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In drei bis vier Jahren zum „Josefistift 2.0“?

Bad Tölz - Es ist eines der größeren mittelfristigen Projekte der Stadt Bad Tölz: Der Neubau des Pflegeheims Josefistift auf einem Grundstück neben dem Krankenhaus. Bürgermeister Josef Janker sieht das Vorhaben auf einem guten Weg – sofern es sich mit dem benachbarten Hubschrauber-Landeplatz der Asklepios-Klinik verträgt.

Der Neubau eines Pflegeheims: Das ist aktuell nicht nur in Lenggries ein Thema, sondern auch in Bad Tölz. Die Herangehensweisen sind allerdings unterschiedlich. Während der Landkreis vergangene Woche beschlossen hat, die Investition in den Bau und den künftigen Betrieb des Kreispflegeheims in Lenggries nicht mehr selbst zu stemmen (wir berichteten), treibt die Stadt Bad Tölz ihre Planungen voran, ein neues Gebäude für das Josefistift zu errichten.

Unter Zugzwang sind sowohl der Landkreis als auch die Stadt durch das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz geraten, wie es seit einigen Jahren gilt. Dessen Auflagen, etwa was die Zimmergrößen und die Ausstattung angeht, erfüllen beide Altbauten derzeit nicht. Für das von der Stadt betriebene Josefistift kommt Bürgermeister Josef Janker zu dem Schluss: „Ein Neubau ist ganz sicher die einzige vernünftige Lösung.“ Einen Umbau des bestehenden Pflegeheims an der Bahnhofstraße „können wir den Bewohnern nicht antun. Das wären vier Jahre Baustelle – unmöglich.“

Knapp ein Jahr ist es her, dass die Pläne der Stadt öffentlich wurden, hinter dem Krankenhaus ein neues Pflegeheim zu bauen. Was sich seither getan hat? „Wir haben ein Gutachten anfertigen lassen, wie die Wertigkeit des Grundstücks ist, wenn es mit einem Seniorenheim bebaut werden soll“, sagt Janker. Mit dem aktuellen Grundeigentümer, dem Freistaat Bayern, sei das Rathaus „in Verhandlungen“. Am Grunderwerb, da ist Janker zuversichtlich, werde das Projekt sicher nicht scheitern.

Den Knackpunkt sieht er woanders: „Der Hubschrauber-Landeplatz der Stadtklinik darf durch den Neubau nicht beeinträchtigt werden“, stellt Janker klar. Der An- und Abflug von Rettungshubschraubern müsse trotz des möglichen Pflegeheims in unmittelbarer Nachbarschaft uneingeschränkt möglich bleiben. „Das ist ein Ausschlusskriterium.“ Daher suche die Stadt aktuell den Kontakt mit auf Hubschrauber-Landeplätze spezialisierten Planern. Die aber seien äußerst rar gesät. Sollten die Pläne auf der zwei Hektar großen Wiese beim Krankenhaus scheitern, „dann werden wir uns einen anderen Platz suchen müssen“.

Eile hat das Vorhaben aus Jankers Sicht keine. Seines Wissens gewähre das Pflege- und Wohnqualitätsgesetz ausreichende Übergangsfristen, während derer bestehende Einrichtungen bestehen bleiben können, auch ohne alle Anforderungen zu erfüllen, die an neue Heime gestellt werden. „Deswegen sehe ich kein Problem, wenn das Josefistift noch einige Jahre am jetzigen Standort bestehen bleibt.“

Was nach einem Umzug aus dem jetzigen Pflegeheim-Gebäude wird, ist laut Janker völlig offen. „Wenn wir soweit sind, dass wir in drei oder vier Jahren das Josefistift 2.0 haben, müssen wir sehen, wie die Situation dann ist.“ Zum jetzigen Zeitpunkt wisse zum Beispiel niemand, ob dann Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt werden. Allgemein gesprochen, sei eine neue Nutzung ebenso eine Option wie der Abriss.

Ganz klar ist für Janker auch, dass die Stadt Träger des Josefistifts bleibt. „Dass wir’s können, haben wir bewiesen“, sagt er. Wirtschaftlich „kommen wir gut über die Runden: Wir machen keinen Gewinn, aber es geht auf Null raus.“ Wenn man die Bettenzahl durch den Neubau von jetzt 95 auf 125 oder 135 erhöhe, würden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch besser.

Was das Kreispflegeheim in Lenggries angeht, sieht Janker die Sache übrigens anders. Als einziger CSU-Kreisrat stimmte er im Kreisausschuss gegen den Antrag der eigenen Fraktion, die Einrichtung in Trägerschaft des Landkreises zu behalten. „Es ist nicht Aufgabe des Landkreises, ein Pflegeheim zu unterhalten“, sagt der Tölzer Bürgermeister. Das sei Sache der Städte und Gemeinden, die die Aufgabe dann wiederum an private Betreiber übertragen könnten. Zudem habe er sich mit den Ergebnissen der beiden Gutachten zum Kreispflegeheim auseinandergesetzt: „Für mich folgt daraus ganz klar, dass es der Landkreis nicht weiterträgt.“

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