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Der Falkenhof Lenggries ist Geschichte: Paul Klima zieht mit seinen Tieren an den Ortsrand von Bad Tölz um. 

Umzug von Lenggries nach Tölz 

Greifvögel im Landeanflug auf Roßwies

Bad Tölz - Der Lenggrieser Falkenhof ist Geschichte. Paul Klima zieht mit seinen Greifvögeln nach Bad Tölz um - und dort wird einiges anders.

Die Kreisstadt bekommt einen interessanten Betrieb. Im Ortsteil Roßwies siedelt sich Paul Klima mit seinem Falkenhof an. Tiervorführungen wie bislang am Brauneck wird es dort allerdings nicht mehr geben. Der 44-Jährige will nur noch kleine, aber feine Events anbieten und sich auf die Ausbildung und Filmtierschule konzentrieren.

In der Tölzer Bauausschuss-Sitzung am Dienstag wurde der Bau einer 25 Meter langen und 10 Meter breiten Voliere in einem Holzstall in Roßwies nahe der Staatsstraße 2072 befürwortet. Es ist ein kleines Gehöft, das in einer Isarschleife liegt. Der Falkenhof zieht mit seiner Infrastruktur (Büro, WC, Futterküche) in ein kleines Austragshaus. Die Gespräche für die Ansiedlung laufen bereits seit einigen Monaten, erzählt Paul Klima, der bislang in Lenggries daheim war.

Der Umzug nach Roßwies bedeutet in vielerlei Hinsicht einen Neuanfang. Zum Beispiel beim Namen. Obwohl Klima seine neun Greifvögel und Eulen noch in Lenggries trainiert und hält, ist der „Falkenhof Lenggries“ schon Geschichte. Vergangene Woche war die letzte Greifvogelvorführung. Künftig heißt das Unternehmen „Der Falkenhof – by Paul Klima“.

Der 44-Jährige hat sich zusammen mit einem Kollegen aus Kärnten einen europaweit führenden Namen als Filmtier-Trainer geschaffen. Klima arbeitet mit zwei freien Assistenten zusammen und will sich künftig ganz auf dieses Standbein konzentrieren. Für die ohnehin nur saisonal interessanten Tiervorführungen hat Klima nach eigenen Worten schlicht keine Zeit mehr. „Das ist mir zu viel geworden.“

Die Befürchtungen eines Nachbarn, dass der neue Betrieb in Roßwies viel Verkehr mit sich bringen werde, entkräftet Klima. Wenn überhaupt, werde es lediglich kleine, sehr exklusive Vorführungen mit Einzelpersonen oder drei, vier Leuten geben. Sollte es trotzdem zu viel Verkehr geben, könne man eine Schranke an der Zufahrtsstraße einbauen. Die Voliere selbst sei zu dem betroffenen Nachbarn durch eine hohe Baumreihe abgetrennt.

Klima will die beim breiten Publikum beliebten Vorführungen aber nicht ganz aufgeben. Es gebe Gespräche mit Hannes Zintel von der Blombergbahn. „Vielleicht ziehen wir da in Zukunft mal mit unseren Greifvögeln im Sommer ein paar Wochen hin. Sozusagen wie Bauern auf die Alm.“

Wann geht es in Roßwies los? „Gebaut wird, wenn das Landratsamt seine Zustimmung gibt“, sagt Klima. Das Holzmaterial liege bereits bei der Zimmerei. Der Tiertrainer hofft, dass seine Greifvögel und Eulen noch vor dem Winter in die neue Voliere kommen.

Der Roßwieser Falkenhof wird übrigens kein Schaugehege mehr sein, erläutert Klima. Dadurch hätten die Tiere mehr Rückzugsmöglichkeiten und weniger Stress. Die Voliere hat zehn Kammern mit jeweils 20 Quadratmetern Fläche und drei Metern Höhe. Das ist deutlich mehr als am Brauneck. „Roßwies wird eine Vorzeigeanlage“, sagt Klima. Schon deshalb wird den Tieren die Umgewöhnung ins neue Heim nicht schwer fallen, ist der Falkner überzeugt. „Im Gegenteil: Die werden sich freuen.“ 

Von Christoph Schnitzer

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