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Im ehemaligen Café Volkland wird gerade entrümpelt. Demnächst wird hier ein Textilgeschäft einziehen.

Tölzer Innenstadt

Das Geschäfte-Karussell dreht sich

Bad Tölz - Im Tölzer Geschäftsleben gibt es in den kommenden Wochen einige Veränderungen. Manche Läden stehen leer, andere sind umgezogen oder wollen sich verändern. Hier ein Überblick.

Seit über 20 Jahren hat Claudia Steuer ihren Laden „Mode und Tracht“ in der Marktstraße 45 betrieben, nun geht sie in Rente. „Die Plakate mit der Aufschrift ,Räumungsverkauf‘ anzubringen, war schon traurig“, sagt Steuer. Trotzdem: Sie freut sich auf den Ruhestand, und auch die Kunden können aufatmen: Den Laden wird am 1. November „ein kleiner, erfahrener Trachteneinzelhändler übernehmen, der das Geschäft in unserem Sinne weiterführt“, sagt Steuer. Ihr Nachfolger habe auch Hüte im Angebot. Den Namen möchte sie noch nicht preisgeben. „Die Eröffnung soll er so gestalten, wie er selbst möchte.“

Schräg gegenüber, beim Café Volkland, stehen derzeit zwei Container vor dem Schaufenster. Wie berichtet, hat das Café am 11. September geschlossen. Die Volklands haben die Räume an ein Textilunternehmen verpachtet, das laut Karl-Otto Volkland im November oder Dezember einziehen wird. Um welche Firma es sich handelt, wollte Volkland noch nicht preisgeben.

Gewerkelt wird derzeit auch in der Buchhandlung Urban. Deshalb ist sie gerade drei Tage geschlossen. Bauarbeiten laufen auch an dem Haus, in dem das Geschäft „vom Faß“ beheimatet ist. „Bei uns stehen Arbeiten am Dach und an der Fassade an“, sagte eine Mitarbeiterin.

Unklar ist, wie es in der Oberland-Passage weitergeht. Der neue Immobilienbesitzer Kristian Nicol Worbs war trotz mehrmaliger Nachfrage nicht zu erreichen.

Am Fritzplatz steht derzeit ein ehemaliger Gemüseladen leer. Nachmieter sind laut der Immobilienfirma Anton Krinner schon in Sicht: Das Eiscafé Cristallino und „Moda Italia“, also die beiden benachbarten Geschäfte, möchten die Räume gerne übernehmen. „Sie müssen sich nur einig werden, wer der Hauptmieter wird“, sagt Krinner. Dann könne dieser an den anderen untervermieten. Wann die Sache abgeschlossen sein wird, weiß Krinner nicht.

Der Immobilienmakler hat zudem die „Alte Schießstätte“ im Angebot. „Die Vereine und die Stadt haben sich mit dem alten Pächter geeinigt“, freut sich Krinner (wir berichteten). „Wir bieten wirklich günstige Konditionen, denn der neue Wirt soll bei uns auch was verdienen“, macht er Werbung. Man könne auch den Saal extra mieten. Jeder Verein sei willkommen. Dass Zufahrt und Parkplätze am Gebäude gerade gesperrt seien, habe allein haftungsrechtliche Gründe.

Auch rund um den Amortplatz ist einiges im Gange. Trachtenmoden Daller wird laut Junior-Firmenchef Benedikt Daller Ende Oktober zusperren. Dann möchte das angrenzende „Love-Café“ erweitern, wartet laut Betreiber-Familie Raphelt aber noch auf die Genehmigung vom Landratsamt. Weiter leer steht unterdessen das ehemalige Café Marché. „Es gab viele Anfragen von Interessenten, aber es war bislang nichts Passendes dabei“, sagt Immobilienmakler Raphael Buchberger von „Buchberger & Zahreddin“ in München. Die Nutzung müsse zur Nachbarschaft passen. „Wünschenswert wäre wieder ein Café, gerne auch mit Eisdiele.“

Das Mode-Geschäft Zeitgeist ist unterdessen in die Eichmühlstraße 29 gezogen. Und das hat Gründe: „Wir haben eindeutig gemerkt, dass Jodquellenhof und Alpamare geschlossen wurden“, sagt Inhaberin Barbara Förtsch. In ihren Laden seien viele Hotel- und Tagungsgäste gekommen oder auch Frauen, die Mann und Kinder ins Alpamare geschickt hätten und derweil in der Stadt shoppen waren. Ihrer Meinung nach spiele die Stadt die Schließung von Bad und Hotel und die Auswirkungen auf den Einzelhandel herunter. „Die Laufkundschaft hat abgenommen“, sagt Förtsch.

In ihrem neuen Laden nahe dem Freibad setze sie deshalb auf ein geändertes Konzept. „Wir haben unsere Nische gefunden.“ Das Sortiment bleibt gleich, die Öffnungszeiten werden verändert, zudem kann man nach Terminvereinbarung kommen. Die schriftlich informierten Kunden „haben positiv reagiert“.

Für den Laden am Amortplatz gibt es nach Angaben der Vermieter schon einen Nachfolger. Nach dem Umbau wird im Frühjahr 2017 ein Frisörsalon einziehen.

City-Manager Falko Wiesenhütter ist mit den Entwicklungen insgesamt zufrieden. „Der Mix muss stimmen“, sagt er, auch in Bezug auf ein weiteres Textilgeschäft in der Marktstraße. „Wir brauchen hochwertige Gastronomie und hochwertige Einzelhandelsgeschäfte.“ Wenn ein Café nicht mehr so gut laufe, aber die Nachfrage nach Bekleidung vorhanden sei, „ist das eben eine Entwicklung unserer Zeit“. Am Amortplatz passiere ja genau das Gegenteil: Hier wolle sich ein Café vergrößern. „Der Platz an der Isar ist attraktiv.“ Wiesenhütter lobt auch die Entwicklungen im Bereich Jungmayrplatz: Der kleine „Künstlerwinkel“ tue der Stadt gut. Gleichwohl: „Steuerbar ist so etwas nicht.“

Vielleicht kommt ja in Kürze noch eine andere Attraktion hinzu: Der Bund Naturschutz (BN) plant die Eröffnung eines „plastikfreien Ladens“. Unterstützung bekommt er dabei, wie berichtet, von der Tölzer Parfümerie Wiedemann. Allerdings ist der BN im Moment noch auf der Suche nach Räumlichkeiten.

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