Neujahrsempfang CSU Bad Tölz (Foto: Arndt Pröhl)
+
Viel Applaus gab es beim CSU-Neujahrsempfang im „Kolberbräu“ für die Rede von Staatsminister Marcel Huber.

CSU-Neujahrsempfang

„Helfen ja, aber nur soweit es unsere Gesellschaft schafft“

Bad Tölz -  „Was unsere Gesellschaft zusammenhält“: Unter diesem Motto stand der Neujahrsempfang der CSU.  Marcel Huber sprach über das Thema Asyl.

Reichlich spät lud die Tölzer CSU heuer zu ihrem Neujahrsempfang ein. Der Termin am 5. Februar war aber Festredner Marcel Huber geschuldet. Der Leiter der Staatskanzlei und Minister für Bundesangelegenheiten hatte einfach nur noch an diesem Tag Zeit gehabt. „Danke, dass Du am Rußigen Freitag die Schwarzen in Bad Tölz besuchst“, sagte Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber.

Die Begrüßung hatte zuvor bereits CSU-Ortschef Ingo Mehner übernommen. Abend und Festvortrag hatte er unter das Motto „Was unsere Gesellschaft zusammenhält“ gestellt. „Ein Staat kann nur dauerhaft Zusammenhalt besitzen und wirtschaftliche Kraft entfalten, wenn er auf einer ideellen und sittlichen Grundlage beruht“, so Mehner. Dabei könne ein Staat seine Werte nicht einfach nur artikulieren und versuchen, sie per Gesetz durchzusetzen. „Was es für den Zusammenhalt eines Gemeinwesens braucht, sind Institutionen, wie Kirchen, Vereine, Gewerkschaften, Parteien und die Presse, aber auch staatliche Institutionen wie Behörden und Gerichte.“ Durch die Stärke dieser Institutionen, die Akzeptanz in der Bevölkerung und durch das Zusammenspiel der einzelnen Organisationen entstehe ein Miteinander. Leider sei es heute in Mode, „traditionelle Institutionen in ein schlechtes Licht zu rücken“. Das entziehe der Gesellschaft die Grundlage und den Zusammenhalt, so Mehner. „Wer aber die Traditionen und Institutionen abschafft, ohne bessere Lösungen zu haben, wird bald in einem Staat ohne Fundament, ohne Grundlage leben.“

Für Mehner ist dies aber nicht gleichbedeutend mit einem „Appell zur Kritiklosigkeit“, wie er betonte. „Zum Erhalt unserer Werte benötigen wir eine Streitkultur.“ Hier dürfe es allerdings nicht darum gehen, sein Gegenüber zu diskreditieren. Auch in Tölz werde man in Zukunft nicht immer einer Meinung sein. Mehners Appell: „Lassen Sie uns ruhig noch mehr diskutieren. Aber lassen Sie uns dabei stets die Achtung voreinander bewahren.“

Hubers Rede drehte sich um das Thema Asylbewerber. Auf der eine Seite gebe es in Deutschland eine große Willkommenskultur. „Die Menschen sagen: Wir sind Christen, wir wollen helfen.“ Auf der anderen Seite kommen Helfer und Behörden an ihre Grenzen. „Hier beginnt etwas, das den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefährdet.“ Der stetige Flüchtlingsstrom gefährde den sozialen Frieden, so Huber. Denn wenn beispielsweise eine Familie seit Jahren auf eine bezahlbare Wohnung warte und nun sehe, dass innerhalb kürzester Zeit Flüchtlingsunterkünfte gebaut werden, „dann ist das Sprengstoff“.

Daher habe die CSU nun ein Paket unter dem Motto „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ geschnürt, das auch sozialen Wohnungsbau für die Bevölkerung beinhalte. „Es darf nicht passieren, dass Gruppen aufeinander neidisch werden.“ Was auch nicht sein könne, ergänzte Huber, sei, „dass diejenigen, die sich nicht positiv äußern, direkt in die rechte Ecke gestellt werden“.

Huber verteidigte die CSU-Forderung nach einer Flüchtlings-Obergrenze und einer lückenlosen Kontrolle an den Grenzen. „Natürlich ist nicht jeder Asylbewerber ein potenzieller Terrorist. Aber ich möchte schon wissen, wer in diesem Land rumrennt.“ Es sei wichtig, den Menschen zu helfen, die hier Schutz suchen. „Aber wir tragen auch die Verantwortung dafür, dass unsere Gesellschaft stabil bleibt. Diese Verantwortung zwingt uns zur Begrenzung. Helfen ja, aber nur soweit es unsere Gesellschaft schafft“, sagte Huber und bekam langen Applaus.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Oh nein! EMilie ist nicht in Bestform

Bad Tölz – Zum ersten Mal während der Fußball-Europameisterschaft hofft die Redaktion, dass sich Orakel-Maus EMilie irrt. Die hellseherisch begabte Maus sagt für das …
Oh nein! EMilie ist nicht in Bestform

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend

Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Freitagabend

Glühend schön: Hier gibt's heute Johannifeuer

Glühend schön: Hier gibt's heute Johannifeuer

Kommentare