„Das Geschäft hat sich fundamental verändert“, sagt Peter Lax (74). Sein Unternehmen strukturiert er deshalb um. Foto: arp

Umstrukturierung

Elektro Lax sagt dem Einzelhandel Ade

Bad Tölz – Bei einem Tölzer Traditionsunternehmen steht eine einschneidende Änderung bevor: Elektro Lax schließt sein Einzelhandelsgeschäft an der Wachterstraße. Der Betrieb richtet sich neu aus und konzentriert sich auf das Kerngeschäft mit Elektroinstallationen und Gebäudetechnik im Bereich Klima, Lüftung und Heizung. Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Inhaber Peter Lax gab die Umstrukturierung gestern Nachmittag bekannt. „Das Geschäft mit Elektrogeräten, vor allem Hausgeräten, hat sich fundamental verändert“, erklärt er. Ursache sei das Internet. „Die Kunden suchen zwar gerne die persönliche Beratung im Ladengeschäft, lassen sich zum Beispiel die teure Kaffeemaschine zeigen und trinken vielleicht sogar eine Tasse Kaffee“, so Lax. Wenn sie sich dann mit den Worten „Ich überlege mir das noch“ verabschieden, weiß Lax, was in der Regel passiert: Der Kunde bestellt das Gerät im Internet. „Dazu kommen die überregionalen Elektromärkte, die zu reinen Abhollagern für Waren zu Niedrigpreisen geworden sind.“

Lax hadert aber nicht mit den Umständen. „Das ist der Lauf der Zeit“, sagt er. Sein Unternehmen hat ohnehin ein weiteres wichtiges Standbein, bei dem es voll auf der Höhe der Zeit ist. Gegründet als reiner Betrieb für Elektroinstallationen, erweiterte die Firma ihre Geschäftstätigkeit schon in den 1980er-Jahren um den Bereich Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR).

Das bedeutet: Elektro Lax richtet Schaltanlagen für größere Objekte ein – und steuert die Klimaanlage, die Heizung oder die Lüftung dann auf Wunsch über Fernwartung per Computer von Bad Tölz aus. Ob es den Kunden in einem Münchner Kaufhaus zu heiß wird oder die Gäste eines Londoner Hotels frieren: Die entsprechenden Meldungen laufen an der Wachterstraße ein, und von hier aus wird die Sache geregelt. Kunden hat Lax in ganz Deutschland, aber auch in Sizilien, Großbritannien und Spanien. Besondere Projekte waren die Klimatisierung des Urwald- und des Raubtierhauses im Münchner Tierpark Hellabrunn sowie Heizungs- und Lüftungszentralen im Biathlon-Zentrum Ruhpolding und in den Schlössern Herrenchiemsee und Elmau.

Jetzt will sich die Firma ganz auf die Regelungs- und Gebäude-Systemtechnik konzentrieren. Die 20 Angestellten – Elektromonteure, System- und Netztechniker sowie Kaufleute, von denen einige seit Jahrzehnten im Unternehmen arbeiten – werden weiterbeschäftigt. Dieses „Super-Team“, so Lax, werde „zusammenbleiben und möglicherweise noch erweitert“. Als Geschäftsführer steht Lax seit März Hans Schandl, „ein ausgewiesener MSR-Experte“, zur Seite. Selbst will der 74-jährige Firmeninhaber nun etwas kürzer treten und mehr Zeit für seine fünf Enkel haben.

Gegründet hat das Tölzer Traditionsunternehmen der Vater von Peter Lax, Josef Lax. Schon 1939 erhielt er vom Tölzer Bürgermeister eine „Genehmigung zur Ausführung von Elektro-Installationsarbeiten im Bereich des städtischen elektrischen Stromnetzes“. Für das Jahr 1945 ist der Neuanfang des Unternehmens mit dem Eintritt in die Elektro-Innung dokumentiert. Zunächst hatte Lax eine Werkstatt in der ehemaligen Löwenbräu-Niederlassung in einem Rückgebäude an der Wachterstraße. 1957 eröffnete das Elektrogeschäft an der Ellbachzeile. Unternehmen und Laden zogen 1985 an die Wachterstraße um. Am 1. Oktober soll nun der Ausverkauf beginnen. Bis das Geschäft endgültig schließt, vergehen voraussichtlich noch einige Monate.

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