Tölzer Runde am Altar (v.li.): Paul Janßen, Rupert Frania, Peter Demmelmair, Martin Gehringer, Rupert Berger, Diakon George Papp, P. Lukas Essendorfer, Abt Johannes Eckert, Paul Demmelmair, Andreas Spöttl und Erich Schmucker. Dahinter: Konventbrüder von St. Bonifaz.

Heimatprimiz von Pater Lukas Essendorfer

„Bitte liebenswürdig, nicht hochwürdig!“

Bad Tölz - Zum Priester geweiht wurde er schon am 5. Juni. Am Sonntag feierte der Benediktinerpater Lukas Essendorfer nun in seiner Heimatgemeinde Bad Tölz Nachprimiz. 

Sein Abt Johannes Eckert gab ihm mit auf den Lebensweg: „Bitte nicht hochwürdig sein, sondern liebenswürdig.“

Viele helfende Hände hatten im Hintergrund wieder zusammengeholfen, dass auch die zweite Primiz der Pfarrei in diesem Jahr in einem schönen und stimmungsvollen Rahmen perfekt ablief. Pfarrer Peter Demmelmair war sich diesen seltenen Augenblicks durchaus bewusst. Wie auch der Primiziant, der sich gut daran erinnerte, wie er als kleiner Lenz mit seinem Opa (Mesner Lenz Essendorfer) einst den „Lebensraum Kirche“ in Maria Himmelfahrt kennenlernte. In dieser Stadt aufgewachsen zu sein und in seiner Familie bis heute geborgen zu sein, mache ihn stolz.

Als Primizprediger fungierte Abt Johannes Eckert vom Kloster St. Bonifaz in München, wo Pater Lukas 2008 eingetreten ist. Als Thema hatte sich der Klosterobere die „schlimmste Sünde Gleichgültigkeit“ ausgewählt. Das Mönchtum sei letztlich als Protestbewegung gegen die Gleichgültigkeit vieler Kirchengemeinden entstanden. Den Primizspruch von Pater Lukas („Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen“) interpretierte der Abt als Aufforderung an den Neupriester, auch an die Ränder der Gesellschaft zu gehen, eine „Kirche der Armen“ und „nah am Menschen zu sein“.

Pater Lukas tut dies bereits. Er ist in der Obdachlosenarbeit in seinem Münchner Pfarrverband Mariahilf-St. Franziskus tätig. Dass er sich der Basisarbeit nicht nur verpflichtet fühlt, sondern auch das „richtige Charisma“ dafür habe, da war sich der Tölzer Stadtpfarrer Peter Demmelmair sicher. „Du kannst mit den Leuten umgehen.“ Demmelmair fügte der Bitte von Abt Johannes an den Jungpriester, nicht hochwürdig, sondern liebenswürdig zu sein, noch seine persönliche Interpretation hinzu: „Wir brauchen heute geistliche Menschen und menschliche Geistliche.“

Der Tölzer Bürgermeister Josef Janker schlug bei seiner Rede im Festzelt in dieselbe Kerbe. Es gebe heutzutage viele, die Solidarität mit den Bedürftigen einforderten. Man vermisse aber oft die Tat. Priester wie P. Lukas würden Verantwortung übernehmen. Dabei wünsche er ihm Zufriedenheit, Erfüllung und „ein fröhlich, glaubendes Herz“ sowie – nicht unwichtig – eine helfende Hand und ein offenes Ohr, wenn er die persönliche Bürde im Amt spüre.

P. Lukas wollte, wie es seiner Art entspricht, am Rednerpult nicht viele Worte machen. Er fand es aber selbst bemerkenswert, dass er als Benediktiner nun ausgerechnet im Garten des ehemaligen Franziskanerklosters die Primiz feiere. „Der hl. Franziskus begleitet mich eigentlich viel länger als der hl. Benedikt“, sinnierte er. Auch wenn er sich doch für den Benediktinerorden entschieden habe, so stehe ihm der Heilige aus Assisi bis heute sehr nahe. P. Lukas schlug den Bogen zur Caritas, die heute im ehemaligen Kloster residiert und sich um die sozial Schwachen kümmert. Der 43-Jährige dankte ausdrücklich Caritas-Chef Thomas Faller. Er sei einer der wichtigen Begleiter auf seinem geistlichen Lebensweg gewesen. Durch Faller und die Arbeit im Jakobushaus in der Salzstraße habe er letztlich die Obdachlosenhilfe kennengelernt.

Christoph Schnitzer

Heimatprimiz: Tölz feiert mit P. Lukas Essendorfer

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