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Feinarbeit: Die Tölzer Berufsschüler (v. li.) Sebastian Exinger, Andreas Gärtner und Simon Abeltshauser schleifen den fünf Meter langen Längsbalken des neuen Gipfelkreuzes ab. Foto:

Tölzer Berufsschule

Hier entsteht das neue Gipfelkreuz für den Scharfreiter

Bad Tölz - Blinde Zerstörungswut war am Werk, als ein Unbekannter am 28. August mit einer Axt auf das Gipfelkreuz auf dem Scharfreiter einschlug. Mit Tatkraft und Gemeinschaftssinn sind jetzt Freiwillige dabei, ein neues Kreuz zu bauen.

Die sieben angehenden Zimmerer stecken die beiden schweren Eichenholzbalken zusammen. Ein paar kräftige Hammerschläge obendrauf, und schon ist das Gipfelkreuz in seiner Grundstruktur fertig. „Freut euch, schlagt miteinander ein“, ruft ein Fernseh-Mitarbeiter. Doch die Tölzer Berufsschüler kommen der Aufforderung des BR-Kamerateams nicht nach. „Guad, basst“, stellt einer kurz fest – ohne dabei den Nebenmann zu umarmen.

„A bärige Sach“ sei das natürlich schon, findet Andreas Hagn. „Das hat man nicht immer“, ergänzt Jakob Dräxl. Die beiden 17-Jährigen sind Zimmerer im dritten Ausbildungsjahr und Teil der siebenköpfigen Projektgruppe, die das neue Gipfelkreuz für den Scharfreiter baut. In der Nacht zum 28. August hatte ein Unbekannter dort mit der Axt auf das Kreuz eingeschlagen – und es so schwer beschädigt, dass es umgelegt werden musste. Danach nutzten Anhänger der rechtsradikalen Identitären Bewegung die öffentliche Aufmerksamkeit und steckten ein provisorisches Fichtenholzkreuz in die Halterung. „Das sollte man am besten ignorieren. Jetzt gibt es ein neues Gipfelkreuz, gefertigt von Tölzer Berufsschülern.“ In den Worten von Schulleiter Josef Bichler schwingt eine große Portion Stolz mit. Im Axtangriff auf das alte Kreuz sieht er „ein Zeichen von Intoleranz gegenüber einem Ding, das nichts Böses ausstrahlt“.

Fünf Meter hoch, 2,80 Meter breit und rund 200 Kilo schwer ist die Eichenholzkonstruktion: „Zum Hochheben muss man schon zu dritt sein“, sagt Projektlehrer Anton Höhenbleikner. Seine 17- bis 18-Jährigen Zimmerer haben zunächst die beiden Balken mit der Kreissäge zugeschnitten, um sie dann miteinander zu verbinden. Überplattung heißt das, wenn zwei Hölzer bis zur Hälfte ihrer Dicke eingeschnitten werden, damit man sie ineinanderstecken kann. „Erst haben wir den Bereich grob ausgestemmt und dann fein abgeschliffen“, erklärt Jung-Zimmerer Hagn. Gestern Mittag fehlten noch die sogenannten Fasen. Die Kanten werden abgeschrägt, damit sich niemand am Kreuz schneidet. Und als Verzierung taugen sie auch. Zum Schluss schrauben die Schüler eine Eisenplatte mit Edelweiß-Symbol – das Original des alten Kreuzes – an. Es dient nicht nur der Erinnerung, sondern auch der Stabilität.

Dass das Kreuz in der Tölzer Berufsschule gefertigt wird, lag wegen der langjährigen Partnerschaft mit dem Alpenverein nahe. Max Nichtl, Wart der Tölzer Hütte, hatte Kontakt mit dem Bautechnik-Fachbetreuer der Schule, Hans Haslinger, aufgenommen. Das Holz stiftete die Firma Dostthaler & Waldhauser aus Valley (Landkreis Miesbach). Damit die Bergmesse am 9. Oktober gefeiert werden kann, soll das Kreuz am Tag davor hinaufgetragen und eingeweiht werden. Dafür müssen es die angehenden Zimmerer, die beim ersten Zusammenschrauben die Bohrlöcher gesetzt haben, nochmal auseinanderbauen.

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