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So sieht die aktuelle Planung für die Tölzer Nordspange aus.

Tölzer Nordspange 

Gaißacher Gemeinderat schimpft auf „Betonköpfe“

Gaißach - Im Gaißacher Rathaus ist man verärgert. Tief verärgert über die „sturen Betonköpfe“ im Staatlichen Bauamt, die bei der Planung der Tölzer Nordspange die „konstruktiven Vorschläge“ der Gemeinde ignoriert hätten.

„Alles, was wir vorgetragen haben, haben die abgeschmettert, alles muss einfach so hingenommen werden“, echauffierte sich ein sichtlich frustrierter Bürgermeister Stefan Fadinger in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Doch er drohte: „Wir werden notfalls den Klageweg beschreiten. Das bedeutet eine Verzögerung des Projekts, aber wir müssen es.“

Dabei gehe es lediglich um ein Detail, das einen Kostenfaktor im Ein-Prozent-Bereich des Gesamtvorhabens bedeute: An der Einmündung der Ortsstraße unweit des Bergwachtzentrums soll zukünftig ein Linksabbiegeverbot gelten. Wer nach Westen möchte, muss dann erst den etwa 500 Meter weiten Umweg über den Kreisverkehr am Maxlweiher nehmen. Damit man, aus Gaißach kommend, wenigstens gefahrlos nach rechts einbiegen kann, hatte die Gemeinde bereits vor knapp zwei Jahren eine Einfädelspur gefordert.

Doch das haben die Planer mit Verweis auf die „Autobahn-Richtlinie“ abgelehnt. Diese mache eine 180 Meter lange Einfädelspur erforderlich. Und dafür fehlen genau 20 Meter bis zur Einfahrt in den Kreisel. Die Planer haben für ihre Rechnung vorausgesetzt, dass im Bereich der Einmündung Tempo 80 gefahren werde. Dem hält der Gaißacher Gemeinderat entgegen, dass heute fast im gesamten Bereich der Tölzer Südumgehung eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 gilt.

„Das ist kriminell, das ist grob fahrlässig. Es ist Schwachsinn, mit 80 auf den Kreisel zuzurasen“, schimpfte 3. Bürgermeister Johann Schinnagl. „Das ist ein reiner Willkürakt“, pflichtete ihm Susanne Merk bei. Und Alois Grünwald, selbst Polizist, nannte es einen „hirnrissigen Schildbürgerstreich“. Grünwald verwies auch auf das bayerische „Verkehrssicherheitskonzept 2021“, das vorsehe, Tempolimits von 80 auf 70 herabzusetzen.

Die Straßenplaner in der Weilheimer Behörde würden alle „fortschrittlichen und intelligenten Lösungen blockieren, die sich überall in Europa durchsetzen“, hieß es im Gemeinderat. Umgebaut werde immer erst dann, wenn es irgendwo mehrfach schlimm gekracht habe.

Um sich im Streit um die Einmündung ihrer Ortsstraße zu behaupten, hoffen die Gaißacher nun auch auf die Unterstützung durch die Bergwacht, die im Notfall keine Zeit verlieren dürfe.

Der Gemeinderat bestätigte dann noch seinen Beschluss vom November 2014. Der beinhaltet, dass die Einfädelspur kommen muss – egal ob nun mit einer niedrigeren Geschwindigkeit auf der Nordumfahrung oder einer Verlegung der Gaißacher Einfahrt um 20 Meter nach Westen.

Rainer Bannier

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