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Titus Bernthaler stellt seinen Entwurf fürs "Natura Tölz" vor, das Spa, das die Stadt Bad Tölz an der Bockschützstraße bauen will.

Sieger des Architekten-Wettbewerbs

Dieser Spa-Entwurf hat die Nase vorn

Bad Tölz - Wie wird das Spa „Natura Tölz“ einmal aussehen? Gute Chancen auf Umsetzung hat der Entwurf des Grazers Titus Pernthaler. Er setzt auf ein Ensemble aus drei miteinander verbundenen Gebäuden, die sich organisch in die Landschaft einfügen.

Titus Pernthaler (52) hat Erfahrung im Planen von Wellness-Anlagen. Thermen in Villach (Kärnten) und Fohnsdorf (Obersteiermark) wurden nach seinen Entwürfen gebaut. Nun gewann er den Architekten-Wettbewerb fürs geplante Tölzer Spa „Natura Tölz“. Seinen Siegerentwurf, der neben allen weiteren 15 Bewerbungen in der Jahnschule zu besichtigen ist, stellte Pernthaler gestern der Presse vor.

„Die Herausforderung war die topografische Lage zwischen einer Geländekante und der Isar“, erklärte er. Bekanntlich soll das Spa an der Bockschützstraße entstehen, dort, wo sich jetzt noch ein Sportstudio befindet. „Ich habe versucht, die Landschaft ins Gebäude hineinzuziehen und offene Räume zu schaffen“, sagt der Architekt.

Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass in etwa auf dem natürlichen Bodenniveau eine Parkgarage mit 100 Stellplätzen gebaut wird – und oben drauf, also etwas erhöht, das Spa-Hauptgebäude. „So ist der Unterschied zur Geländekante geringer.“ Insgesamt besteht das Spa nach Pernthalers Entwurf aus drei Bauten, die in ihrer leicht abgeknickten Form natürlich wirken sollen. Der Eingang erfolgt über den größten Bau im Norden: Von der Seite des (jetzigen) Parkhauses aus betritt der Besucher ein zweigeschossiges Foyer hinter einer Glaswand, durch die man von innen auf das Tölzer Altstadt-Panorama blickt. Das Gebäude beinhaltet auch die Umkleiden, Behandlungsräume, „ein „Private Spa“ und zum Hang hin den Gastronomiebereich.

In den anderen zwei Bauteilen sind sieben Saunen untergebracht, die nach den Grundsätzen der Traditionellen Chinesischen Medizin den Elementen Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz zugeordnet sind, sowie – eine Ebene darüber – Ruheräume. Dabei schwebt Perntahler „eine Verschmelzung des Innenraums mit dem umgebenden Biotop“ vor. Die Erdsauna ist im Boden eingegraben.

In der Mitte bildet ein Y-förmiger Bereich mit Glasdach das Herz der Anlage: Von hier sind alle Saunen zu erreichen. Dort befinden aber auch Wasserflächen zum Schwimmen sowie Ruhebereiche und Sitzterrassen. Besonderen Wert legt Pernthaler auf das Lichtkonzept. Vom hellen Zentralbereich aus bewegen sich die Gäste in die dunkleren Saunen. „Von der Atmosphäre her soll es nicht cool sein, sondern es soll einen Wohlfühlfaktor haben.“

Argumente, die laut Bauamtschef Christian Fürstberger die Jury überzeugten, waren auch, dass sich Pernthalers Bau problemlos erweitern lasse und mit seinem ganz besonderen Stil „identitätsstiftend“ sei.

Ob der Wettbewerbssieg dem Architekten neben einem Preisgeld von 35 000 Euro auch den Planungsauftrag einbringt, wird der weitere Entscheidungsprozess bis hin zum Stadtratsbeschluss zeigen, der laut Fürstberger fürs Frühjahr 2017 geplant ist. „Wir werden mit den beiden Erstplatzierten des Wettbewerbs in weitere Gespräche gehen“, erklärt er. Rang zwei im Wettbewerb (Preisgeld: 24 000 Euro) belegte das Büro Krieger Architekten aus Samerberg (Kreis Rosenheim). Der Entwurf verteilt die Saunen auf drei Ebenen und greift mit Holzlatten an der Fassade das Motiv der Flößerei auf.

In jedem Fall ist der Wettbewerbsentwurf nur ein frühes Planungsstadium. Viel Konkretes werde erst noch mit der Stadt und vor allem dem künftigen Betreiber festgelegt. „Die Saunen müssen zum Beispiel größer werden“, so Fürstberger. „Bisher sind wir von einer Sauna mit 40 Plätzen ausgegangen und weiteren mit je 25. Doch wir brauchen zwei große Saunen mit je 60 Plätzen, damit an Spitzentagen bis zu 300 Besucher im Spa Platz finden.“ Übers Jahr rechne man mit etwa 130 000 Besuchern.

Über die Kosten lasse sich noch „keine seriöse Schätzung“ abgeben, sagte der Bauamtschef. Die Ausgaben würden am Ende wohl szwischen 10 und 13 Millionen Euro liegen. Einen Termin für den Baubeginn konnte Fürstberger noch nicht nennen. Das Jahr 2017 werde mit der Planung ausgefüllt sein.

Die Entwürfe sind bis Freitag, 11. November, in der Jahnschule ausgestellt (Montag bis Freitag, 8 bis 12 Uhr). Am morgigen Samstag ist von 10 bis 15 Uhr Bauamtsleiter Christian Fürstberger anwesend. Am Montag, 7. November, bleibt wegen Leonhardi geschlossen.

So könnte das Spa "Natura Tölz" einmal aussehen

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