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Vom Heiligen Teilen lernen

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Martinslaternenbastler vom Schloßplatz: (v. li.) Adrian (6), Mathias (5), Mathias (3) Simon (5) und (vorne) Nisa (2). Foto: ARP
Martinslaternenbastler vom Schloßplatz: (v. li.) Adrian (6), Mathias (5), Mathias (3) Simon (5) und (vorne) Nisa (2). © arp

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Laternen basteln, Martinsgänse backen und die Martinslieder lernen – ohne diese Traditionen kann es kein richtiges Martinsfest geben. Darüber hinaus dürfen in den Kindergärten weitere Aktivitäten nicht fehlen, um sich mit dem kirchlichen Fest zu beschäftigen.

Dieser Tage zieht feiner Geruch durch so manchen Kindergarten, denn unzählige Bleche im Backofen sind mit süßen Martinsgänsen belegt. In der Tölzer Kindertagesstätte am Schloßplatz drücken die Kinder nicht nur die Formen in den Teig, sondern sie haben ihn auch mit zubereitet. Ebenso wird in der Einrichtung Heilige Familie in Bad Tölz selbst gebacken. Im Kindergarten St. Kilian in Bad Heilbrunn übernehmen das die Eltern.

Die Martinslaternen müssen vor allem eines sein: bunt. Aber nicht nur der Reiter Martin ist ein Motiv, das etwa auf den Laternen in der Heiligen Familie abgebildet ist. Eulen stehen dieses Jahr hoch im Kurs, so zum Beispiel der Einrichtung am Schloßplatz oder in St. Kilian in Bad Heilbrunn.

Das Martinsspiel, in dem die Legende des Heiligen, der seinen Mantel für einen frierenden Bettler teilt, nacherzählt wird, findet mancherorts mit echtem Reiter statt. In vielen Kindergärten klingt der Umzug bei Kinderpunsch, Martinsgänsen oder anderem Selbstgebackenem aus.

„Wir haben besonders über das Teilen gesprochen“, sagt KiTa-Leiterin Elke Wegscheid aus Bad Heilbrunn. In ihrem Haus sammeln die Kinder zudem Geld für ein Kinderhospiz. An der Aktion „Geschenk mit Herz“ der Hilfsorganisation „humedica“ beteiligt sich der Lenggrieser Kindergarten St. Josef. „Außerdem veranstalten wir unseren Umzug gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Pfarrei St. Jakob“, erklärt Leiterin Sieglinde Bock. In der Heiligen Familie in der Tölzer Siedlung bringt jedes Kind ein Kleidungsstück mit „für das Kindermissionswerk, das Kinder in Bolivien unterstützt“, so Leiterin Monika Rinshofer.

In Wackersberg organisiere die Gruppe der 43 Firmlinge heuer die Martinsfeier, sagt Pfarrer Leo Sobik. Dazu gehören die Andacht in der Kirche, die auch dem Tagesheiligen geweiht ist, sowie der Umzug ums Kirchengebäude mit Ross und Reiter sowie das Martinsspiel. „Danach gibt es Kinderpunsch und Selbstgebackenes der Firmlinge“, lädt Sobik in den Pfarrhof ein.

Die Tölzer „Arche Noah“ von der evangelischen Kirchengemeinde bleibe heuer unter sich, sagt Leiterin Maria Girmann. „Die Kleinen gehen im ganz großen Umzug unter.“ Deswegen feiert die Einrichtung gruppenweise am Dienstag und Donnerstag. „Wir lassen den Mittwoch frei, damit die Familien mit Schulkindern auch in die Marktstraße gehen können.“

Birgit Botzenhart

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