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Glückliches Paar: Sabine und Stefan Pfister sind seit 20 Jahen zusammen. Ihr Rezept für eine gute Ehe: Miteinander reden. 

Zum Valentinstag

Toleranz und Respekt wichtiger als Blumen

Bad Tölz - Der Valentinstag ist der „Tag der Liebenden“. Man schenkt sich Blumen, Pralinen oder Karten und schwelgt in Erinnerungen. Der Tölzer Kurier hat bei einigen Paaren nachgefragt: Wie haben sie sich eigentlich kennengelernt? Und was ist das Geheimnis ihrer Ehe?

 20 Jahre sind Sabine und Stefan Pfister schon ein Paar, 19 davon verheiratet. „Eigentlich ist unsere Geschichte nicht so spektakulär“, meint Sabine Pfister, die durch das „KKK“ in Lenggries und ihre Kulturveranstaltungen im Landkreis bekannt geworden ist. Denn die beiden hatten ein paar Jahre Vorlaufzeit, bevor es richtig geschnackelt hat. „Er kam öfter in das Lokal in dem ich neben dem Studium gejobbt habe, und wir haben jedes Mal geflachst und Gaudi gemacht“, verrät die 44-Jährige. „Allerdings hatten wir beide andere Partner, an Liebe haben wir nicht gedacht.“

Sehr jung war Sabine Pfister damals, gerade mal Anfang 20. Irgendwann waren beide wieder Single. „Ich hab mich dann als erste verliebt, und ihn gefragt, ob wir mal zusammen Tischtennis spielen,“ erinnert sie sich. Zunächst habe ihr Mann nicht so sehr darauf reagiert, „er hat es wohl nicht gleich verstanden“. Doch nach einer erneuten Einladung ging dann alles recht schnell. Sein Heiratsantrag kam nach drei Monaten, die Hochzeit war ein Jahr später. „Am allerwichtigsten ist es immer noch, miteinander zu reden, es nicht selbstverständlich nehmen, dass man zusammen ist, und zu wissen, dass man es auch immer wieder hinterfragen darf,“ konstatiert die 44-Jährige.

Für die Ehe von Monika Dahlberg und Karlheinz Peters spielte die Heimatzeitung eine tragende Rolle. Vor etwa zwölf Jahren stand ein Artikel über die Schauspielerin im Tölzer Kurier. Sie lebte damals in Bad Tölz, ihr Zukünftiger in Benediktbeuern. Die beiden hatten 40 Jahre zuvor gemeinsam eine Fernseh-Oper für den Bayerischen Rundfunk gedreht. Um der alten Zeiten willen hatte sich Peters bei ihr gemeldet. „Ich konnte mich erst gar nicht an ihn erinnern“, sagt Dahlberg lachend. Doch die beiden fanden sich und im September 2015 feierten sie ihren zehnten Hochzeitstag. Für beide ist es die dritte Ehe.

Dass sie noch einmal Amors Pfeil treffen würde, damit hatte Dahlberg damals nicht gerechnet. „Im Alter gibt es andere Kriterien beim Zusammenleben. Für uns ist es wesentlich, dass jeder auch mal für sich sein kann und wir trotzdem nicht allein sind. Ein eigenes Zimmer, nachts ungestört schlafen.“ Am Valentinstag hat die Schauspielerin, die im April ihren 80. Geburtstag feiert, ein paar Freundinnen zum Bridge eingeladen, abends gibt es Lachs und Schampus. Da ist ihr Mann natürlich dabei. Während die Damen spielen, schaut er sich einen Film an, ungestört mit dem Kopfhörer.

Er war als Seemann verkleidet, sie als – und da muss Bürgermeister Josef Janker mal kurz nachdenken – „entweder als Squaw oder mit einem Rüschenkleid“. So genau weiß das Tölzer Stadtoberhaupt das nicht mehr. Er und seine Gattin Romane kamen sich beim Studentenball in der Benediktbeurer Post näher. 1979 wurde geheiratet, und bei 37 Jahren funktionierender Ehe ist die Sache mit dem Kostüm wahrlich nicht ausschlaggebend. Der Valentinstag bedeutet Janker nicht so viel. Für ihn sind andere Dinge entscheidend: „Man sollte sich gegenseitig akzeptieren und auch verstehen wollen,“ sagt der Rathaus-Chef. Außerdem solle man nicht immer gleich auf Konfrontationskurs gehen und lieber kurz nachdenken, bevor man etwas sagt. „Was nützt ein dicker Blumenstrauß am 14. Februar, wenn man den Rest des Jahres nicht gut, vernünftig und nett miteinander umgeht?“

Dass Bayern und Schotten gut zueinander passen, das beweisen Johanna und David Warham aus der Jachenau seit über 30 Jahren: Bodenständigkeit und eine ähnliche Mentalität verbinden die beiden. Kennengelernt hat sich das Paar, das sich seit einiger Zeit beim Asylhelferkreis Jachenau engagiert, am Arbeitsplatz. „Er war der typische Brite mit Nadelstreifenanzug und strenger Brille“, erinnert sich Johanna Warham. „Ich habe meiner Schwester damals erzählt, dass ich jemand Netten kennengelernt habe, der sich ziemlich seltsam anzieht.“

Das war natürlich kein Hinderungsgrund für eine Beziehung. Zunächst sahen sich die beiden bei Unternehmungen im Kollegenkreis. Und als sich David Warham beim Squash verletzte, brachte sie ihn in die Klinik und kümmerte sich um ihn. Er bedankte sich mit einer Essenseinladung. Von da an war alles klar für die beiden. Wegen der Kinder zogen sie in die Jachenau, die Heimat von Johanna Warham. Toleranz und Respekt zeigen sowie kleine Macken respektieren – das seien die Zutaten für eine gute Ehe. Und ob Valentinstag oder nicht: „Ich bekomme regelmäßig Blumen von meinem Mann.“ (von Ines Gokus) 

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