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3D-Kino vom Feinsten wollen (v.li.) Verena und Günter Peschke, Albert Maly-Motta und Karl-Heinz Bille am 21. Oktober im Marionettentheater präsentieren.  

Einzigartige 3D-Filme im Tölzer Marionettentheater

Das Leben ist (k)ein Honigschlecken

Bad Tölz - Überwältigend, wenn plötzlich die Isar in breitem Strom von rechts nach links über die Bühne des Marionettentheaters rauscht. Oder Fußgänger durch eine räumlich zu sehende Marktstraße auf den Zuschauer zuwandern. Der 3D-Effekt macht’s möglich. Am 21. Oktober werden weltweit einzigartige Filme im Theater gezeigt.

Kaum zu glauben, dass das immer noch eine Privatinitiative aus Mering bei Augsburg ist: Günter Peschke und seine Frau Verena gehören weltweit zu den führenden Experten für die Technik des 3D-Films. Ihre Spezialität ist der Mix der 3D-Technik mit Makroaufnahmen. Bei einer Presseaufführung im Marionettentheater zeigte das Ehepaar Peschke gestern die faszinierenden Ergebnisse seiner Arbeit. Zum Beispiel einen 14-Minuten-Film über das Leben der Bienen. Alle Imker, die ihn gesehen haben, seien schlicht begeistert gewesen, erzählt der 75-Jährige. So nah hätten sie ihre Lieblinge nämlich „noch nie gesehen“.

Obwohl der Film mehrfach prämiert und auch schon in Südkorea gezeigt wurde, hält sich das Interesse an der Arbeit der zwei Kino-Enthusiasten und Naturliebhaber erstaunlicherweise immer noch in Grenzen. Nicht so bei Albert Maly-Motta, technikbegeisterter Co-Chef des Marionettentheaters, der die Peschkes schon lange aus der Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie kennt und mit ihnen die Faszination für das räumliche Sehen teilt.

Er hat die Peschkes nach Tölz eingeladen, um einige ihrer Filme etwa über die Bienen („Das Leben ist (k)ein Honigschlecken“) und den faszinierenden Haselblattroller-Käfer zu zeigen. Maly-Motta wäre nicht Maly-Motta, wenn er die 3D-Experten nicht auch gleich für ein gemeinsames Filmprojekt über das Theater und Tölz gewonnen hätte. Teile davon sind schon fertig.

Beim Drehen mit den 30 000-Euro-Kameras: Günter Peschke und der Imker, der als Allergiker Schutzanzug tragen muss.

Die 3D-Brille aufgesetzt, und schon fließt die Isar über die Theaterbühne oder man hat einen räumlichen und brillant-scharfen Blick auf die Marktstraße. Susanne Frey-Allgaier von der Tourist-Information betrachtete staunend diesen Werbefilm der anderen Art über Tölz und unterhielt sich nach der Vorführung angeregt mit dem Ehepaar Peschke.

Maly-Motta schwebt mehr vor: Warum nicht einen 3D-Kongress in Bad Tölz veranstalten. Marionettentheater und Planetarium würden den passenden Rahmen bieten. Tüftler Günter Peschke hat sogar eine schnell aufbaubare 3,20x2-Meter-Leinwand konstruiert. Maly-Motta: „Das ist gar nicht einfach mit dem Spezialbelag der Leinwand.“ Aber einfach ist ohnehin nichts bei der Makro- und 3D-Filmerei. Nichts darf mit der Hand angefasst werden, weil jedes Zittern der Hand wie ein Erdbeben wirken würde. Also müssen die 30 000-Euro-Kameras und „Kulissen“ mittels Motoren bewegt werden. Man kann sich leicht vorstellen, was das für eine Geduldsarbeit bei lebenden Filmobjekten wie Bienen oder Käfer ist.

3D-Kinoabend

Der Filmabend findet am Freitag, 21. Oktober, um 19.30 Uhr im Tölzer Marionettentheater statt. Karten gibt’s im Vorverkauf für 10 Euro bei Tourist-Info und Stadtmuseum. Die Stereobrillen werden gestellt. Christoph Schnitzer

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