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Gruselig: Das Foto entstand 2015 bei der Halloween-Party im Pistolero in Bad Tölz

Halloween im Tölzer Land

Am Gruselfest scheiden sich die Geister

Bad Tölz - „Geister schreien, Hexen lachen, gebt uns Süßes, sonst wird’s krachen.“ Sprüche wie diese gehören zu Halloween, das an diesem Montag auch im Landkreis gefeiert wird – wenngleich nicht von allen.

„Süßes oder Saures!“ Dieser Satz ist an Halloween auch vielfach im Landkreis zu hören – obwohl das Gruselfest in Bayern eigentlich keine Tradition hat. Der Brauch, böse Geister und Hexen zu verjagen, kam erst vor etwa 20 Jahren aus den USA nach Deutschland. „Heischebrauch“ nennt Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler die Gepflogenheit, das Kinder Süßigkeiten einfordern beziehungsweise erbitten. „Das hat bei uns keine besonders lange Geschichte.“

Halloween, der Abend vor Allerheiligen, hat vor allem Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt in seinen Bann gezogen. „An Halloween gehen wir immer von Haus zu Haus und klopfen an den Türen, um nach Süßigkeiten zu fragen“, schildert die 14-jährige Claire aus Bad Tölz. „Das machen wir jetzt schon seit sechs Jahren so.“ Ruth, ihre zwei Jahre jüngere Schwester, fügt hinzu: „Jedes Jahr laden wir Freunde ein, um mit uns zusammen Leute zu erschrecken und Streiche zu spielen. Wir schnitzen dann gemeinsam Kürbisse aus und essen Hotdogs.“

Die halbamerikanischen Geschwister wissen genau, wie man richtig Halloween feiert. „Wir verkleiden uns auch immer. Ich gehe dieses Jahr als Luna Lovegood aus Harry Potter“, verrät Claire stolz. „Den Umhang dafür hab’ ich mir übers Internet bestellt.“

Das richtige Kostüm ist für die Kinder sehr wichtig. Nicht selten wird der Abend stundenlang vorbereitet. „Halloween fällt unter die Verkleidungsfeste“, sagt Göttler. Am 31. Oktober dürfte das kaum zu übersehen sein.

Nicht überall nimmt Halloween einen wichtigen Platz ein. Der Kindergarten „Arche Noah“ in Bad Tölz etwa hat sich explizit gegen das Feiern entschieden. „Wir mögen Halloween gar nicht“, sagt Leiterin Maria Girmann. Für den Kindergarten sei es kein traditionelles Fest. „Es ist aus Amerika zu uns rübergeschwappt“, so Girmann. Zudem „fürchten sich die Kinder richtig“ vor den gruseligen Masken und Verkleidungen.

In der Tölzer Montessori-Schule dagegen ist Halloween ein „riesengroßes Ding“, sagt Geschäftsführerin Annette Weber. Im Rahmen einer Projektwoche organisierten rund 60 Schüler vor den Ferien eine Halloween-Party für alle Klassen. „Die Aula wurde dekoriert, es gab ein gruseliges Buffet, und alle waren verkleidet“, so Weber. Eine Besonderheit war der „Raum des Gruselns“. Dort konnten sich Freiwillige einsperren lassen und einen Schlüssel suchen, um wieder hinauszukommen. Laut Weber bietet Halloween die ideale Möglichkeit, um „sich seiner Angst zu stellen“ und auch einmal seine „dunkle Seite rauslassen zu dürfen“.05

Partys in Bad Tölz 

Für die größeren Partygänger ist an Halloween ebenfalls einiges geboten: Am 31. Oktober lädt etwa das „Pistolero“ zur Halloween-Party ein. Wer mindestens 16 ist, wird ab 20 Uhr eingelassen. „Wer verkleidet ist, bekommt eine Eintrittsermäßigung“, erklärt Mitarbeiterin Daniela Kirschner. Neben einem „blutigen Welcomedrink“ erwartet die Gäste gruselige Atmosphäre.

Einen Willkommens-Drink bekommen auch die Besucher der Halloween-Party im „Rocks-off“. Dort wird seit 24 Jahren das Fest gefeiert. Im „Jailhouse“ empfangen „lebende Geister“ ab 21 Uhr die Feierwütigen, die am „Gruselbuffet“ zugreifen können. Eine „gespenstische Party wird in „Papas Kesselhaus“ angekündigt.Tanja Schultz/Tatjana Kintscher

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