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Trauriger Anblick: das gefällte Gipfelkreuz auf dem Gipfel des Scharfreiter. Es wiegt rund 200 Kilo, ist fast fünf Meter hoch und 2,80 Meter breit.

Diese Nachricht macht einen sprachlos

Gipfelkreuz auf Scharfreiter erneut umgesägt

Lenggries/Bad Tölz - Kaum zu glauben: Das Gipfelkreuz auf dem Scharfreiter ist erneut umgesägt worden. Ob es repariert werden kann oder ersetzt wird, ist unklar.

+++ Sonntag, 11.55 Uhr: In einer Pressemitteilung bitten die Kriminalpolizei Weilheim um Hilfe aus der Bevölkerung. Wer zwischen dem 1. und 4. November etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich unter Telefon 0 80 41/76 10 60 bei der Tölzer Polizeiinspektion zu melden. In eiligeren Fällen soll sich niemand scheuen, die 110 zu wählen. +++

+++ Sonntag, 10.41 Uhr: Der Alpenverein hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Den Vorschlag zahlreicher Leser, auf dem Gipfel eine Überwachungskamera zu installieren, räumt Walter Lang von der Tölzer Polizei wenig Chancen ein: "Es ist fraglich, ob die Aufnahmen rechtlich verwertbar wären."+++

+++ Sonntag, 10.32 Uhr: Nach Angaben der Tölzer Polizei gibt es keine Hinweise auf den Täter, lediglich eine sehr vage und seltsame Beschreibung einer Privatperson, die sich bei den Beamten gemeldet hat: Der Betreffende will einen schwarz gekleideten jungen Mann zwischen 25 und 30 Jahren gesehen habe, der eine Säge oder ein Messer in der Hosentasche gehabt haben soll. Wie das gehen soll, erschließt sich auch der Polizei nicht. +++

+++ Samstag, 17 Uhr: Paul Schenk ist fassungslos, betont aber: "Wir werden nicht klein beigeben." Noch ist laut dem Vorsitzenden der Tölzer Alpenvereinssektion aber völlig unklar, wie es weitergeht, also ob das Kreuz 

Das ist alles, was von dem Kreut noch steht: der Stumpf. 

beispielsweise repariert werden kann oder wann ein neues aufgestellt wird. "Darüber werden wir in Kürze diskutieren." Schenk appelliert in diesem Zusammenhang an den Täter, nicht weiter fremdes Eigentum kaputt zu machen. Das sei feige und ein Schlag ins Gesicht aller Sektionsmitglieder sowie der Berufsschüler, die das neue Gipfelkreuz gezimmert hatten. "Der Betreffende soll sich lieber melden und sagen, was er für ein Problem hat."

+++ Samstag, 15 Uhr: Noch immer hat sich der Alpenverein nicht näher zu der Tat geäußert. Auch die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keine Infos. Dafür spricht ein Augenzeuge: Der Münchner, der anonym bleiben möchte, war am Freitag auf dem Scharfreiter, weil er sich das neue Gipfelkreuz hatte anschauen wollen. Ihm zufolge wurde das Kreuz umgesägt. Es liegt unter einer dünnen Schneedecke, muss also vor dem ersten Schneefall beschädigt worden sein. Da er grundsätzlich ohne Handy in die Berge gehe, habe er kein Foto machen können. Einen Hinweis auf den oder die Täter oder gar eine Nachricht von ihm/ihnen konnte der Wanderer nach eigenen Angaben nicht entdecken.

Der Mann hatte sich bereits am Freitagabend an den Tölzer Kurier gewendet. Weder die Polizei noch Paul Schenk vom Alpenverein konnten die Hiobsbotschaft zu diesem Zeitpunkt allerdings bestätigen. Deshalb schickte Schenk am Samstagmorgen ein AV-Mitglied auf den 2102 Meter hohen Gipfel. +++

+++ Samstag, 12.05 Uhr: "Es ist so", bestätigt Paul Schenk, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Bad Tölz, per SMS. Das Gipfelkreuz auf dem Scharfreiter bei Lenggries ist erneut zerstört worden. 

Erst Anfang Oktober hatten 30 Mitglieder der AV-Sektion Tölz das Gipfelkreuz auf den Scharfreiter transportiert und aufgestellt.

Bereits vor rund zwei Wochen hatten Wanderer eine mehrere Zentimeter tiefe Kerbe im Balken entdeckt: Er war angesägt worden. Das Kreuz stand aber noch und war auch nicht akut gefährdet. Nun hat der Täter oder ein Trittbrettfahrer sein Werk vollendet und das Kreuz umgesägt. Schenk will im Laufe des Tages nähere Infos herausgeben.   

Erst Anfang Oktober war das neue Gipfelkreuz aufgestellt worden, nachdem das alte in der Nacht auf den 28. August von einem Unbekannten mit einer Axt so schwer beschädigt worden war, dass es umgelegt werden musste. 

Chronologie der Ereignisse

Juli/August 2016: Ein Unbekannter greift drei Gipfelkreuze im Isarwinkel mit einer Axt an: Der erste Fall ereignet sich an Pfingsten an der Dudl-Alm im Längental, dann kommt es zu einem Zwischenfall am Prinzkopf (zwischen Sylvensteinspeicher und Tirol) und zuletzt auf dem Scharfreiter. In der Nacht zum 28. August schlägt der Täter auf den Holzbalken ein und richtet so großen Schaden an, dass das Kreuz umgelegt werden muss.

Anfang September: Anhänger der rechtsradikalen Identitären Bewegung nutzen die öffentliche Aufmerksamkeit aus und stecken ein provisorisches Fichtenholzkreuz in die Halterung.

1. Oktober: Eine 30-köpfige Abordnung des Alpenvereins transportiert das rund 200 Kilogramm schwere, neue Kreuz mühevoll auf den 2102 Meter hohen Gipfel. Zuvor hatten sieben Zimmererlehrlinge der Tölzer Berufsschule das Kreuz im Rahmen einer Projektgruppe gezimmert. Ein Tölzer Ehepaar hatte das dazu notwendige Holz gespendet.

Ein neues Gipfelkreuz für den Scharfreiter

8. Oktober: Im Rahmen einer feierlichen Bergmesse wird das neue Gipfelkreuz im Beisein zahlreicher Gläubiger gesegnet.

23. Oktober: Wanderer entdecken eine mehrere Zentimeter tiefe Kerbe im Balken des neuen Kreuzes. Das Kreuz steht noch und ist auch nicht akut gefährdet. Die Polizei geht davon aus, dass es sich nicht um den gleichen Täter handelt, der sich im Juli bzw. im August an den Gipfelkreuzen zu schaffen gemacht hatte. Das „dilettantische Vorgehen“ spreche vielmehr für einen „Trittbrettfahrer“, dem es nur um das mediale Aufsehen gehe. Der Alpenverein denkt darüber nach, zum Schutze des Kreuzes die Metallhalterung zu erweitern.

Anfang November: Ein Unbekannter sägt das neue Gipfelkreuz um. Auf den Täter gibt es keine Hinweise.

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