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Falsche 50er wurden im März in Bad Tölz in Umlauf gebracht.

Geldfälschung in Tölz: Drei Jugendliche angeklagt

Bad Tölz - Zwei Jugendliche sollen in Bad Tölz falsche 50-Euro-Scheine in Umlauf gebracht  haben. Ein Dritter soll versucht haben, Beweise zu vernichten. Jetzt wird Anklage erhoben.

Da waren es plötzlich drei: War anfangs nur von einem Jugendlichen die Rede, der Mitte März am Tölzer Gymnasium Falschgeld in Umlauf gebracht haben soll, hat die Staatsanwaltschaft München II nun gleich gegen drei Jugendliche aus dem Landkreis Anklage erhoben. Das teilte Pressesprecher Ken Heidenreich auf Nachfrage des Tölzer Kurier mit.

Laut dem Oberstaatsanwalt gibt es einen mutmaßlichen Haupttäter, dem Geldfälschung in sechs Fällen vorgeworfen wird. Insgesamt soll sich der Jugendliche 22 falsche 50-Euro-Scheine im Internet beschafft haben. Damit soll er zum Teil selbst eine Kleinigkeit gekauft haben, um danach das Restgeld zu kassieren. Zum Teil soll er die Blüten auch an einen Gleichaltrigen weitergegeben haben, der wohl zweimal damit bezahlt hat. Deshalb lautet die Anklage gegen ihn auf „Geldfälschung in zwei Fällen“. Einem dritten Jugendlichen wirft die Staatsanwaltschaft „versuchte Strafvereitelung“ vor. Er soll die restlichen Blüten im Auftrag des mutmaßlichen Haupttäters verbrannt haben, als der Betrug aufflog.

Dieser Umstand ist, wie berichtet, einem Kind zu verdanken. Dieses soll der mutmaßliche Haupttäter dazu angestiftet haben, am Schul-Kiosk eine Kleinigkeit mit einem der falschen 50er zu kaufen und ihm anschließend das Restgeld auszuhändigen. „Als Belohnung hat er dem Kind fünf Euro versprochen“, berichtet Heidenreich. Nachdem der Trick einmal funktioniert habe, sollen dem Kind beim zweiten Mal Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns gekommen sein, weshalb es sich einem Lehrer anvertraute. Da das Kind noch nicht strafmündig ist, hat es laut Heidenreich keine juristischen Konsequenzen zu erwarten.

Wohl aber die drei Jugendlichen, alle Jahrgang 2001. „Geldfälschung ist kein Kavaliersdelikt“, betont Heidenreich. Erwachsene müssen bei einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr rechnen. Da alle drei noch minderjährig sind, dürfte ihr Strafmaß aber deutlich geringer ausfallen, zumal Heidenreich zufolge bei der Urteilsfindung der Erziehungsgedanke im Vordergrund stehen wird. Zugute kommen dürfte den Teenagern auch, dass bislang noch keiner von ihnen straffällig geworden ist.

Insgesamt haben sieben falsche 50er den Besitzer gewechselt. Ob die Blüten, die wenig später in einer Bäckerei und Gaststätte in Bad Tölz aufgetaucht sind, durch die Jugendlichen in Umlauf gebracht worden sind, kann der Oberstaatsanwalt nicht sagen. Auch, ob die beiden Jugendlichen wie der mutmaßliche Haupttäter Schüler am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium sind, weiß Heidenreich nicht. Der Wohnort der Angeklagten wird zu deren Schutz nicht veröffentlicht.

Die Staatsanwaltschaft wartet nun auf die Entscheidung des Wolfratshauser Amtsgerichts, wann es zu einer Hauptverhandlung kommt. Denn dass es dazu kommen wird, davon ist Heidenreich überzeugt.

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