigt. „Auf den flachgründigen Schotterböden rund um Geretsried und Gelting hatten wir heuer schon stärkeren Befall“, sagt Neuerburg.

Auch er betont, dass es wichtig sei, die neu befallenen Bäume rasch aufzuarbeiten. Denn man müsse bei möglichst vielen Käfern verhindern, dass sie sich zum Überwintern in den Boden zurückziehen. „Denn dann können wir nichts mehr machen.“

Ein Lob hat Neuerburg für die Privatwaldbesitzer übrig, die das Amt berät. Die seien sehr aktiv in der Käferbekämpfung gewesen. „Es ist wirklich gut gearbeitet worden.“ Im Frühjahr hatte das Amt extra eine Schulung für Waldbesitzer angeboten, „die intensiv besucht wurde“. Auch in Zukunft werde man „in der Beratung nicht nachlassen“, sagt Neuerburg.

Interaktive Karte

Wie sieht die Gefährdungslage tatsächlich aus? Eine Antwort auf diese Frage bietet die interaktive Karte der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Zu finden ist sie im Internet auf www.fovgis.bayern.de/borki/

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