Polizei spricht von „Beziehungs-Tat“

Brutaler Überfall auf offener Straße

Bad Tölz - Zwei Männer sind am Donnerstag an der Dietramszeller Straße in Bad Tölz krankenhausreif geschlagen worden. Die beiden mutmaßlichen Täter sitzen seit Freitag in Untersuchungshaft - wegen versuchter Tötung.

Es sind Szenen der Gewalt, wie man sie im beschaulichen Bad Tölz nicht für möglich halten würde: Zwei Männer aus dem Landkreis haben am Donnerstagabend ihren Bekannten vor einem Wohnhaus an der Dietramszeller Straße regelrecht aufgelauert. Als die beiden Tölzer um 19.40 Uhr das Gebäude verließen, müssen sich die beiden Tatverdächtigen – ein 25-jähriger griechischer und ein 22-jähriger deutscher Staatsangehöriger – völlig unvermittelt auf ihre Opfer gestürzt haben, mit denen sie bereits seit längerer Zeit Streit haben. 

Nach ersten Erkenntnissen besteht keine Lebensgefahr

Wie das Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mitteilt, haben die Schläger mit verschiedenen Gegenständen auf die Köpfe ihrer Bekannten eingedroschen und dabei mehrere Platzwunden verursacht. Laut Polizei-Sprecher Jürgen Thalmeier schweben der 37-Jährige und der 50-Jährige nach ersten Erkenntnissen nicht in Lebensgefahr, müssen aber stationär behandelt werden. 

„Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München II hat die Kriminalpolizei Weilheim Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts aufgenommen“, sagt Thalmeier. Denn: Die brutale Vorgehensweise hätte durchaus zu tödlichen Verletzungen führen können. Das sah der Ermittlungsrichter am Freitag genauso und erließ einen Haftbefehl. 

Die Polizei hatte die Tatverdächtigen noch am Donnerstagabend vor dem Wohnhaus des 22-Jährigen hier im Landkreis festnehmen können. „Sie haben keinen Widerstand geleistet“, sagt Thalmeier. Die beiden waren geflüchtet, nachdem eine Zeugin die Tölzer Polizei gerufen hatte. Die Beamten trafen sehr schnell an der Dietramszeller Straße ein, wodurch sie womöglich noch Schlimmeres verhindert haben. Am Tatort und in der Wohnung des 22-Jährigen fanden die Beamten später verschiedene Gegenstände, die die Männer als Schlagwerkzeug verwendet haben könnten. „Das gilt es jetzt zu klären“, sagt Thalmeier, der aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen möchte, um welche Gegenstände es sich dabei handelt. 

Gründe für die Tat sind noch unklar

Der Grund für den brutalen Überfall liegt derzeit ebenfalls noch im Dunkeln. Auch, ob Alkohol oder Drogen mit im Spiel waren, ist unklar. Sicher ist nur, dass es zwischen den Vieren bereits in der Vergangenheit immer wieder Streit gab. Vor diesem Hintergrund muss laut Thalmeier auch niemand Angst haben, dass er demnächst von einem Fremden überfallen und krankenhausreif geschlagen wird. „Das war sozusagen eine Beziehungstat. Niemand muss sich generell Sorgen um seine Sicherheit machen.“

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